Tourexpi
Das
Kreuzfahrtschiff MV Hondius, auf dem ein Ausbruch des Hantavirus festgestellt
wurde, soll Kurs auf die Kanarischen Inseln nehmen. Die spanische Regierung
genehmigte die Aufnahme des Schiffes nach einer entsprechenden Anfrage der
Weltgesundheitsorganisation WHO in Abstimmung mit der Europäischen Union. Die
Regierung der Kanarischen Inseln reagierte dagegen mit scharfer Kritik und
kündigte Widerstand gegen ein Anlegen ohne umfassende Sicherheitsinformationen
an.
Derzeit
befindet sich sich die MV Hondius vor Kap Verde. Dort wurde das Schiff nach
Bekanntwerden des Ausbruchs überprüft. Nach Angaben der spanischen Behörden
untersucht das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von
Krankheiten (ECDC) aktuell, welche Personen dringend medizinisch evakuiert
werden müssen.
Die
übrigen Passagiere und Besatzungsmitglieder sollen innerhalb der kommenden drei
bis vier Tage die Kanarischen Inseln erreichen. Als wahrscheinlicher Zielhafen
gilt derzeit der Industriehafen Granadilla de Abona auf Teneriffa. Damit soll
vermieden werden, dass das Schiff direkt im Kreuzfahrthafen von Santa Cruz de
Tenerife anlegt.
Spanische
Regierung verweist auf humanitäre Verpflichtung
Das
spanische Gesundheitsministerium erklärte, die Aufnahme des Schiffes erfolge
„in Erfüllung des internationalen Rechts und im humanitären Geist“. Die WHO
habe darauf hingewiesen, dass Kap Verde nicht über die notwendigen
Möglichkeiten verfüge, um die Operation selbst durchzuführen.
„Die
Kanarischen Inseln sind der nächstgelegene Ort mit den erforderlichen
Kapazitäten. Spanien hat eine moralische und rechtliche Verpflichtung, diesen
Menschen zu helfen, unter denen sich auch mehrere spanische Staatsbürger
befinden“, erklärte das Ministerium.
Nach
Angaben der Behörden sollen Passagiere und Crew nach Ankunft medizinisch
untersucht und anschließend in ihre Heimatländer ausgeflogen werden. Die
Versorgung und Transporte würden unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen
erfolgen, um jeden Kontakt mit der lokalen Bevölkerung zu vermeiden.
Bereits
bestätigt wurde die Verlegung von drei erkrankten Passagieren sowie des
Bordarztes in die Niederlande. Das Schiff fährt unter niederländischer Flagge.
Kanaren-Regierung
fordert mehr Informationen
Die
Regierung der Kanarischen Inseln kritisierte das Vorgehen Madrids deutlich. Der
kanarische Regierungschef Fernando Clavijo beklagte mangelnde Abstimmung und
forderte ein Gespräch mit Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez.
„Wenn
wir nicht die angemessenen Informationen haben, die den Schutz der kanarischen
Bevölkerung garantieren können, wird die Regierung der Kanaren keinem Schiff
erlauben anzulegen“, sagte Clavijo dem Sender RTVC.
Auch
der kanarische Vizepräsident Manolo Domínguez sprach sich gegen ein Anlegen des
Schiffes aus. Man werde „mit allen Mitteln versuchen“, zu verhindern, dass die
MV Hondius die Kanaren erreiche. Die medizinische Versorgung solle möglichst
direkt in Kap Verde erfolgen, von wo aus die Betroffenen per Flugzeug in ihre
Heimatländer gebracht werden könnten.
„Angesichts
der bestehenden Zweifel befürworten wir keine Ausschiffung“, erklärte
Domínguez. Sollte das Schiff letztlich doch die kanarischen Gewässer erreichen,
sei es aus seiner Sicht angemessen, dass es lediglich vor Anker gehe und nicht
direkt im Hafen festmache.
Quelle:
https://www.tourinews.es/sucesos/canarias-crucero-antavirus-conflicto-espana_4492395_102.html
Bildnachweis:
© Tourinews
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