Nahostkonflikt verschiebt Nachfrage bei Luxusreisen deutlich - Wissen, was im Tourismus los ist!



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Nahostkonflikt verschiebt Nachfrage bei Luxusreisen deutlich
Europa, Kanada und Afrika gewinnen Luxusurlauber hinzu, während die Nachfrage nach Reisen an den Arabischen Golf massiv zurückgeht
Nahostkonflikt verschiebt Nachfrage bei Luxusreisen deutlich

Der anhaltende Nahostkonflikt verändert das Buchungsverhalten anspruchsvoller Urlauber spürbar. Nach Angaben des Luxusreiseveranstalters Feinreisen ist die Nachfrage nach Reisen in die Vereinigten Arabischen Emirate und den Oman aktuell um rund 90 Prozent eingebrochen. Gleichzeitig profitieren klassische Reiseziele in Europa, Kanada und Afrika von einer deutlichen Verlagerung der Nachfrage. Im Luxussegment spielt dabei weniger der Preis als vielmehr das persönliche Sicherheitsgefühl eine entscheidende Rolle.

„Luxusreisende legen traditionell großen Wert auf Sicherheit und Stabilität. Das hat sich bereits in früheren Krisen gezeigt und bestätigt sich auch jetzt wieder. Reiseentscheidungen werden in diesem Segment weniger vom Preis als vom persönlichen Sicherheitsgefühl bestimmt“, sagt Melf Türkis, Director Business Development & Product der America Unlimited Unternehmensgruppe, zu der Feinreisen gehört.

Südeuropa verzeichnet kräftiges Buchungsplus

Besonders gefragt sind derzeit klassische Urlaubsländer im Mittelmeerraum. Griechenland, Spanien, Italien – vor allem die Toskana und Sizilien – sowie Portugal liegen bei Feinreisen aktuell rund 150 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Bemerkenswert ist diese Entwicklung auch vor dem Hintergrund zuletzt deutlich gestiegener Preise für hochwertige Hotels und exklusive Reiseleistungen. Nach Einschätzung des Veranstalters stehen für Luxusreisende jedoch weiterhin Qualität, Komfort und Sicherheit im Vordergrund. Viele dieser Reisen seien zudem bereits gebucht worden, bevor die außergewöhnliche Hitzewelle weite Teile Europas erreichte.

Kanada gewinnt, USA verlieren

Auch Kanada gehört zu den Gewinnern der aktuellen Entwicklung. Die Buchungen liegen derzeit rund 200 Prozent über dem Vorjahresniveau. Ob dieser Zuwachs ausschließlich auf den Nahostkonflikt zurückzuführen ist oder teilweise eine Verlagerung von Reisen in die USA widerspiegelt, lasse sich nach Einschätzung von Feinreisen allerdings nicht eindeutig beantworten.

Fest steht jedoch, dass die Nachfrage nach Reisen in die USA im gleichen Zeitraum um rund 30 Prozent zurückgegangen ist.

Luxusreisende weichen auf alternative Flugverbindungen aus

Während zahlreiche Reiseveranstalter derzeit rückläufige Buchungen für Destinationen im Indischen Ozean melden, entwickelt sich dieses Segment bei Feinreisen gegen den Markttrend. Die Nachfrage nach Reisen auf die Malediven, nach Mauritius und auf die Seychellen bleibt bislang stabil.

Als Ursache für die allgemeine Marktentwicklung gelten die durch den Nahostkonflikt eingeschränkten Flugverbindungen über wichtige Drehkreuze wie Dubai, Abu Dhabi oder Doha. Für viele Reisende bedeuten sie längere Flugzeiten oder zusätzliche Umstiege.

„Unsere Gäste sind bereit, für komfortablere Flugverbindungen höhere Preise zu zahlen. Sie nutzen häufiger Direktflüge oder alternative Umsteigeverbindungen, beispielsweise über Singapur. Dadurch bleiben viele Destinationen im Indischen Ozean für sie weiterhin problemlos erreichbar“, erläutert Türkis.

Afrika setzt langfristigen Wachstumskurs fort

Unabhängig von den aktuellen geopolitischen Entwicklungen setzt sich bei Feinreisen ein langfristiger Trend fort. Luxusreisen in das südliche und östliche Afrika gewinnen seit Jahren kontinuierlich an Bedeutung. Südafrika, Namibia, Botswana sowie Kenia, Uganda und Tansania verzeichnen derzeit ein Buchungsplus von rund 110 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Nach Angaben des Veranstalters trägt vor allem die Kombination aus exklusiven Safari-Erlebnissen und hochwertigen Badeaufenthalten – etwa auf Sansibar oder Mauritius – zu dieser Entwicklung bei. Für viele Luxusurlauber, die ursprünglich einen Aufenthalt am Arabischen Golf mit einem Strandurlaub verbinden wollten, stellen diese Reisen inzwischen eine attraktive Alternative dar.

Bildnachweis: Wilderness


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