Türkei: Seen zwischen Vulkanlandschaft, Salzsteppe und Geschichte - Wissen, was im Tourismus los ist!



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Türkei: Seen zwischen Vulkanlandschaft, Salzsteppe und Geschichte
Vom Sapanca-See bis zum Vansee verbinden einige der eindrucksvollsten Seen der Türkei Naturerlebnisse mit Kulturgeschichte und eignen sich besonders für Reisen im Herbst
Türkei: Seen zwischen Vulkanlandschaft, Salzsteppe und Geschichte

Der September entwickelt sich zunehmend zu einer Reisezeit für Urlauber, die mildere Temperaturen, weniger Besucher und die ersten Herbstfarben nutzen möchten. Gleichzeitig wächst das Interesse daran, Landschaften nicht nur zu sehen, sondern ihre Geschichte, Natur und regionale Kultur kennenzulernen. Gerade die Türkei bietet dafür eine ungewöhnliche Vielfalt: von bewaldeten Seen nahe Istanbul über weiße Salzflächen in Zentralanatolien bis zu Vulkanseen im Osten des Landes.

Viele dieser Landschaften lassen sich zudem mit historischen Sehenswürdigkeiten verbinden. Antike Städte, osmanisch geprägte Orte, urartäische Festungen und traditionelle Küche machen aus einem Aufenthalt am Wasser schnell eine Reise durch mehrere Epochen.

Sapanca-See als Ausflugsziel nahe Istanbul

Der Sapanca-See in der Provinz Sakarya liegt nur eine kurze Fahrt von Istanbul entfernt. Bewaldete Hügel umgeben das türkisfarbene Wasser und machen die Region zu einem beliebten Ziel für Wochenendausflüge. Spaziergänge und Radtouren am Ufer gehören ebenso zu den Möglichkeiten wie Vogelbeobachtung und Kajakfahrten.

Wer länger bleiben möchte, findet rund um den See unterschiedliche Unterkünfte und Restaurants. In der höher gelegenen Umgebung des Arifiye-Waldes sind zudem Camping und Picknicks möglich. Der nahe gelegene Kartepe eröffnet weite Ausblicke über die Region, während sich Maşukiye mit seiner üppigen Vegetation als weiterer Zwischenstopp anbietet.

Abant und Yedigöller prägen die Seenlandschaft von Bolu

Etwa drei Stunden von Istanbul entfernt liegt der Abantsee in der Provinz Bolu. Die Landschaft des gleichnamigen Naturparks verändert ihren Charakter mit den Jahreszeiten und bietet Möglichkeiten zum Wandern, Radfahren, Angeln, Reiten, Campen und Paragliding. Hotels, Bungalows, Campingplätze und Wohnmobilstellplätze ermöglichen auch längere Aufenthalte.

Eine weitere Seenlandschaft der Provinz ist Yedigöller, auf Deutsch „Sieben Seen“. Die sieben durch Erdrutsche entstandenen Gewässer liegen zwischen Mischwäldern, Wasserfällen und einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Wanderwege und Campingmöglichkeiten erschließen das Gebiet.

Mit Mudurnu und Göynük liegen zudem zwei für ihre traditionellen Häuser bekannte Cittaslow-Orte in der Region.

Salda-See setzt Akzent in der türkischen Seenregion

Im Südwesten der Türkei erstreckt sich über Teile der Provinzen Afyonkarahisar, Antalya, Burdur, Isparta und Konya die türkische Seenregion. Zu ihr gehören zahlreiche tektonisch entstandene Gewässer, darunter der Burdursee, Beyşehirsee und Eğirdirsee.

Besondere Aufmerksamkeit zieht der Salda-See in der Provinz Burdur auf sich. Sein klares Wasser, die hellen Ufer und seine ungewöhnliche Geologie haben ihn weit über die Region hinaus bekannt gemacht. Geologische Strukturen des Sees werden wegen bestimmter mineralogischer Ähnlichkeiten auch mit Ablagerungen auf dem Mars verglichen.

Wandern und Fotografieren gehören ebenso zu den möglichen Aktivitäten wie Kajakfahren und Baden in freigegebenen Bereichen. In der weiteren Umgebung lassen sich die antiken Städte Sagalassos und Kibyra besuchen. Einen landschaftlichen Kontrast bieten die Lavendelfelder von Akçaköy.

Tuz Gölü wird zur weißen Landschaft

Zwischen Ankara, Aksaray und Konya liegt mit dem Tuz Gölü der zweitgrößte See der Türkei. Während der trockenen Sommermonate verdunstet ein großer Teil seines Wassers und hinterlässt weite Salzflächen. Algen können dem flachen Wasser zeitweise eine rosa Färbung verleihen.

Ökologisch besitzt der Salzsee besondere Bedeutung als Lebensraum für Zugvögel. Tausende Flamingos nutzen das Gebiet als Brutplatz. Das Sonderschutzgebiet des Tuz Gölü befindet sich zudem auf der Tentativliste der UNESCO für eine mögliche Aufnahme in das Welterbe.

Für Reisende lässt sich der Besuch mit einer Weiterfahrt nach Kappadokien verbinden, dessen Tuffsteinlandschaften, Höhlenwohnungen und Felsformationen einen weiteren landschaftlichen Höhepunkt Zentralanatoliens bilden.

Vansee und Nemrut-Kratersee prägen den Osten

Noch spektakulärer wird die Seenlandschaft in Ostanatolien. Der Vansee ist der größte See der Türkei und zugleich der größte Sodasee der Erde. An die besonderen Bedingungen seines stark alkalischen Wassers hat sich die Perlbarbe angepasst, die charakteristische Fischart des Sees.

Unweit davon liegt in der Provinz Bitlis der Nemrut-Kratersee auf rund 2.250 Metern Höhe. Er befindet sich innerhalb der gewaltigen Caldera des Vulkans Nemrut. Mehrere durch Niederschläge gespeiste Seen, heiße Quellen, Fumarolen und Eishöhlen machen das Gebiet zu einer außergewöhnlichen Vulkanlandschaft.

Natur und Geschichte liegen hier besonders eng beieinander. Am Vansee erhebt sich die Festung von Van, deren Ursprünge in das Reich von Urartu zurückreichen. In Bitlis gehören die historische Festung und die İhlasiye-Medrese mit ihrem reich gearbeiteten Steinportal zu den kulturellen Sehenswürdigkeiten.

Otlukbeli-See fällt durch seine rote Färbung auf

Weiter nördlich liegt in der Provinz Erzincan der Otlukbeli-See. Er entstand hinter einer natürlichen Travertinbarriere, die sich durch mineralreiches Quellwasser bildete. Seine auffällige rötliche Färbung hängt mit den Mineralien und dem roten Boden der Umgebung zusammen.

Der als Naturdenkmal geschützte See ergänzt damit eine Route durch die weniger bekannten Landschaften Ostanatoliens. In der Region Erzincan lässt sich die Reise mit dem Girlevik-Wasserfall verbinden, dessen Wasser über mehrere Felsstufen inmitten einer grünen Landschaft hinabstürzt.

Vom waldreichen Sapanca-See bis zu den vulkanischen Landschaften rund um den Vansee zeigen die Seen damit sehr unterschiedliche Seiten der Türkei. Gerade außerhalb der sommerlichen Hauptsaison verbinden sich hier Natur, Outdoor-Erlebnisse und jahrtausendealte Geschichte auf vergleichsweise engem Raum.

Bildnachweis: © KI-generierte Illustration mit Material von TGA


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