Tourexpi
Drei
Expeditionskreuzfahrtschiffe von Swan Hellenic verbinden ihre Antarktis-Reisen
künftig systematisch mit wissenschaftlicher Datenerhebung. Die SH Minerva, SH
Vega und SH Diana sammeln während ihrer Fahrten rund um die Inselgruppe
Deception Island Umweltdaten, die nach einer Qualitätsprüfung der
internationalen Forschung zur Verfügung gestellt werden.
Die
Initiative „Cruising4Oceans“ ist ein Pilotprojekt im Rahmen der von den
Vereinten Nationen unterstützten UN Ocean Decade. Die Schiffe fungieren dabei
als mobile Meeresobservatorien und erschließen Gewässer, in denen
kontinuierliche wissenschaftliche Messungen bislang nur schwer möglich sind.
Wiederkehrende
Messungen in der Antarktis
Eine
Besonderheit des Projekts liegt in den regelmäßigen Routen der
Expeditionsschiffe. Anders als eine stationäre Forschungsplattform bewegen sie
sich durch unterschiedliche Seegebiete, kehren aber wiederholt nach Deception
Island zurück. Dadurch lassen sich Messungen über längere Zeiträume miteinander
vergleichen und Veränderungen der Meeresbedingungen dokumentieren.
Die
täglich erhobenen und validierten Daten sollen über die europäische
Meeresdaten-Infrastruktur EMODnet frei zugänglich gemacht werden. Deception
Island ist der erste Pilotstandort des GlobalCoast Network und zugleich dessen
südlichster schiffsbasierter Beobachtungsstandort.
Andrea
Zito, CEO von Swan Hellenic, sieht darin auch eine Verantwortung, die sich aus
den Reisen in besonders abgelegene Regionen ergibt: „Wir möchten, dass unsere
Schiffe diese Orte nicht nur besuchen, sondern auch zu ihrem Verständnis und
Schutz beitragen.“
Expeditionsrouten
werden zu Forschungsplattformen
Der
Ansatz nutzt bestehende Schiffsbewegungen, anstatt für jede Messreihe eigene
Forschungsreisen organisieren zu müssen. Gerade in abgelegenen Gewässern kann
dadurch eine Beobachtungsdichte entstehen, die mit klassischen
Forschungsprogrammen nur mit erheblichem Aufwand erreichbar wäre.
„Wir
entwickeln keinen neuen wissenschaftlichen Ansatz, sondern nutzen Schiffe, die
ohnehin bereits im Einsatz sind, für wissenschaftliche Zwecke“, erklärt Mario
Dogliani, Präsident der Stiftung SDG4MED und Koordinator von Cruising4Oceans.
Durch die tägliche Erfassung und die Veröffentlichung der validierten Daten
entstünden Informationen aus Regionen, „in denen wiederkehrende Beobachtungen
sonst äußerst schwer zu erhalten sind“.
Die
regelmäßigen Fahrten der drei Swan-Hellenic-Schiffe rund um Deception Island
seien dabei besonders wertvoll. Sie ermöglichten eine wiederkehrende
Beobachtungspräsenz, die allein durch eigens dafür aufgelegte
Forschungsprogramme nur schwer zu erreichen wäre.
Modell
auch für Arktisregionen
Die
Datenerhebung beschränkt sich nicht auf die Antarktis. Swan Hellenic setzt
seine Expeditionsschiffe auch in abgelegenen Küstenregionen rund um Spitzbergen
und Grönland ein, wo ebenfalls entsprechende Beobachtungen vorgenommen werden.
Das
Konzept ist grundsätzlich auf weitere Fahrtgebiete übertragbar. Voraussetzung
sind regelmäßig verkehrende Schiffe in Regionen, aus denen bislang nur wenige
Messdaten vorliegen. Damit könnten Expeditionsrouten, die Reisende in einige
der entlegensten Regionen der Erde führen, zugleich zu einem Bestandteil der
internationalen Meeresbeobachtung werden.
Bildnachweis:
© KI-generierte Illustration
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