Tourexpi
Marode Straßen und Schienen kamen nicht über Nacht. Seit der Wende hat sich Deutschland zu einem Transitland mit endlosen Verkehrsströmen rund um die Uhr entwickelt. Lärm ist ein Gradmesser für den Zustand von Schienen und Fahrzeugen, denn Lärm, das sind Geräusche, die über die normalen Fahrgeräusche hinausgehen und entweder durch technische Mängel oder zu hohe Geschwindigkeiten verursacht werden. Jetzt sollen Milliarden von Euro in Straßen, Schienen und Brücken investiert werden. Für noch mehr Verkehr? Was ist mit der Gesundheit? Müssen die Menschen künftig in Krankenwagen über die neu gebauten Straßen und Schienen transportiert werden? Verkehrslärm macht krank und schädigt damit unsere wichtigste Ressource – den Menschen!
Mit Blick auf die Bahn fordert das Bürgernetzwerk Pro Rheintal die Parteien und Politiker/innen der neuen Bundesregierung auf, sich nicht länger der übermächtigen Transportlobby zu unterwerfen, sondern endlich die gesundheitlichen Auswirkungen von Lärm und Feinstaub anzuerkennen. Durch entsprechende gesetzliche Vorschriften und akustische Vorgaben könne man für eine moderne und technisch einwandfreie Güterbahn sorgen.
Derzeit gibt es bundesweit keinen wirksamen Lärmschutz an Schienenwegen, da es keine Lärmgrenzwerte für Schienenfahrzeuge gibt. Die wichtigste Lärmschutzmaßnahme, an der Quelle fehlt. Züge sind heute schwerer, schneller, länger und lauter als früher. Die Folgen werden ignoriert, wie es das marode System auf allen Ebenen zeigt, nicht nur beim Lärm. Die Lärmquellen anderer Verkehrsträger bleiben in ihrem Zusammenwirken ebenfalls unberücksichtigt. Das wahre Ausmaß der Lärmbelastung wird so verschleiert. Auch die längst überholten Bestandsschutzregelungen und die fehlenden akustischen Vorgaben für Waggons und Lokomotiven machen aus einem unvorstellbar lauten Bahnlärm rein rechnerisch ein laues Frühlingslüftchen. In der Realität ist es jedoch ein Orkan. Die angeblich "freiwilligen" Lärmschutzmaßnahmen, wenn sie denn überhaupt ergriffen werden, orientieren sich nicht am "Orkan", sondern am "Lüftchen." Dadurch bleiben sie fast wirkungslos!
Der Gesetzgeber lässt damit zu, dass Menschen an Bahnlinien gegen besseres Wissen krank werden. Bereits 2012 hat der Deutsche Ärztetag in einer Resolution beklagt, dass die bestehenden Gesetze und Verordnungen zum Lärmschutz nicht in der Lage sind, die Bevölkerung wirksam zu schützen. Prof. Guski von der Universität Bochum sagte damals, die Grenzwerte seien „rein politisch mit der Lobby ausgehandelt und medizinisch irrelevant“.
Globalisierung und EU-Erweiterung haben in Deutschland zu einer, aus medizinischer Sicht, nicht mehr vertretbaren Lärmbelastung geführt hat, wie Prof. Manfred Spreng von der Universität Erlangen ausführte. Nicht umsonst liegt die Lebenserwartung in Deutschland hinter der anderer westlicher EU-Staaten zurück.
Im Schienengüterverkehr, der im Gegensatz zu allen anderen Verkehrsträgern, die leiser wurden, heute fünfmal so laut ist wie vor 40 Jahren, versucht man mit Postkutschentechnologie moderne Hochleistungsverkehr zu betreiben. Die seit Jahrzehnten notwendigen Innovationen, für die Hunderte von Milliarden Euro bereitgestellt wurden, sind nie dort angekommen, wo sie dem Transportauftrag der Bahn geholfen hätten.
Zerfall und Mängel sind inzwischen überall an Bahnstrecken, Bahnhöfen, Brücken, Straßen und Schienen sichtbar. Neben der unzumutbaren Lärm- und Feinstaubbelastung sind damit auch zunehmende Sicherheitsrisiken verbunden. Im Mittelrheintal sind die Züge doppelt laut. Der kurvenreiche Streckenverlauf und die schallverstärkende Akustik des engen Rheingrabens vervielfachen die Geräusche, die bis auf die Höhen hinauf wahrnehmbar sind. Dies hat dramatische Folgen für die Gesundheit aller dort lebenden Menschen und die Entwicklung der Region.
Ursache sei nicht der Bahn- und Schiffsverkehr an sich, sondern das Versäumnis, die Bahn technisch auf Stand zu bringen. Schon jetzt sei absehbar, dass die geplanten Sanierungen der rechtsrheinischen Strecke (2026) und der linksrheinischen Strecke (2028), zwar noch mehr Verkehr, aber keine Verbesserung der Lärmsituation und der Sicherheit bringen werden, weil sich am System nichts ändere. Schlimmer noch, es ist zu befürchten, dass während der Sanierung die jeweils andere Rheinseite so stark mit Schienenverkehr und Lärm belastet wird, dass Menschen wegziehen und Hotels schließen müssen.
Das Interesse der übermächtigen Verkehrslobby, zu der unter anderen die Luftverkehrswirtschaft, die Automobilindustrie, das Transportgewerbe, die Bauindustrie und am Ende der Kette die Finanzwirtschaft gehören, sei es, mit minimalen Kosten und hohen staatlichen Subventionen Gewinne zu erzielen. Die Politik sei dabei Steigbügelhalter, ohne ausreichend auf die volkswirtschaftlichen und infrastrukturellen Folgen zu achten. Dies habe zum heutigen Zustand der Bahn geführt und zu einem enormen volkswirtschaftlichen Schaden. Neben der maroden Bahn, die weder zuverlässig, pünktlich noch sicher ist, müssen auch die langfristigen Folgen durch Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit der Menschen, des Lernerfolgs in den Schulen und der Belastungen in den Regionen berücksichtigt werden
Frank Gross, von Pro Rheintal sagt: Wir dürfen nicht länger zusehen, wie eine Güterbahn, die technisch noch auf dem Stand von vor 100 Jahren ist, rücksichtslos mit 100 km/h durch die Städte und Gemeinden fährt. Todesopfer nach dem Weinfest in Oberwesel und dem Weinfrühling im Bopparder-Hamm, Zugentgleisung bei Niederheimbach, Zugentgleisung bei Lorch/Assmannshausen, Zugentgleisung bei Lahnstein, Felssturz bei Kestert und vieles mehr – um nur einige Beispiele zu nennen.
Die Lärmpegel sind zehnmal höher als sie sein dürften. Die Situation wird nicht besser, sondern schlimmer, weil die Politik das Heft des Handelns der Verkehrslobby überlässt. Beispiele wie Stuttgart 21, der Berliner Flughafen oder die ICE-Strecken zeigen, wie Kosten-Nutzen-Relationen ebenso ignoriert werden wie die Gesundheit der Bevölkerung. Deutschland muss leiser werden, das heißt: Es muss besser werden und es muss nutzen, was der heutige Stand des Wissens und der Technik hergibt. Die Gesundheit der Menschen muss über der Gewinnmaximierung stehen. Der Mensch als wichtigste Ressource unseres rohstoffarmen Landes darf nicht länger den Profitinteressen einer übermächtigen Lobby mit ihren veralteten Verkehrssystemen geopfert werden. Gross sagt: Wir brauchen moderne Verkehrslösungen und Gesundheitsvorsorge, zum Beispiel durch automatische Kupplungen, digital überwachte Züge und eine Tempo-50-Lösung für Güterzüge innerorts.
Bildnachweis: © Pro Rheintal e.V.
Die meistgelesenen Nachrichten
Lesen Sie die Nachrichten

Gericht in Amsterdam will im Booking-Verfahren Sach- und Rechtsfragen selbst prüfen
Zwischenurteil im Kartellschadensersatzverfahren deutscher Hotels könnte Verfahren verzögern
Lesen Sie die Nachrichten

Calvià startet früher in die Saison: Mehr Hotelkapazitäten zu Ostern
Frühe Ostertermine sorgen auf Mallorca für sechs Prozent mehr verfügbare Betten
Lesen Sie die Nachrichten

Radreise durch Uganda verbindet Abenteuer und Unterstützung lokaler Projekte
Verein Uganda Friends organisiert Tour vom 22. Juli bis 8. August 2026
Lesen Sie die Nachrichten

Oceania Cruises lädt Reisebüros zu Schiffsbesichtigungen in Europa ein
Exklusive Termine verbinden Flotteneinblick, Verkaufsinformationen und Gourmet-Erlebnis an Bord
Lesen Sie die Nachrichten

Eberhardt Travel erreicht Meilenstein mit 10.000 Reiseberichten online
Digitale Erlebnisberichte mit Fotogalerien dokumentieren reale Reisen aus aller Welt
Lesen Sie die Nachrichten

Bentour Reisen sieht Türkei-Reisen trotz regionaler Spannungen weiterhin stabil
Urlaub in den türkischen Ferienregionen läuft nach Angaben des Veranstalters ohne Einschränkungen
Lesen Sie die Nachrichten

EUROPAs Beste feiert 20 Jahre Spitzengastronomie auf See
Gourmetfestival bringt zum Jubiläum 20 Michelin-Sterne auf das Pooldeck der EUROPA
Lesen Sie die Nachrichten

BWH Hotels steigern Umsatz leicht und setzen Wachstum fort
Hotelgruppe erzielt 2025 einen Netto-Gesamtumsatz von rund 922 Millionen Euro
Lesen Sie die Nachrichten

DERTOUR Hotels & Resorts erweitert Portfolio mit neun neuen Hotels
Neue Häuser im Mittelmeerraum sowie zwei HENRI Hotels in Deutschland stärken Wachstumsstrategie
Lesen Sie die Nachrichten

Coral Travel integriert Flex4KISS vorübergehend automatisch in Neubuchungen
Flex-Tarif bis Ende März 2026 ohne Aufpreis bei Pauschalreisen und Hotelbuchungen enthalten
Lesen Sie die Nachrichten

SKR Reisen senkt Preise für ausgewählte Indochina-Rundreisen
Preisvorteile von bis zu 350 Euro für Reisetermine im Herbst 2026
Lesen Sie die Nachrichten

Über 550 Pauschalreisegäste erreichen Deutschland mit Sonderflügen
Rückholaktion bringt Reisende aus den Malediven und den Vereinigten Arabischen Emiraten nach Frankfurt und Hannover zurück
Lesen Sie die Nachrichten

Tasting the Tropics rückt kulinarische Vielfalt in Tropical North Queensland in den Mittelpunkt
Neue Veranstaltungsreihe lädt im April zu Degustationen, Food-Events und tropischen Geschmackserlebnissen ein
Lesen Sie die Nachrichten

Viajes allsun verpflichtet Andrés Fullana als Director of Contracting
Langjähriger Touristikexperte verstärkt die alltours Incoming-Agentur auf Mallorca
Lesen Sie die Nachrichten

TUI bringt weitere 600 Pauschalreisegäste sicher nach Europa zurück
Sonderflüge aus den Malediven und den Vereinigten Arabischen Emiraten setzen Rückholaktionen fort
Lesen Sie die Nachrichten

TUI und OMRAN Group setzen Umsetzung ihrer Partnerschaft vorerst aus
Geplanter Zeitplan für Joint Venture und Hotelprojekte kann nicht eingehalten werden
Lesen Sie die Nachrichten

Hyatt eröffnete Andaz Lisbon und brachte die Lifestyle-Marke erstmals nach Portugal
Neues Hotel im historischen Zentrum von Lissabon stärkt Hyatts Expansion im europäischen Lifestyle-Segment
Lesen Sie die Nachrichten

SunExpress und AirCairo verlängern Vertriebspartnerschaft bis 2029
Kooperation wächst weiter und soll ab 2027 mit zusätzlichen Flugzeugen ausgebaut werden
Lesen Sie die Nachrichten

Condor bringt rund 500 Reisende aus dem Nahen Osten nach Deutschland zurück
Sonderflüge im Auftrag des Auswärtigen Amtes landeten am Wochenende in Frankfurt
Lesen Sie die Nachrichten

Zum 30-jährigen Jubiläum initiiert die TVG zusammen mit FLY & HELP ein Schulprojekt in Afrika
Die TVG Touristik Vertriebsgesellschaft feiert in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen
Lesen Sie die Nachrichten

Holland America Line erweiterte Südamerika-Programm ab 2027
Neue Routen, längere Reisen und eine „Legendary Voyage“ entlang der Inka-Küste ergänzten das Angebot