ADAC-Test: Deutsche Bahn überzeugt beim Komfort, schwächelt aber bei Pünktlichkeit - Wissen, was im Tourismus los ist!



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ADAC-Test: Deutsche Bahn überzeugt beim Komfort, schwächelt aber bei Pünktlichkeit
118 ICE-Verbindungen im ADAC-Qualitätscheck zeigen deutliche Defizite bei Zuverlässigkeit und Anschlüssen
ADAC-Test: Deutsche Bahn überzeugt beim Komfort, schwächelt aber bei Pünktlichkeit

Wie zuverlässig ist die Deutsche Bahn im Alltag? Dieser Frage ist der ADAC mit einem zweiwöchigen Qualitätscheck von 118 ICE-Verbindungen quer durch Deutschland nachgegangen. Das Ergebnis fällt differenziert aus: Während Sauberkeit, Komfort und Service überwiegend überzeugen, bestehen bei Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Fahrgastinformation weiterhin erhebliche Mängel.

Die Tester waren Anfang des Jahres sowohl auf Fernstrecken als auch auf kürzeren ICE-Verbindungen unterwegs. Insgesamt sieht der ADAC Fortschritte bei Komfort und Service, zugleich aber weiterhin großen Handlungsbedarf im Bahnbetrieb.

Weniger als die Hälfte der Züge pünktlich

Von den 118 geplanten Zugfahrten fanden lediglich 104 tatsächlich statt. Davon erreichten nur 43 Züge ihr Ziel pünktlich – eine Quote von 41 Prozent. Dabei wertet die Deutsche Bahn Verspätungen von bis zu sechs Minuten noch als pünktlich.

Auch bei den Anschlüssen zeigt der Test deutliche Schwächen. Lediglich 44 Prozent der geplanten Umstiege konnten erfolgreich erreicht werden. Ursachen für Verspätungen und Zugausfälle waren überwiegend Signalstörungen, Baustellen und Personalmangel. Seltener führten außergewöhnliche Ereignisse wie starke Schneefälle oder Notarzteinsätze zu Einschränkungen.

Informationen nicht immer verlässlich

Kritisch bewertet der ADAC auch die Zuverlässigkeit der Fahrgastinformationen. Zwar informierte die App DB Navigator in den meisten Fällen frühzeitig über Fahrplanänderungen, die Angaben erwiesen sich jedoch nicht immer als zutreffend.

Nur bei rund zwei Dritteln der überprüften Fahrten entsprach die in der App angezeigte Abfahrtszeit der tatsächlichen Abfahrt. Bei 30 Prozent der Verbindungen starteten die Züge durchschnittlich 25 Minuten später als noch eine Stunde zuvor angekündigt. In vier Prozent der Fälle fuhr der ICE sogar früher ab als zuletzt in der App angegeben.

Komfort überzeugt im Test

Deutlich positiver fällt die Bewertung des Reisekomforts aus. 95 Prozent der überprüften Züge waren sauber, Klimaanlagen und Heizungen funktionierten zuverlässig. Auch das WLAN war während der Testfahrten in 94 Prozent der Fälle verfügbar und störungsfrei.

Das Bordbistro war bei 96 Prozent der Fahrten geöffnet und bot warme Speisen und Getränke an. Ebenso waren die Toiletten überwiegend nutzbar. Nach Einschätzung des ADAC zeigen sich hier bereits erste Auswirkungen des Anfang des Jahres gestarteten Sofortprogramms der Deutschen Bahn.

ADAC empfiehlt Zeitpuffer und App-Nutzung

Trotz ihrer Schwächen empfiehlt der ADAC Reisenden weiterhin die Nutzung der App DB Navigator, da derzeit keine vergleichbare Alternative zur Verfügung steht. Gleichzeitig sollten Fahrgäste die Informationen in der App regelmäßig mit den Bahnsteiganzeigen und Lautsprecherdurchsagen abgleichen.

Gerade bei Umstiegen rät der Automobilclub zu ausreichenden Zeitreserven. Außerdem sollte nach Möglichkeit nicht die letzte Verbindung des Tages gewählt werden, um bei Zugausfällen auf Alternativen ausweichen zu können.

Positiv bewertet der ADAC die Abwicklung von Entschädigungen. Rückerstattungen bei Verspätungen oder Zugausfällen funktionierten im Test zuverlässig und ließen sich bequem über das persönliche Kundenkonto in der Navigator-App beantragen.

ADAC fordert mehr Transparenz

Nach Ansicht des ADAC besteht bei der Deutschen Bahn weiterhin erheblicher Verbesserungsbedarf. Der Club fordert eine transparentere Pünktlichkeitsstatistik, in der auch Zugausfälle, vorzeitig beendete Fahrten und sämtliche Verspätungen ab der ersten Minute erfasst werden.

Darüber hinaus sollten reservierte Sitzplätze bei Zugausfällen oder geänderten Verbindungen automatisch auf Ersatzzüge übertragen werden. Ist dies nicht möglich, fordert der ADAC eine Aufhebung der Zugbindung oder eine angemessene Entschädigung für den Komfortverlust.

Bildnachweis: © ADAC


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