Tourexpi
Das Bürgernetzwerk Pro Rheintal fordert die Parteien und Politiker/innen der neuen Bundesregierung auf, sich nicht länger der übermächtigen Transportlobby zu unterwerfen, sondern endlich die Menschen vor den gesundheitlichen Auswirkungen von Verkehrslärm und Feinstaub zu schützen. Die derzeit in Europa geltenden Lärmgrenzwerte hätten keine medizinische Relevanz, sondern seien mit der Transportindustrie ausgehandelt worden. (Zitat Prof. Rainer Guski Ruhr-Universität Bochum: "Das sind politische Werte, keine medizinischen, die werden von Interessengruppen ausgehandelt"). Im Rheintal liegen die nächtlichen Lärmwerte „jenseits von Eden“ bei bis zu 110 dB und selbst die Mittelungspegel noch über 70 dB. Mittelungspegel von Schienenlärm machen medizinisch keinen Sinn. Die 100 dB eines vorbeifahrenden Güterzuges, die Menschen senkrecht im Bett stehen lassen, sind als Mittelungspegel nicht lauter als das Rauschen einer kilometerweit entfernten Autobahn.
Doch das ist längst nicht alles, was beim Lärmschutz schiefläuft. So spielt zum Beispiel die Vorbelastung durch den Lärm anderer Verkehrswege im Genehmigungsverfahren für den Neubau einer Straße oder einer Bahnstrecke keine Rolle. Wenn in der Nähe des Frankfurter Flughafens und der achtspurig ausgebauten Autobahn A5 eine neue Bahnstrecke gebaut werden soll, muss die Bahn dort nur die vorgeschriebenen Grenzwerte für Schienenwege einhalten. Die längst notwendige Gesamtbetrachtung des Lärms, unter dem die Menschen wirklich leiden, wird zwar immer wieder in Koalitionsverträgen erwähnt, aber bis heute nicht umgesetzt.
Man ist perplex, wenn man sieht, wie zum Beispiel die Anwohner in Weißenthurm oder Geisenheim in einer Tempo-30-Zone wohnen und gleich nebenan rauschen Güterzüge innerorts mit 100 km/h an ihnen vorbei. Für die bundeseigene Bahn gibt es keine Lärmbegrenzung, weder an Sonn- und Feiertagen noch nachts, noch in der Nähe von Krankenhäusern oder Schulen.
Gegen die Kritik von Bürgerinitiativen berufen sich Bund und Bahn immer wieder darauf, was sie schon alles „freiwillig“ unternommen haben, denn einen rechtlichen Anspruch auf Lärmschutz gibt es in den meisten Fällen nicht. Dass die meisten Maßnahmen nicht die erhoffte Wirkung zeigen und viel Geld ohne Nutzen verschwendet wird, scheint da weniger zu stören.
Solange der Lärm falsch und unvollständig berechnet wird und die Schutzmaßnahmen entsprechend und ebenfalls falsch berechnet werden, gibt es keinen wirksamen Schutz der Menschen. Das besonders störende Dröhnen, Rattern und Quietschen macht weder vor Lärmschutzwänden noch vor Schallschutzfenstern halt.
Was den Anspruch auf Lärmschutz betrifft, so sind sich die Politiker/innen inzwischen einig, dass die derzeitigen Regelungen nicht ausreichend sind. Die Lärmschutzkonferenz der Länder 2023 in Stuttgart hat dies noch einmal als Fazit festgehalten.
Pro Rheintal hält die derzeitigen Regelungen auch deshalb für unzureichend, weil sie von Fachleuten und Fachgremien nicht ausreichend kritisiert werden. Das Netzwerk hat sich bei der Deutschen Gesellschaft für Akustik darüber beschwert, dass diese in ihren Publikationen die Bundesregierung zitiert und schreibt, laute Güterzüge seien gesetzlich verboten. Das klingt so, als gäbe es keine lauten Güterwagen mehr. Doch was fehlt ist die Definition „lauter Güterwagen“ die zeigt, dass sich nichts daran geändert hat, dass schlechte Güterwagen auf schlechten Schienen nach wie vor brüllend laut sind. Leise Güterwagen sind heute definitionsgemäß solche ohne Graugussbremsklötze, was in keiner Weise garantiert, dass sie dadurch leise oder leiser sind.
Dies sind nur einige Beispiele aus einer fortlaufenden Geschichte, die das Bundes-Immissionsschutzgesetz seit 50 Jahren zu einem zahnlosen Tiger gemacht haben. Was hat der Lärmschutz im Bundesverkehrsministerium zu suchen, fragt man sich. Warum hat man nicht das Umwelt- und das Gesundheitsministerium damit beauftragt? Lärm sollte doch etwas mit der Gesundheit der Menschen zu tun haben. Schauen wir uns die Entwicklung der Gesundheitskosten an: In den letzten 30 Jahren sind sie von 156 Milliarden jährlich auf 500 Milliarden im Jahr 2022 gestiegen. Wie wäre es mit Prävention, um Krankheiten zu vermeiden? Statt die Menschen immer größeren Umweltbelastungen auszusetzen und zu warten, bis es zum Äußersten kommt?
So wie wir erkannt haben, dass marode Straßen, Brücken und Schienen den heutigen Belastungen nicht mehr standhalten, sollten wir auch auf die Menschen schauen und uns fragen, wie sie unter diesen Bedingungen leben und als gesunde Kinder aufwachsen sollen, die später die Zukunft gestalten und meistern?
Deutschland liegt bei der Lebenserwartung im westeuropäischen Vergleich auf dem letzten Platz. Es ist an der Zeit, im dicht besiedelten und von Verkehrswegen durchzogenen Deutschland auf die Menschen zu schauen, denn eine bessere Ressource haben wir nicht! Der Tag gegen Lärm fordert uns dazu auf.
Bildnachweis: © Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BfB) Max-Planck-Institut
Die meistgelesenen Nachrichten
Lesen Sie die Nachrichten

Premiere auf der boot Düsseldorf: Riverly präsentiert neue Hausbootmarke
Europas größter Anbieter für führerscheinfreien Hausbooturlaub zeigt erstmals Flagge – neue Pénichette Neo als Ausstellungsboot
Lesen Sie die Nachrichten

Mehr FUN in europäischen Gewässern: Carnival Legend startet Europa-Saison 2026
Transatlantik-Auftakt, Routen von Island bis Mittelmeer – Dover und Rom als Basishäfen
Lesen Sie die Nachrichten

Dorint eröffnet Parkhotel Jordanbad in Biberach an der Riß
Traditionsreiches Haus startet unter neuer Flagge – Dorint setzt auf behutsame Erneuerung und regionale Stärke
Lesen Sie die Nachrichten

Ryanair baut Sommerangebot 2026 in Deutschland deutlich aus
300.000 zusätzliche Sitzplätze und elf neue Strecken nach Steuersenkung und eingefrorenen Flugsicherungsgebühren
Lesen Sie die Nachrichten

Uçmakdere: Gleitschirmfliegen zwischen Meer und Wald
Wo sich an der nordwestlichen Küste der Türkei das Blau des Marmarameers mit den grünen Hängen des Ganos-Gebirges verbindet, liegt Uçmakdere – ein kleines Dorf, das sich in den vergangenen Jahren zu einem echten Hotspot für Gleitschirmfans en
Lesen Sie die Nachrichten

Trotz des Krieges: Zahl der Antalya-Urlauber aus der Ukraine zweistellig gewachsen
Mit einem Plus von 22,89 Prozent zählt die Ukraine 2025 zu den dynamischsten Wachstumsmärkten. Insgesamt erreichte Antalya ein neues Rekordniveau bei den internationalen Gästezahlen
Lesen Sie die Nachrichten

DERTOUR startet Winterprogramm für Städtereisen mit Preisvorteilen und Bahn-Special
Neuer digitaler Katalog bündelt City-Trips im Winter mit bis zu 33 Prozent Ermäßigung, Shows und nachhaltiger Anreise per Bahn
Lesen Sie die Nachrichten

Travelife Gold bestätigt Nachhaltigkeitsprofil des BANCAL Hotel & Spa auf La Gomera
Die international anerkannte Zertifizierung ergänzt weitere Auszeichnungen und stärkt die Position des Hauses als nachhaltiges Qualitätsprodukt auf den Kanarischen Inseln
Lesen Sie die Nachrichten

Sonnenfinsternis im August treibt Bootsnachfrage auf Mallorca und rückt Sicherheit in den Fokus
Das seltene Naturereignis am 12. August sorgt Monate im Voraus für hohe Buchungszahlen an Land und auf dem Wasser – Behörden und Branche mahnen zu umsichtigem Verhalten
Lesen Sie die Nachrichten

Dusit verzeichnet Rekordjahr bei Hotelverträgen und bereitet starke Eröffnungsphase 2026 vor
24 neue Hotelabschlüsse im Jahr 2025 markieren den stärksten Entwicklungserfolg der Unternehmensgeschichte. Die Projektpipeline wächst weltweit – von Asien über den Nahen Osten bis in ausgewählte Wachstumsmärkte
Lesen Sie die Nachrichten

Tobago: Hotspot für Birdwatching in der Karibik
Über 260 Vogelarten, geschützte Regenwälder und spektakuläre Seevogelkolonien prägen das Naturerlebnis der Insel
Lesen Sie die Nachrichten

Fünf Sprachen der Liebe: Valentinstag auf Aruba
Zum Valentinstag 2026 lädt die Karibikinsel dazu ein, Nähe, Achtsamkeit und Verbundenheit bewusst zu erleben
Lesen Sie die Nachrichten

The Moorings startet Yachtcharter in der türkischen Ägäis
Neue Basis in Fethiye erweitert das Mittelmeerportfolio ab Sommer 2026. Segel- und Motorkatamarane sind mit und ohne Skipper buchbar
Lesen Sie die Nachrichten

Meliá Hotels International plant neun neue Hotels auf Malta
Hotelgruppe kündigt umfassende Expansion für die kommenden drei Jahre an und stärkt Maltas Position im europäischen Luxussegment
Lesen Sie die Nachrichten

trendtours etabliert eigenen Außendienst für Reisebüros
Mit Thorsten Krechel verstärkt der Gruppenreisespezialist ab Februar 2026 den persönlichen Vertrieb und setzt auf mehr Nähe zum stationären Markt
Lesen Sie die Nachrichten

DTPS stellt Marketingkalender 2026 vor
Fünf Kampagnen und vielfältige Werbetools unterstützen Partnerbüros im neuen Reisejahr
Lesen Sie die Nachrichten

Akra Didim eröffnet internationalen Rackets Club an der Ägäis
Mit Tennis, Padel und Pickleball erweitert das neue Resort ab April 2026 sein Profil und setzt auf aktiven Qualitätsurlaub jenseits klassischer Animation
Lesen Sie die Nachrichten

Raus aus dem Winter, rein in die Sonne: Reiseziele mit alltours
Angenehme Temperaturen, kurze Flugzeiten und attraktive Preise machen spontane Auszeiten und die Osterferien jetzt planbar – von Europa bis Südostasien
Lesen Sie die Nachrichten

Neustart in Kuba: Falk Travel baut Angebot neu auf
Der Veranstalter öffnet Kuba als neue Destination mit geprüften Hotels, breiten Flugoptionen und persönlichem Service vor Ort
Lesen Sie die Nachrichten

Lufthansa erweitert Jubiläumsflotte um A320neo und A350 mit XXL-Kranich
Zwei weitere Flugzeuge tragen die 100-Jahre-Sonderlackierung. Die Boeing 787-9 startet als Jubiläumsbotschafterin in den Liniendienst
Lesen Sie die Nachrichten

Nova Scotia 2026: Gute Gründe für eine Reise an Kanadas Atlantik
Milde Sommer, kurze Flugzeiten und ein dichtes Kultur- und Naturangebot machen Nova Scotia 2026 zu einem der attraktivsten Reiseziele Nordamerikas