Antalya wird Gastgeber der Weltklimakonferenz COP31 - Wissen, was im Tourismus los ist!


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Türkei
Antalya wird Gastgeber der Weltklimakonferenz COP31
Vom 9. bis 20. November 2026 steht die türkische Tourismusmetropole im Mittelpunkt der internationalen Klimapolitik und präsentiert zugleich Konzepte für nachhaltigen Tourismus
Antalya wird Gastgeber der Weltklimakonferenz COP31

Die Türkei richtet vom 9. bis 20. November 2026 die 31. Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen (COP31) in Antalya aus. Erstmals übernimmt das Land den Vorsitz der Konferenz und ist zugleich deren Gastgeber. Im Antalya EXPO Centre werden Regierungsvertreter, Wissenschaftler, Wirtschaftsvertreter und Organisationen der Zivilgesellschaft aus nahezu 200 Ländern erwartet. Neben den internationalen Klimaverhandlungen bietet die Veranstaltung der Türkei Gelegenheit, ihre Bedeutung als Standort für Kongresse und Großveranstaltungen sowie ihre Initiativen für nachhaltigen Tourismus hervorzuheben.

Unter dem Leitmotiv „COP der Zukunft“ soll die Konferenz den Übergang von internationalen Klimazusagen zu konkreten Maßnahmen beschleunigen. Das Programm umfasst knapp 100 Tagesordnungspunkte, die zwölf thematischen Schwerpunkten zugeordnet sind. Sie reichen von Landwirtschaft und Ernährungssicherheit über Energie, Verkehr und Klimafinanzierung bis zu technologischen Innovationen und dem Schutz natürlicher Lebensräume. Neben den offiziellen Verhandlungen sind Ministertreffen, Wirtschaftsforen, wissenschaftliche Diskussionen und Veranstaltungen für Jugendorganisationen vorgesehen.

Für Antalya bedeutet die Ausrichtung der COP31 eine besondere internationale Aufmerksamkeit. Die Mittelmeermetropole zählt zu den wichtigsten Urlaubszielen der Türkei und verfügt zugleich über eine umfangreiche touristische Infrastruktur. Mit der Klimakonferenz rückt nun auch ihre Rolle als Veranstaltungsstandort in den Vordergrund. Für die türkische Tourismuswirtschaft ist insbesondere der 18. November von Bedeutung, wenn das Kultur- und Tourismusministerium gemeinsam mit der staatlichen Tourismusförderagentur TGA mehrere Veranstaltungen zur nachhaltigen Entwicklung der Branche organisiert.

Zwölf Themen prägen die Klimaverhandlungen

Die Konferenz beginnt am 9. November mit dem Schwerpunkt Ernährung, Landwirtschaft und Gesundheit. Am folgenden Tag stehen Energie und Verkehr im Mittelpunkt, darunter Fragen der Energiesicherheit, Elektrifizierung und des Ausbaus der Netzinfrastruktur.

Zu den wichtigsten politischen Veranstaltungen gehört der World Leaders Climate Action Summit am 11. und 12. November. Staats- und Regierungschefs sollen dort über die Umsetzung bestehender Klimaverpflichtungen und Möglichkeiten einer verstärkten internationalen Zusammenarbeit beraten.

Während des Gipfels werden auch die Themen Abfallvermeidung und Kreislaufwirtschaft sowie die Widerstandsfähigkeit von Städten und Gebäuden gegenüber den Folgen des Klimawandels behandelt.

Weitere Konferenztage widmen sich der Klimafinanzierung, dem internationalen Handel, Bildung und Qualifizierung, Wissenschaft und Industrie sowie dem Schutz von Ozeanen, Meeren und natürlichen Ökosystemen. Hinzu kommen gesellschaftliche Fragen und die internationale Zusammenarbeit bei der praktischen Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen.

Ein besonderer Programmpunkt trägt die türkische Bezeichnung „İmece“. Der Begriff beschreibt eine traditionelle Form gemeinschaftlicher Arbeit und steht im Konferenzprogramm für die Zusammenarbeit bei der Umsetzung internationaler Klimaziele.

Der letzte Konferenztag ist den abschließenden Verhandlungen vorbehalten.

Nachhaltiger Tourismus erhält eigene Veranstaltungen

Für die internationale Reisebranche ist insbesondere das Programm am 18. November relevant. An diesem Tag stellen das türkische Kultur- und Tourismusministerium und die Türkiye Tourism Promotion and Development Agency (TGA) Projekte und Strategien vor, mit denen die ökologischen Auswirkungen des Tourismus reduziert und Destinationen widerstandsfähiger gegenüber dem Klimawandel werden sollen.

Im offiziellen Verhandlungsbereich, der sogenannten Blue Zone, findet die Veranstaltung „Tourism Climate Solutions: Low-Carbon, Zero Waste and Climate-Resilient Destinations“ statt. Im Mittelpunkt stehen emissionsarme Tourismusmodelle, Abfallvermeidung und die Anpassung touristischer Regionen an klimatische Veränderungen.

Zum Auftakt sind Beiträge des stellvertretenden türkischen Kultur- und Tourismusministers Nadir Alpaslan und von Shijun Liu, Exekutivdirektor von UN Tourism, vorgesehen.

Anschließend soll das nationale Nachhaltigkeitsmodell der Türkei vorgestellt werden. Eine zentrale Rolle spielt dabei das türkische Programm für ökologisch und kulturell nachhaltigen Tourismus, das auf einer Kooperationsvereinbarung mit dem Global Sustainable Tourism Council (GSTC) basiert.

Das Programm verfolgt einen landesweiten Ansatz, der Nachhaltigkeitsstandards im Beherbergungssektor verankern und die Entwicklung touristischer Angebote stärker an ökologischen und sozialen Kriterien ausrichten soll.

Ergänzend sind in der öffentlich zugänglichen Green Zone vier Podiumsdiskussionen geplant. Internationale Fachleute beschäftigen sich mit der Transformation des Tourismus auf nationaler Ebene, nachhaltigen Investitionen, dem Schutz des kulturellen Erbes und der Rolle der Gastronomie. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit verschiedener Wirtschaftsbereiche bei der Entwicklung nachhaltiger Reiseangebote.

Antalya als internationaler Kongressstandort

Mit der Ausrichtung der COP31 erhält Antalya die Möglichkeit, sich einem internationalen Publikum nicht nur als klassische Urlaubsdestination, sondern auch als Standort für politische Gipfeltreffen und Großveranstaltungen zu präsentieren.

Für die türkische Tourismuswirtschaft verbindet sich damit die Chance, ihre Erfahrungen mit nachhaltiger Destinationsentwicklung in die internationale Diskussion einzubringen. Gleichzeitig rücken Fragen in den Vordergrund, die für zahlreiche Urlaubsregionen zunehmend relevant werden: der Umgang mit Wasser- und Energieverbrauch, die Anpassung touristischer Infrastruktur an extreme Wetterereignisse sowie die Verringerung von Emissionen im Reiseverkehr.

Die geplanten Veranstaltungen zum nachhaltigen Tourismus sollen diese Herausforderungen mit konkreten Lösungsansätzen aus der Praxis verbinden. Dabei geht es sowohl um die Entwicklung einzelner Hotels und touristischer Betriebe als auch um die langfristige Widerstandsfähigkeit ganzer Destinationen.

Mit der COP31 wird Antalya für knapp zwei Wochen zu einem Zentrum der internationalen Klimadiplomatie. Für die Tourismusbranche bietet insbesondere das Fachprogramm am 18. November Gelegenheit, die Rolle des Reisens beim Klimaschutz und bei der Anpassung an veränderte Umweltbedingungen auf internationaler Ebene zu diskutieren.

Bildnachweis: © TGA


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