USA: KI wird zum wichtigen Werkzeug bei der Reiseplanung - Wissen, was im Tourismus los ist!



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USA: KI wird zum wichtigen Werkzeug bei der Reiseplanung
Adobe misst im Juli 119 Prozent mehr KI-vermittelten Traffic auf US-Reisewebsites als im Vorjahr – zugleich bleiben große Teile der Angebote für Sprachmodelle nur eingeschränkt lesbar
USA: KI wird zum wichtigen Werkzeug bei der Reiseplanung

Künstliche Intelligenz verändert die Reiseplanung in den USA zunehmend vom Experiment zum regulären Bestandteil der Customer Journey. Statt Informationen auf zahlreichen Websites und Buchungsportalen selbst zusammenzutragen, lassen Reisende Sprachmodelle nach Reisezielen, Erlebnissen, Verkehrsmitteln oder konkreten Reiseverläufen suchen. Gebucht wird anschließend häufig weiterhin direkt auf den Websites der Anbieter.

Neue Daten von Adobe zeigen, wie schnell diese Entwicklung voranschreitet. Im Juli 2026 lag der von KI-Diensten auf US-Reisewebsites vermittelte Traffic 119 Prozent über dem Vorjahreswert. Gegenüber Oktober 2024, als Adobe mit der systematischen Beobachtung dieses Bereichs begann, beträgt das Plus sogar 1.822 Prozent.

Gleichzeitig zeigt die Untersuchung eine neue Herausforderung für Hotels, Fluggesellschaften, Kreuzfahrtanbieter und Autovermieter: Ein erheblicher Teil ihrer Website-Inhalte kann von großen Sprachmodellen nicht oder nur eingeschränkt erfasst werden.

KI dient vor allem der Recherche und Inspiration

Nach einer im Juli durchgeführten Adobe-Befragung von mehr als 5.000 US-Verbrauchern verwenden jeweils 43 Prozent der Befragten KI für Recherchen und zur Reiseinspiration. 41 Prozent nutzen die Systeme zur Planung der An- und Abreise beziehungsweise anderer Verkehrsmittel, 34 Prozent lassen sich bei der Erstellung konkreter Reiseverläufe unterstützen.

Die Erfahrungen fallen überwiegend positiv aus. 84 Prozent der Befragten, die KI für ihre Reiseplanung verwenden, erklärten, dass sich dadurch ihr Planungserlebnis verbessert habe.

Auch das Vertrauen in die Technologie ist hoch. 95 Prozent der Nutzer von KI-Werkzeugen halten deren Antworten laut Adobe für ebenso vertrauenswürdig wie Ergebnisse einer klassischen Suchmaschine.

KI-Traffic konvertiert inzwischen fast genauso gut

Besonders deutlich zeigt sich die Veränderung bei den tatsächlichen Buchungen. Noch im Juli 2025 lag die Conversion Rate von Besuchern, die über KI-Angebote auf Reisewebsites gelangten, 47 Prozent unter jener des übrigen Traffics. Ein Jahr später beträgt der Abstand nur noch ein Prozent.

Damit sind KI-vermittelte Besucher für Reiseunternehmen inzwischen annähernd ebenso wertvoll wie Nutzer aus etablierten Kanälen wie Suchmaschinenwerbung oder E-Mail.

Auch das Verhalten auf den Websites unterscheidet sich deutlich. Im Juli 2026 lag die Engagement Rate der über KI vermittelten Besucher auf US-Reisewebsites 21 Prozent über jener des übrigen Traffics. Ihre Besuche dauerten im Durchschnitt 67 Prozent länger, während die Absprungrate 42 Prozent niedriger ausfiel.

Die Zahlen deuten darauf hin, dass Reisende nach einer KI-gestützten Recherche häufig bereits mit konkreteren Vorstellungen auf der Website eines Anbieters eintreffen.

Fluggesellschaften haben die größten Sichtbarkeitslücken

Während Verbraucher immer häufiger Sprachmodelle für die Reiseplanung einsetzen, sind viele Websites noch nicht darauf vorbereitet. Adobe hat mit seinem AI Content Visibility Checker untersucht, welcher Anteil von Webseiten für Sprachmodelle maschinell erfassbar ist.

Bei den Startseiten von Hotels liegt der durchschnittliche Sichtbarkeitswert bei 71 Prozent. Bei Kreuzfahrtgesellschaften sind es 70 Prozent und bei Autovermietern 64 Prozent. Besonders deutlich fällt die Lücke bei Fluggesellschaften aus: Ihre Startseiten erreichen im Durchschnitt lediglich 42 Prozent.

Damit ist mehr als die Hälfte der dort angebotenen Information für Sprachmodelle nicht ohne Weiteres erfassbar.

Auf konkreten Angebotsseiten fallen die Ergebnisse etwas besser aus. Kreuzfahrtgesellschaften erreichen beispielsweise bei Seiten zu Routen und Schiffen durchschnittlich 76 Prozent. Autovermieter kommen bei ihren Fahrzeugangeboten auf 73 Prozent, Hotels bei einzelnen Häusern auf 68 Prozent und Fluggesellschaften bei Routen und Tarifen auf 59 Prozent.

Visuelle Websites stoßen bei Sprachmodellen an Grenzen

Die Ergebnisse zeigen ein strukturelles Problem der Reisebranche. Touristische Websites setzen traditionell stark auf Bilder, Videos und visuell aufwendig gestaltete Inhalte, um Emotionen zu wecken und Reiseziele zu präsentieren. Für Sprachmodelle sind jedoch klar strukturierte und detaillierte Textinformationen entscheidend.

Wenn Angaben zu Ausstattung, Preisen, Verfügbarkeiten, Reiseverläufen oder Leistungen nicht maschinell erfasst werden können, tauchen die entsprechenden Angebote möglicherweise auch nicht in den Antworten von KI-Systemen auf. Mit zunehmender Nutzung solcher Dienste kann daraus unmittelbar ein Wettbewerbsnachteil entstehen.

Auch im Onlinehandel wächst der KI-Traffic

Eine ähnliche Entwicklung beobachtet Adobe im US-Einzelhandel. Dort nahm der von KI-Angeboten vermittelte Website-Traffic im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um 62 Prozent zu. Seit Oktober 2024 beträgt das Wachstum 1.219 Prozent.

Anders als im Reisemarkt konvertiert KI-Traffic im Handel bereits deutlich besser als der übrige Traffic. Die Conversion Rate lag im Juli 60 Prozent höher und damit bereits den elften Monat in Folge über jener anderer Zugangswege.

Auch hier bleiben allerdings technische Lücken. Bei einer erweiterten Untersuchung im Juli waren durchschnittlich lediglich 61 Prozent der Inhalte auf den Startseiten amerikanischer Einzelhändler vollständig maschinell lesbar.

Sichtbarkeit in KI-Systemen wird zum Wettbewerbsfaktor

Die Adobe-Daten zeigen damit zwei parallele Entwicklungen: Verbraucher nutzen Sprachmodelle immer selbstverständlicher für die Vorbereitung konkreter Kauf- und Reiseentscheidungen, während zahlreiche Unternehmen ihre digitalen Inhalte noch nicht vollständig auf diese neue Form der Informationssuche ausgerichtet haben.

Für die Reisebranche gewinnt damit neben der klassischen Sichtbarkeit in Suchmaschinen eine weitere Ebene an Bedeutung. Entscheidend ist künftig nicht mehr allein, ob eine Website von Menschen und Suchmaschinen gefunden wird, sondern auch, ob Sprachmodelle ihre Inhalte verstehen und in ihren Antworten berücksichtigen können.

Bildnachweis: © KI-generierte Illustration


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