Brasilien startet in die beste Saison für große Naturerlebnisse - Wissen, was im Tourismus los ist!



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Brasilien startet in die beste Saison für große Naturerlebnisse
Buckelwale vor Bahia, Jaguare im Pantanal, gefüllte Lagunen in Maranhão und Süßwasserstrände am Amazonas prägen die Naturreise-Saison ab August
Brasilien startet in die beste Saison für große Naturerlebnisse

Während sich in Europa langsam der Herbst ankündigt, beginnt in mehreren Regionen Brasiliens eine besonders günstige Zeit für Naturreisen. Zum Ende des südamerikanischen Winters treffen unterschiedliche saisonale Phänomene zusammen: Buckelwale ziehen vor der Küste Bahias ihre Jungen groß, die Trockenzeit erleichtert im Pantanal die Tierbeobachtung, die Lagunen der Lençóis Maranhenses sind mit Wasser gefüllt und am Rio Tapajós treten mit sinkendem Pegel ausgedehnte Sandstrände hervor.

Vor allem August und September bieten damit gute Bedingungen für Reisende, die sich für Tierbeobachtung, Natur und Fotografie interessieren. Im Amazonasgebiet reicht die Saison der Süßwasserstrände sogar bis in den Dezember. Aufgrund der enormen Ausdehnung Brasiliens unterscheiden sich Landschaften, Klima und Tierwelt allerdings erheblich – entsprechend lassen sich auf einer längeren Reise sehr unterschiedliche Ökosysteme miteinander kombinieren.

„Eine Reise durch Brasilien heißt, eine Artenvielfalt zu entdecken, die in jeder Region andere Formen, Farben und Klänge annimmt. Diese Begegnung bringt Besucherinnen und Besucher der Natur näher und zeigt, dass ihr Kennenlernen auch ein Beitrag zu ihrem Schutz sein kann – zur Wertschätzung lokalen Wissens und zur Unterstützung der Gemeinschaften, die diese Gebiete bewahren“, sagt Bruno Reis, Präsident der brasilianischen Tourismusagentur Embratur.

Bahia erlebt den Höhepunkt der Walsaison

Jedes Jahr ziehen Buckelwale aus den kalten Gewässern nahe der Antarktis an die brasilianische Küste, um sich dort fortzupflanzen und ihre Kälber aufzuziehen. In Bahia erstreckt sich die Saison über mehrere Monate, besonders viele Sichtungen gibt es jedoch im August und September rund um den Meeresnationalpark Abrolhos, eines der wichtigsten Rückzugsgebiete der Art im Südatlantik.

Die sogenannte Costa das Baleias im äußersten Süden Bahias umfasst unter anderem Caravelas, Prado, Alcobaça, Nova Viçosa und Mucuri. Walbeobachtungsfahrten werden während der Saison außerdem von Salvador, Praia do Forte, Morro de São Paulo, Itacaré und Porto Seguro aus angeboten.

Die Ausfahrten ermöglichen die Beobachtung von Sprüngen, Flossenschlägen und mitunter auch der Gesänge der Tiere. Sie sollten ausschließlich mit lizenzierten Anbietern erfolgen, die die vorgeschriebenen Abstände und Regeln zur Annäherung einhalten.

Wichtigstes internationales Eingangstor ist der Flughafen Salvador. Von dort sind Weiterflüge nach Porto Seguro möglich. Zwischen dem Flughafen Porto Seguro und Caravelas, einem der wichtigsten Ausgangspunkte für Fahrten nach Abrolhos, liegen rund 261 Kilometer. Die Überfahrt zum Archipel dauert abhängig von Boot und Seegang etwa zweieinhalb bis fünf Stunden.

Trockenzeit macht das Pantanal zur Bühne der Tierwelt

Im Pantanal gehören August und September zu den interessantesten Monaten für Tierbeobachtungen. Mit sinkendem Wasserstand konzentrieren sich viele Tiere an den verbliebenen Flussläufen und Wasserstellen. Gleichzeitig wird die Vegetation lichter, wodurch sich die Chancen auf Sichtungen von Booten, Wegen und Safarifahrzeugen aus verbessern.

Zu den möglichen Beobachtungen zählen Jaguare, Kaimane, Capybaras, Riesenotter und Sumpfhirsche. Hinzu kommt die große Vogelvielfalt des Feuchtgebiets. Während in den Nestern Jungtiere schlüpfen, setzen blühende Ipê-Bäume rosa und violette Farbakzente in die trockener werdende Landschaft.

Das Pantanal erstreckt sich über Mato Grosso und Mato Grosso do Sul. Im Norden dient Cuiabá als wichtigstes Eingangstor für Reisen nach Poconé, Porto Jofre und Cáceres. Der südliche Teil wird vor allem über Campo Grande erreicht, von wo aus Reisende unter anderem nach Aquidauana, Miranda und Corumbá weiterfahren. Abhängig von der Lage einer Lodge können zusätzliche Strecken mit Geländefahrzeugen oder Booten erforderlich sein.

Lençóis Maranhenses zeigt seine Lagunen zwischen weißen Dünen

Eine völlig andere Landschaft erwartet Besucher im Nationalpark Lençóis Maranhenses. Zwischen kilometerweiten weißen Dünen bilden sich während der Regenzeit rund 36.000 Süßwasserlagunen. Als besonders günstige Reisezeit gelten gewöhnlich die Monate Juni bis September, wenn viele der Lagunen gefüllt sind.

Zu den wichtigsten Ausgangspunkten gehören Barreirinhas, Santo Amaro und Atins. Von dort führen genehmigte Routen zu den Lagunenfeldern. Wanderungen über die Dünen lassen sich mit Ausflügen zum Rio Preguiças und zu den Küstengemeinden verbinden.

Seit 2024 gehört der Nationalpark zum UNESCO-Weltnaturerbe. Die Landschaft verändert sich fortwährend durch das Zusammenspiel von Wind, Regen und Grundwasser. Besucher gelangen deshalb über ausgewiesene Routen und in der Regel mit akkreditierten Allradfahrzeugen sowie lokalen Guides in die Dünengebiete.

Internationales Eingangstor ist São Luís. Barreirinhas und Santo Amaro sind von dort über Land erreichbar, während Atins unter anderem per Boot ab Barreirinhas oder mit geeigneten Allradfahrzeugen erreicht werden kann.

Am Rio Tapajós beginnt die Saison der Süßwasserstrände

In Alter do Chão bei Santarém beginnt im August der sogenannte amazonische Sommer. Wenn der Wasserstand des Rio Tapajós sinkt, treten Sandbänke und kilometerlange Süßwasserstrände hervor. Diese saisonale Strandlandschaft bleibt üblicherweise bis Dezember bestehen.

Zu den bekanntesten Zielen gehört die Ilha do Amor unmittelbar gegenüber von Alter do Chão. Darüber hinaus lassen sich Aufenthalte mit Bootsfahrten auf Tapajós und Arapiuns, Besuchen von Seen und Flussgemeinden sowie geführten Wanderungen im Nationalforst Tapajós verbinden.

Wann die Strände erscheinen und welche Ausdehnung sie erreichen, hängt vom jährlichen Wasserzyklus ab. Gerade diese Veränderlichkeit gehört zum Naturerlebnis und macht sichtbar, wie stark das Leben im Amazonasgebiet vom Rhythmus der Flüsse bestimmt wird.

Alter do Chão liegt rund 38 Kilometer vom Flughafen Santarém entfernt. Santarém ist unter anderem per Inlandsflug von Belém erreichbar. Für weiter entfernte Strände, Waldgebiete und Flussgemeinden werden zusätzliche Bootsfahrten erforderlich.

Von den Buckelwalen im Atlantik bis zu den Sandstränden des Amazonas bietet Brasilien damit in den kommenden Monaten sehr unterschiedliche Naturerlebnisse. Wer mehrere Regionen miteinander verbindet, kann innerhalb einer Reise Meeresökosysteme, Feuchtgebiete, Dünenlandschaften und den Amazonasregenwald erleben.

Bildnachweis: © Agencia Para


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