Tourexpi
Die
Proteste gegen die Folgen des Massentourismus auf Mallorca zeigen sich
zunehmend auch außerhalb organisierter Demonstrationen. An mehreren Stellen der
Straße zwischen Estellencs und Andratx wurden neue deutschsprachige Parolen
angebracht. In der Nähe des Coll de Sa Gramola ist mehrfach der Satz „Mallorca
ist nicht Deutschland“ zu lesen.
Die
Wahl der Sprache ist auffällig. Während sich frühere Parolen wie „Tourist go
home“ allgemein gegen Besucher richteten, nimmt der neue Schriftzug
ausdrücklich einen der wichtigsten Herkunftsmärkte Mallorcas ins Visier.
Deutsche gehören seit Jahrzehnten zu den größten Besuchergruppen der
Baleareninsel, zugleich leben zahlreiche Deutsche dauerhaft oder zeitweise auf
Mallorca.
Parolen
an viel befahrener Strecke
Die
Schriftzüge befinden sich an einer der wichtigen Straßen durch die Serra de
Tramuntana. Die Strecke wird besonders während der Hochsaison stark von
Mietwagen, Reisebussen, Motorrädern und Radfahrern genutzt.
Nach
Angaben der mallorquinischen Zeitung „Última Hora“ wurden die Parolen sowohl
auf einem geraden Straßenabschnitt als auch im Bereich einer ansteigenden Kurve
angebracht. Der gleiche Satz erscheint dabei in unterschiedlichen Anordnungen.
Die
neuen Schriftzüge reihen sich in eine Vielzahl tourismuskritischer Botschaften
ein, die in den vergangenen Monaten auf Mallorca auf Straßen, Gebäuden,
Geschäften und anderen öffentlich sichtbaren Flächen aufgetaucht sind.
Proteste
gegen das Tourismusmodell halten an
Parallel
zu den Parolen haben in diesem Sommer erneut größere Demonstrationen gegen die
touristische Überlastung stattgefunden. Am 26. Juli gingen in Palma zahlreiche
Menschen auf die Straße, am 8. August folgte eine weitere Kundgebung in Sóller.
Im
Mittelpunkt der Proteste stehen das Ausmaß des Tourismus und dessen
Auswirkungen auf das Leben der einheimischen Bevölkerung. Die Diskussion reicht
von überfüllten Orten und Verkehrsproblemen bis zu den Folgen des
Ferienwohnungsmarktes und steigenden Wohnkosten.
Mit
den deutschsprachigen Parolen erhält die Debatte nun eine weitere Facette. Der
Satz „Mallorca ist nicht Deutschland“ richtet die Kritik nicht mehr nur
allgemein gegen den Massentourismus, sondern stellt ausdrücklich einen Bezug zu
deutschen Urlaubern und Bewohnern der Insel her.
Tourismuskritik
wird im öffentlichen Raum sichtbarer
Die
zunehmende Zahl solcher Botschaften zeigt zugleich, dass sich der Protest
längst nicht mehr auf angemeldete Kundgebungen beschränkt. Tourismuskritische
und teilweise ausdrücklich gegen Besucher gerichtete Parolen gehören in
verschiedenen Teilen Mallorcas inzwischen zum Straßenbild.
Die
neuen Schriftzüge in der Serra de Tramuntana machen diese Entwicklung besonders
sichtbar: Ausgerechnet entlang einer bei Urlaubern stark frequentierten Strecke
wird nun auf Deutsch vermittelt, dass Teile der Bevölkerung die touristische
Entwicklung der Insel zunehmend kritisch sehen.
Bildnachweis:
© KI-generierte Illustration
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