Mexiko stärkt Naturschutz und nachhaltigen Tourismus in Maya Ka’an - Wissen, was im Tourismus los ist!



International
Mexiko stärkt Naturschutz und nachhaltigen Tourismus in Maya Ka’an
Neues Projekt im Biosphärenreservat Sian Ka’an verbindet den Schutz bedrohter Arten mit neuen Perspektiven für Gemeinden und Naturtourismus
Mexiko stärkt Naturschutz und nachhaltigen Tourismus in Maya Ka’an

Im mexikanischen Bundesstaat Quintana Roo soll ein neues Naturschutzprojekt zeigen, wie sich die touristische Entwicklung an der Karibikküste stärker mit dem Schutz empfindlicher Ökosysteme verbinden lässt. Die TUI Care Foundation startet gemeinsam mit Amigos de Sian Ka’an und Pro Conservación Peninsular ein zweijähriges Programm im UNESCO-Biosphärenreservat Sian Ka’an und der angrenzenden Region Maya Ka’an.

Im Mittelpunkt stehen der Schutz von mehr als zehn bedrohten oder besonders geschützten Tierarten, die Renaturierung von Mangroven sowie die stärkere Einbindung lokaler Gemeinden in Naturschutz und Tourismus. Das Vorhaben richtet sich damit zugleich an einen wichtigen lateinamerikanischen Tourismuskorridor: Mehr als 90.000 Besucher kommen jährlich in die Region, um Natur, Tierwelt und Maya-Kultur zu erleben.

Tourismusboom erhöht den Druck auf Sian Ka’an

Quintana Roo gehört zu den wichtigsten Tourismusregionen Mexikos und der Karibik. Rund um Sian Ka’an trifft das Wachstum der Besucherwirtschaft jedoch auf einen außergewöhnlich sensiblen Naturraum. Neue Infrastruktur wie der Maya-Zug, der Flughafen Tulum und Straßenverbindungen verändert Lebensräume und erhöht den Druck auf die Ökosysteme.

Davon betroffen sind unter anderem Jaguare, Ozelote, Manatis, Meeresschildkröten und Krokodile. Hinzu kommen illegale Jagd und Fischerei sowie Schäden an Mangroven. Allein in El Playón gingen nach Angaben der Projektpartner infolge von Straßenbau mehr als 500 Hektar Mangrovenfläche verloren.

Für die Region stellt sich damit eine Frage, die zahlreiche Tourismusdestinationen Lateinamerikas betrifft: Wie lässt sich eine wachsende Besucherwirtschaft wirtschaftlich nutzen, ohne gerade jene natürlichen Ressourcen zu gefährden, auf denen ein erheblicher Teil ihrer touristischen Attraktivität beruht?

70 Hektar Mangroven werden renaturiert

TUI Wildlife Mexico setzt unter anderem bei der Wiederherstellung geschädigter Mangrovenökosysteme an. Gemeinsam mit Amigos de Sian Ka’an sollen 70 Hektar Mangrovenwald renaturiert werden. Dazu wird der natürliche Wasserhaushalt wiederhergestellt, außerdem sollen 10.000 Setzlinge der Roten Mangrove gepflanzt werden.

Die Arbeiten übernimmt ein speziell geschultes Team aus der Maya-Gemeinde Xhazil Sur. Damit verbindet das Projekt ökologische Maßnahmen unmittelbar mit Beschäftigung und Qualifizierung vor Ort.

Kamerafallen überwachen Jaguare und andere Wildtiere

An strategisch ausgewählten Standorten werden 19 Kamerafallen installiert. Sie sollen Daten zu mehr als zehn besonders schützenswerten Arten liefern. Neben Jaguaren und Ozeloten gehören dazu Manatis, Meeresschildkröten, Krokodile und Zugvögel.

Fünf lokale Genossenschaften werden darin geschult, Wildtiere zu beobachten, Arten zu bestimmen und die Ergebnisse systematisch zu erfassen. Die gewonnenen Daten sollen anschließend der mexikanischen Nationalen Kommission für Naturschutzgebiete zur Verfügung gestellt werden.

Gemeinden sollen stärker vom Naturtourismus profitieren

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der wirtschaftlichen Verbindung zwischen Naturschutz und Tourismus. Insgesamt sollen mehr als 400 Menschen aus sechs Gemeinden erreicht werden. Dazu gehören 150 Mitglieder von Tourismus- und Fischereigenossenschaften, die in nachhaltigen Tourismuspraktiken geschult werden. Weitere Umweltbildungsangebote richten sich an 250 Schüler.

Zehn lokale Arbeitsplätze sollen durch das Projekt geschaffen beziehungsweise gesichert werden. Gleichzeitig sollen die jährlich mehr als 90.000 Besucher der Region stärker für den Schutz der Tierwelt und ihrer Lebensräume sensibilisiert werden.

Damit reicht die Bedeutung des Projekts über den klassischen Artenschutz hinaus. Maya Ka’an soll als Beispiel dafür dienen, wie lateinamerikanische Destinationen wertvolle Ökosysteme, lokale Wertschöpfung und naturorientierte touristische Angebote miteinander verbinden können.

Bildnachweis: © KI-generierte Illustration mit Material von TUI


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