Mexiko setzt mit Weltkongress auf Wachstum im Sporttourismus - Wissen, was im Tourismus los ist!



International
Mexiko setzt mit Weltkongress auf Wachstum im Sporttourismus
520 Teilnehmer aus 30 Ländern kamen in Mexiko-Stadt zusammen – Sportreisen stehen bereits für zehn Prozent der touristischen Ausgaben im Land
Mexiko setzt mit Weltkongress auf Wachstum im Sporttourismus

Mexiko will seine Position im internationalen Sporttourismus ausbauen. Beim 4. Weltkongress für Sporttourismus von UN Tourism kamen vom 7. bis 9. September 2026 insgesamt 520 Vertreter aus 30 Ländern auf dem Autódromo Hermanos Rodríguez in Mexiko-Stadt zusammen. Erstmals wurde die internationale Veranstaltung auf dem amerikanischen Kontinent ausgerichtet.

Der Kongress traf auf einen Markt, der in Mexiko kräftig wächst. Nach Angaben des mexikanischen Tourismusministeriums reist inzwischen jeder zehnte internationale Besucher aufgrund einer sportlichen Aktivität oder Veranstaltung ins Land. Das Segment steht für zehn Prozent der touristischen Ausgaben und verzeichnet ein jährliches Wachstum von 28 Prozent.

30 Länder sorgen für Teilnehmerrekord

Mit Vertretern aus 30 Ländern erreichte die vierte Ausgabe des Kongresses einen neuen Rekord bei der Zahl der teilnehmenden Nationen. Vertreten waren zudem 18 Botschaften und fünf Minister beziehungsweise vergleichbare Regierungsvertreter. 25 internationale Panelteilnehmer beteiligten sich am fachlichen Programm.

Insgesamt standen während der drei Kongresstage 75 Konferenzen und Workshops auf dem Programm. Experten, Behördenvertreter, Sportler und Vertreter internationaler Organisationen beschäftigten sich unter anderem mit der Frage, wie Sportveranstaltungen touristisch genutzt, Infrastruktur gezielt ausgebaut und langfristige wirtschaftliche Effekte für Destinationen erzielt werden können.

Mexikos Tourismusministerin Josefina Rodríguez Zamora wertete die erstmalige Austragung des Kongresses auf dem amerikanischen Kontinent als Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen Behörden, Privatwirtschaft und internationalen Organisationen. Mexiko wolle internationale Erfahrungen nutzen, weitere Sportveranstaltungen gewinnen und deren wirtschaftliche Wirkung stärker in die Destinationen und Gemeinden tragen.

Jeder zehnte internationale Gast kommt wegen des Sports

Die Bedeutung des Segments lässt sich bereits an den Besucherzahlen ablesen. Jeder zehnte internationale Reisende, der Mexiko besucht, wird nach Angaben des Tourismusministeriums durch eine sportliche Aktivität oder einen Wettbewerb motiviert. Gleichzeitig entfallen zehn Prozent der touristischen Ausgaben im Land auf diesen Bereich.

2026 sollen in den 32 Bundesstaaten Mexikos insgesamt 295 Sportveranstaltungen stattfinden. Das Ministerium erwartet daraus mehr als 60.000 Übernachtungen. Sporttourismus soll damit nicht nur zusätzliche Besucher anziehen, sondern auch dazu beitragen, Reiseströme stärker über das Land zu verteilen und lokale Unternehmen an den Einnahmen zu beteiligen.

Auch weltweit hat das Segment inzwischen beträchtliches Gewicht. UN-Tourism-Generalsekretärin Shaikha Nasser Al Nowais bezifferte den Anteil des Sporttourismus am globalen Tourismusumsatz auf rund zehn Prozent. Das langfristige Potenzial großer Veranstaltungen liege insbesondere in neuen Unternehmen und Arbeitsplätzen, einer besseren Positionierung der Destinationen und einem dauerhaft verbesserten touristischen Angebot.

Mexiko-Stadt nutzt Erfahrung mit Großveranstaltungen

Als Gastgeber konnte Mexiko-Stadt auf bestehende Erfahrungen mit internationalen Sportereignissen zurückgreifen. Zu den etablierten Veranstaltungen der Hauptstadt gehören der Marathon von Mexiko-Stadt, der Formel-1-Grand-Prix und das Tennisturnier Mexico City Open.

Regierungschefin Clara Brugada Molina stellte während des Kongresses die Verbindung von Sport, Tourismus und wirtschaftlicher Entwicklung heraus. Die vorhandene sportliche, touristische und kulturelle Infrastruktur bilde eine Grundlage, um weitere internationale Veranstaltungen in die Hauptstadt zu holen.

Octavio de la Torre de Stéffano, Präsident von CONCANACO SERVYTUR México, richtete den Blick insbesondere auf die wirtschaftlichen Auswirkungen. Die Herausforderung bestehe nicht allein darin, Wettbewerbe auszurichten. Von den zusätzlichen Besuchern sollten auch Unternehmen, Familienbetriebe und Gemeinden in den jeweiligen Destinationen profitieren.

Kongressteilnehmer entdecken auch Mexiko-Stadt

Das Programm beschränkte sich nicht auf Vorträge und Workshops. Bei technischen Besuchen erhielten die internationalen Teilnehmer Einblicke in die touristische, kulturelle und sportliche Infrastruktur der mexikanischen Hauptstadt.

Zu den besuchten beziehungsweise für Besichtigungen vorgesehenen Orten gehörten ein Baseballstadion, das Schloss Chapultepec, das Nationalmuseum für Anthropologie und der Palacio de Bellas Artes. Damit diente der Weltkongress zugleich als Schaufenster für Mexiko-Stadt als internationale Veranstaltungs- und Reisedestination.

Für Mexiko war das Treffen damit mehr als eine dreitägige Branchenveranstaltung. Der Kongress sollte neue Impulse für die Gewinnung internationaler Sportereignisse liefern und zugleich zeigen, wie Sporttourismus zur Diversifizierung des touristischen Angebots und zur wirtschaftlichen Entwicklung unterschiedlicher Regionen beitragen kann.

Bildnachweis: © KI-generierte Illustration mit Material von SECTUR


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