Mallorca: Einzelhandel meldet trotz Tourismusboom bis zu 15 Prozent Umsatzminus - Wissen, was im Tourismus los ist!



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Mallorca: Einzelhandel meldet trotz Tourismusboom bis zu 15 Prozent Umsatzminus
AFEDECO sieht eine wachsende Lücke zwischen steigenden Besucherzahlen und den Einnahmen des lokalen Handels und fordert genauere Daten über die Verteilung der touristischen Ausgaben
Mallorca: Einzelhandel meldet trotz Tourismusboom bis zu 15 Prozent Umsatzminus

Mehr Touristen bedeuten auf Mallorca offenbar nicht automatisch mehr Umsatz für den Einzelhandel. Nach Angaben des balearischen Handelsverbandes AFEDECO verzeichnen Teile der Branche in diesem Sommer Umsatzrückgänge von zehn bis 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig steigt die Zahl der Urlauber auf der Insel weiter.

Für den Verband wirft diese Entwicklung eine zentrale Frage auf: Wo landet das Geld, das Urlauber auf Mallorca ausgeben? Steigende touristische Gesamtausgaben allein sagen nach Ansicht von AFEDECO wenig darüber aus, wie stark einzelne Wirtschaftsbereiche tatsächlich vom Tourismus profitieren.

Touristische Ausgaben erreichen den Handel nicht automatisch

„Mehr Tourismus bedeutet nicht mehr Umsatz“, fasst der Verband die Situation zusammen. Pedro Miró, Vizepräsident von AFEDECO, sieht deshalb Anlass, das veränderte Konsumverhalten der Urlauber genauer zu untersuchen.

„Dass die Zahl der Touristen oder sogar die Gesamtausgaben steigen, bedeutet nicht automatisch, dass dieses Geld beim Handel ankommt. Es kommt darauf an, wie viel ausgegeben wird, aber auch darauf, wo es ausgegeben wird“, sagt Miró.

Eine mögliche Erklärung sieht der Verband in den gestiegenen Kosten für Flüge und Unterkünfte. Sie könnten bereits vor oder zu Beginn des Aufenthalts einen größeren Anteil des Reisebudgets beanspruchen und damit den finanziellen Spielraum für Einkäufe vor Ort reduzieren.

Restaurants, Freizeit und Verkehr konkurrieren um das Reisebudget

AFEDECO verweist außerdem auf eine mögliche Verschiebung der Ausgaben innerhalb des Urlaubsortes. Restaurants, Freizeitangebote und Verkehr könnten einen größeren Anteil der Budgets auf sich ziehen, während weniger Geld im klassischen Einzelhandel ausgegeben wird.

Ob es sich dabei lediglich um eine Besonderheit der laufenden Saison oder um einen strukturellen Wandel im Konsumverhalten handelt, lässt sich nach Einschätzung des Verbandes bislang nicht ausreichend beurteilen. Dafür fehlten detaillierte Daten über die Verteilung der touristischen Ausgaben.

AFEDECO fordert neue Indikatoren

Der Handelsverband verlangt deshalb spezifische Kennzahlen, mit denen nachvollzogen werden kann, welcher Anteil der touristischen Ausgaben tatsächlich in den einzelnen Wirtschaftsbereichen ankommt und wie sich insbesondere die Einnahmen des lokalen Handels entwickeln.

„Wir müssen wissen, welcher Teil jedes touristischen Euros tatsächlich in unseren Einkaufsstraßen landet“, erklärt Miró. Eine solche Analyse könne dazu beitragen, die tatsächlichen wirtschaftlichen Auswirkungen des Tourismus auf den Balearen genauer zu erfassen.

Besucherzahlen allein reichen als Erfolgsmaßstab nicht aus

AFEDECO betont, dass es nicht darum gehe, Handel und Tourismus gegeneinander auszuspielen. Vielmehr müsse genauer untersucht werden, wie beide Bereiche voneinander profitieren können.

Für die Händler verschärft sich die Situation zusätzlich durch steigende Arbeits-, Energie- und Mietkosten. Nach Auffassung des Verbandes sollte der Erfolg einer Tourismussaison deshalb nicht allein anhand von Besucherzahlen und Auslastung bewertet werden. Entscheidend sei auch, wie viel wirtschaftliche Aktivität tatsächlich bei den Unternehmen vor Ort und insbesondere im lokalen Einzelhandel ankommt.

Die Entwicklung auf Mallorca macht damit ein grundsätzliches Problem stark besuchter Reiseziele sichtbar: Ein touristisches Rekordniveau kann mit einer schwachen Geschäftsentwicklung einzelner Branchen einhergehen, wenn sich die Ausgaben der Urlauber anders verteilen als in der Vergangenheit.

Quelle: https://www.tourinews.es/empresas-turismo/afedeco-alerta-comercio-mallorca-registra-caidas-15-por-ciento-pese-buen-ritmo-turismo_4494202_102.html

Bildnachweis: © KI-generierte Illustration


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