Kanaren: Deutsche Nachfrage sinkt, Ägypten gewinnt im Winter - Wissen, was im Tourismus los ist!



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Kanaren: Deutsche Nachfrage sinkt, Ägypten gewinnt im Winter
Anex registriert auf drei Kanareninseln Rückgänge von 5 bis 9 Prozent und sieht steigende Hotel- und Flugpreise als Belastung für die Wettbewerbsfähigkeit
Kanaren: Deutsche Nachfrage sinkt, Ägypten gewinnt im Winter

Die Kanarischen Inseln starten mit schwierigeren Vorzeichen in ihre wichtigste Reisesaison. Nach Angaben von Anex Tour ist die Nachfrage aus Deutschland im Sommer 2026 auf Teneriffa, Gran Canaria und Fuerteventura je nach Insel um 5 bis 9 Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig entwickelt sich Ägypten für den kommenden Winter ausgesprochen stark.

Melen Ulutürk, Geschäftsführer von Anex Tour in Spanien, sieht vor allem die Preisentwicklung als Ursache. Sowohl Hotels als auch Flüge auf die Kanaren seien teurer geworden. Dadurch verschiebe sich das Verhältnis zu konkurrierenden Winterzielen, während die Kunden ihre Entscheidungen zugleich immer später treffen.

Deutsche Nachfrage auf den Kanaren gibt nach

Besonders bemerkenswert ist für Anex die Entwicklung des deutschen Marktes. „In Teneriffa, Gran Canaria und Fuerteventura hat der deutsche Markt einen Rückgang von 5 bis 9 Prozent, je nach Insel. Das ist zumindest seit 2011 noch nie passiert“, erklärt Ulutürk.

Die Entwicklung könnte auch Folgen für die Flugkapazitäten haben. Airlines könnten Verbindungen kurzfristig an die Nachfrage anpassen und Flugzeuge auf besser laufende Strecken verlagern. „Wenn sich die Kanaren nicht verkaufen, streichen sie ein paar Flüge und setzen sie nach Ägypten oder Tunesien ein“, sagt Ulutürk.

Damit gewinnen aus Sicht des Veranstalters wettbewerbsfähige Hotelpreise zusätzlich an Bedeutung. Bleibt die Nachfrage im September schwach, rechnet Anex mit verstärkten Verkaufsaktionen der kanarischen Hotellerie.

Mallorca hält sich dank später Buchungen

Auf Mallorca verlief der Sommer stabiler. Anex hatte zunächst mit einem Rückgang von 4 bis 5 Prozent gerechnet, tatsächlich bewegte sich das Geschäft jedoch ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres.

Auffällig war dabei der ungewöhnlich späte Buchungseingang. Selbst im August standen noch vergleichsweise viele Hotelkapazitäten zur Verfügung. „Es ist das erste Mal, dass wir diesen Sommer im August mehr Verfügbarkeit hatten als je zuvor“, berichtet Ulutürk. „Der August hat sich am Ende verkauft, aber sehr spät.“

Für Reiseveranstalter und Hotels wird damit die kurzfristige Nachfrage immer wichtiger. Kapazitäten, die früher lange vor der Hauptreisezeit ausgebucht waren, bleiben inzwischen teilweise bis kurz vor Reisebeginn verfügbar.

Ägypten wird zum starken Winterkonkurrenten

Den größten Wettbewerbsdruck für die Kanaren sieht Anex derzeit in Ägypten. Die Buchungen für den kommenden Winter entwickeln sich nach Angaben des Veranstalters außergewöhnlich stark. Insbesondere die Urlaubsregionen am Roten Meer sprechen im deutschen Markt ähnliche Zielgruppen an wie die Kanaren.

„Der große Rivale der Kanaren ist im Winter Ägypten“, sagt Ulutürk. Dabei gehe es längst nicht mehr allein um niedrigere Preise. „Ägypten hat sich enorm verbessert. Es hat seine Dienstleistungen verbessert, seine Hotels verbessert und seine Flughäfen verbessert.“

Auch die verbreitete Erklärung, Ägypten sei schlicht besonders günstig, greift für den Anex-Manager zu kurz. „Es heißt immer direkt: ‚Ägypten ist sehr billig.‘ Nein. Wir sind sehr teuer geworden. Man muss es von dieser Seite betrachten.“

Anex verdoppelt Mallorca-Kapazität für 2027

Trotz der aktuellen Schwäche auf den Kanaren will Anex sein Spanien-Geschäft ausbauen. Für den Sommer 2027 plant die Muttergesellschaft von Neckermann, die Kapazitäten nach Mallorca mit Eurowings und Condor zu verdoppeln und damit ihren Marktanteil in Deutschland zu erhöhen.

Auch der Reisevertrieb soll stärker auf Spanien ausgerichtet werden. Ab dem 1. November erhöht Anex die Provision für Spanien-Buchungen gegenüber anderen Zielgebieten um einen Prozentpunkt. Gleichzeitig sollen die Provisionen für die Türkei sinken.

„Früher hatten wir für alle Reiseziele die gleichen Provisionen. In der Türkei werden wir die Provisionen senken und in Spanien um 1 Prozent erhöhen“, erklärt Ulutürk.

Begleitet werden soll die Vertriebsstrategie durch zusätzliche Marketingmaßnahmen im deutschen Markt und Roadshows unter Beteiligung spanischer Hotels. Damit setzt Anex weiter auf Spanien, sieht insbesondere die Kanaren aber unter Druck, ihre Position gegenüber preislich und qualitativ erstarkten Wettbewerbern im Wintergeschäft zu behaupten.

Bildnachweis: © KI-generierte Illustration mit Material von Anex


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