Gambia: Ninki-Nanka-Legende soll Tourismus im Landesinneren stärken - Wissen, was im Tourismus los ist!



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Gambia: Ninki-Nanka-Legende soll Tourismus im Landesinneren stärken
Dreijähriges Projekt verbindet traditionelles Geschichtenerzählen und Kunsthandwerk mit neuen touristischen Angeboten entlang des Gambia-Flusses
Gambia: Ninki-Nanka-Legende soll Tourismus im Landesinneren stärken

Ein mystischer Drache, der in den Nebenflüssen des Gambia leben soll, gehört seit Generationen zur Überlieferung des westafrikanischen Landes. Geschichten, Lieder und Traditionen ranken sich um den Ninki Nanka. Doch gerade unter jüngeren Gambiern droht dieses kulturelle Erbe zunehmend in Vergessenheit zu geraten. Die TUI Care Foundation und die Ninki Nanka Encounters Foundation wollen die Überlieferungen nun bewahren und zugleich neue wirtschaftliche Perspektiven für Gemeinden entlang des Flusses schaffen.

Das auf drei Jahre angelegte Projekt „TUI Colourful Cultures Gambia“ verbindet die Pflege des immateriellen Kulturerbes mit der Entwicklung touristischer Angebote. Im Mittelpunkt stehen Geschichtenerzählen, darstellende Kunst und lokales Kunsthandwerk. Mehr als 500 Menschen sollen unmittelbar von dem Vorhaben profitieren, weitere 12.000 Gemeindemitglieder entlang des Ninki-Nanka-Trails werden einbezogen.

Tourismus konzentriert sich bislang auf die Küste

Der Tourismus erwirtschaftet nach Angaben der TUI Care Foundation rund 15 Prozent des gambischen Bruttoinlandsprodukts. Ein großer Teil der Einnahmen entsteht jedoch in den Küstenregionen mit ihren klassischen Strandangeboten. Gemeinden im Landesinneren profitieren davon bislang deutlich weniger.

Der nationale Entwicklungsplan setzt deshalb unter anderem auf kulturorientierte Reiseerlebnisse, die Besucher auch in andere Regionen des Landes führen können. Die landesweit bekannte Legende des Ninki Nanka bietet dafür einen Ansatzpunkt. Bislang fehlen lokalen Akteuren jedoch häufig das notwendige Know-how und der Zugang zum touristischen Markt, um aus den Überlieferungen tragfähige Angebote zu entwickeln.

Neues Ninki-Nanka-Zentrum in Kotu

Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist der Aufbau eines Ninki-Nanka-Zentrums in Kotu. Vorgesehen sind ein Geschäft für lokal produziertes Kunsthandwerk, Schulungsräume, Unterkünfte und ein Veranstaltungsbereich.

Das Zentrum soll zugleich als Ausgangspunkt für die Weiterentwicklung des Ninki-Nanka-Trails dienen. Lokale Unternehmer erhalten dort technische Unterstützung, Mentoring und Zugang zu Absatzmöglichkeiten.

Parallel dazu sind Schulungen in traditionellem Geschichtenerzählen, darstellender Kunst und der Gestaltung touristischer Erlebnisse geplant. Für die Routen entlang des Gambia-Flusses sollen Aufführungen sowie Musik- und Theaterproduktionen entstehen. Bis zu zehn einheimische Autoren von Reiseliteratur werden gezielt unterstützt.

Geschichten für das Nationalarchiv und ein Kinderbuch

Das Projekt soll die mündlich überlieferten Geschichten über den Ninki Nanka nicht nur touristisch nutzen, sondern auch dauerhaft dokumentieren. Die gesammelten Erzählungen werden dem gambischen Nationalarchiv zur Verfügung gestellt.

Auch Wettbewerbe sollen dazu beitragen, die alten Geschichten neu zu interpretieren und insbesondere jüngere Generationen für das kulturelle Erbe zu interessieren. Für Kinder ist ein Bilderbuch vorgesehen, das auf den zusammengetragenen Ninki-Nanka-Erzählungen basiert.

Beim Kunsthandwerk sollen charakteristische Motive rund um den sagenhaften Drachen entwickelt werden. Die daraus entstehenden lokalen Produkte werden über unterschiedliche Vertriebskanäle angeboten. Die Erlöse sollen wieder in die Projektaktivitäten fließen.

Sechs neue Erlebnisse für internationale Besucher

Geplant sind außerdem sechs touristische Erlebnisse, die Workshops mit traditionellem Geschichtenerzählen verbinden. Damit sollen jährlich rund 1.350 internationale Besucher erreicht werden.

Direkt profitieren sollen mehr als 500 Menschen, darunter Mitglieder von Kultur- und Frauengruppen, Künstler, Kunsthandwerker und Reiseleiter. Darüber hinaus werden rund 12.000 Einwohner der Gemeinden entlang des Ninki-Nanka-Trails in das Vorhaben einbezogen.

Langfristig soll auch eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit entstehen. Sie könnte die Grundlage dafür schaffen, das Ninki-Nanka-Konzept über Gambia hinaus regional weiterzuentwickeln.

„TUI Colourful Cultures Gambia“ gehört zum internationalen Programm „TUI Colourful Cultures“, mit dem kulturelles Erbe erhalten und kreative Gemeinschaften in Tourismusdestinationen unterstützt werden.

Bildnachweis: © KI-generierte Illustration mit Material von TUI


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