Tourexpi
Barbuda
steht vor einem deutlichen Ausbau seines touristischen Angebots, geht dabei
jedoch einen anderen Weg als viele klassische Karibikdestinationen. Neue
Resorts verteilen vergleichsweise wenige Wohneinheiten auf großen Flächen,
eigene Farmen und Versorgungssysteme sollen die Abhängigkeit von Importen
reduzieren, und ein erheblicher Teil der wirtschaftlichen Effekte soll auf der
Insel bleiben.
Den
Rahmen dafür verändert auch die bessere internationale Erreichbarkeit. Seit
Herbst 2024 verfügt Barbuda über einen Flughafen, der größere Flugzeuge
aufnehmen kann und Nachtlandungen ermöglicht. Parallel entstehen neue
Unterkünfte vom kleinen Cottage bis zum Luxusresort.
Neuer
Flughafen bringt mehr internationale Flüge
Der
Burton-Nibbs International Airport markiert einen wichtigen Schritt für die
touristische Entwicklung der Insel. Mehr als 200 internationale Flüge wurden
dort 2025 registriert. Für 2026 werden bereits über 300 erwartet.
Damit
wird Barbuda zunehmend direkt erreichbar und ist weniger von den bisherigen
Verkehrsverbindungen über die Nachbarinsel Antigua abhängig. Die wachsenden
Flugzahlen zeigen, dass die neue Infrastruktur bereits angenommen wird.
Nobu
und Rosewood planen mit geringer Bebauungsdichte
Zu
den größten neuen Projekten gehört das Nobu Beach Inn, dessen Fertigstellung
für Ende 2026 vorgesehen ist. Auf einer Fläche von 1,6 Quadratkilometern
entlang von 3,2 Kilometern Küste sollen lediglich 17 Villen und 25 Residenzen
entstehen. Das Areal ist damit größer als der Londoner Hyde Park.
Zum
Konzept gehören eine eigene Farm und Baumschule sowie Systeme zur Wasser-,
Energie- und Abwasserversorgung. Vorgesehen sind erneuerbare Energien, die
Aufbereitung von Brauchwasser und die Entsalzung von Meerwasser.
Besondere
Aufmerksamkeit gilt dem Princess Diana Beach. Der Küstenabschnitt dient
Meeresschildkröten als Nistgebiet und soll entsprechend in die Planung des
Resorts einbezogen werden.
Auch
Rosewood setzt bei seinem für 2028 angekündigten Resort auf eine niedrige
Bebauungsdichte. Geplant sind 50 Suiten und Residenzen. Eine Bio-Farm und
Unterkünfte für Mitarbeiter gehören ebenfalls zum Konzept. Der öffentliche
Zugang zum Strand soll erhalten bleiben.
Kleine
Häuser prägen das bestehende Angebot
Die
neuen Luxusprojekte treffen auf eine touristische Struktur, die bislang stark
von kleinen Unterkünften geprägt wird. Das Barbuda Belle verfügt beispielsweise
lediglich über acht Zimmer.
Die
Barbuda Cottages setzen bereits seit 2008 vollständig auf Solarenergie und
verbinden die Unterkünfte mit lokaler Gastronomie. Rund um Codrington ergänzen
kleine Guesthouses und Cottages wie Bus Stop Guesthouse, Gerald’s Guest House,
Indigo Cottages und The Island Chalet das Angebot.
Damit
entsteht auf der Insel ein Nebeneinander aus kleinen, individuell geführten
Häusern und neuen Resorts, die trotz größerer Gesamtflächen vergleichsweise
wenige Unterkunftseinheiten vorsehen.
Barbuda
Ocean Club schafft Hunderte Arbeitsplätze
Welche
wirtschaftlichen Auswirkungen größere Investitionen auf Barbuda haben können,
zeigt bereits der seit 2020 schrittweise entwickelte Barbuda Ocean Club an der
Westküste.
Für
2026 rechnen die Behörden dort mit 800 Arbeitsplätzen. Mehr als 80 Prozent
davon sollen von Einwohnern Barbudas besetzt werden. Nach Angaben der Regierung
fließen inzwischen zudem jährlich mehr als fünf Millionen Ostkaribische Dollar
an Steuereinnahmen an den Barbuda Council.
Neben
den wirtschaftlichen Effekten sind Umweltmaßnahmen Bestandteil des Projekts.
Rund zwölf Hektar Feuchtgebiete und Mangroven werden geschützt, Schildkröten-
und Vogelbestände überwacht. Darüber hinaus soll ein künstliches Riffsystem
erweitert werden, außerdem ist eine Recyclinganlage geplant.
Mehr
Kapazität ohne flächendeckende Bebauung
Mit
den neuen Projekten wird sich das touristische Angebot Barbudas in den
kommenden Jahren deutlich verändern. Die Zahl hochwertiger Unterkünfte steigt,
die internationale Erreichbarkeit verbessert sich und neue Arbeitsplätze
entstehen.
Kennzeichnend
für die bisher vorgestellten Projekte bleibt zugleich ein vergleichsweise
großzügiger Umgang mit Fläche: Statt möglichst vieler Zimmer auf engem Raum
entstehen Anlagen mit niedriger Bebauungsdichte, eigenen Versorgungssystemen
und Maßnahmen zum Schutz empfindlicher Küsten- und Naturräume. Entscheidend für
die weitere Entwicklung wird sein, wie dauerhaft es gelingt, das touristische
Wachstum mit lokaler Wertschöpfung und dem besonderen Landschaftscharakter der
Insel zu verbinden.
Bildnachweis:
© Antigua & Barbuda Tourism Authority
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