Urlaub weckt bei drei Vierteln der Deutschen den Wunsch nach Veränderung - Wissen, was im Tourismus los ist!



Deutschland
Urlaub weckt bei drei Vierteln der Deutschen den Wunsch nach Veränderung
HolidayCheck-Studie zeigt starke Veränderungsimpulse nach Reisen, doch nur zwölf Prozent setzen ihre Urlaubsvorsätze vollständig um
Urlaub weckt bei drei Vierteln der Deutschen den Wunsch nach Veränderung

Eine Reise schafft Abstand vom Alltag – und offenbar häufig auch einen neuen Blick auf das eigene Leben. 75 Prozent der Deutschen verspüren nach einer Reise einen starken oder sehr starken Wunsch, etwas zu verändern. Noch deutlicher fällt dieser Effekt bei jüngeren Reisenden aus. Gleichzeitig zeigt eine repräsentative Befragung von HolidayCheck, wie schnell viele Vorsätze nach der Rückkehr mit vertrauten Routinen kollidieren.

Insgesamt fassen 86 Prozent der Befragten während einer Reise konkrete Vorsätze für die Zeit danach. Besonders häufig geht es darum, sich künftig öfter eine Auszeit zu nehmen, mehr Ruhe in den Alltag zu bringen oder mehr Zeit für sich selbst einzuplanen.

Besonders junge Reisende wollen etwas verändern

Bei den 16- bis 29-Jährigen, die während einer Reise Vorsätze entwickeln, bezeichnen 85 Prozent ihren Veränderungswunsch als stark oder sehr stark. Damit liegt der Anteil zehn Prozentpunkte über dem Gesamtdurchschnitt.

„Reisen schafft Abstand – und damit den Raum, das eigene Leben aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Dass dieser Effekt besonders bei jungen Menschen so stark ausgeprägt ist, ist logisch: Wer noch dabei ist, sein Leben zu gestalten, nutzt die Unterbrechung des Alltags besonders intensiv zur Reflexion“, erklärt Nina Hammer, Reiseexpertin bei HolidayCheck.

Reisepsychologin Barbara Horvatits-Ebner sieht einen wesentlichen Grund dafür in der Unterbrechung gewohnter Abläufe. „Die physische und mentale Distanz von Routinen lässt uns freier denken und genau das ist der Nährboden für Vorsätze“, sagt sie.

Nur zwölf Prozent setzen alle Vorsätze um

Zwischen dem Wunsch nach Veränderung und seiner Umsetzung besteht allerdings eine deutliche Lücke. Lediglich zwölf Prozent der Befragten schaffen es, sämtliche während oder nach dem Urlaub gefassten Vorsätze tatsächlich zu verwirklichen.

Horvatits-Ebner sieht darin einen normalen psychologischen Mechanismus. „Zurück im Alltag schaltet das Gehirn auf Autopiloten und greift auf vertraute Routinen zurück. Das ist eine evolutionär sinnvolle Energiesparmaßnahme, die es aber schwer macht, echte Veränderungen zu verankern.“

Um die Chancen auf dauerhafte Veränderungen zu erhöhen, empfiehlt die Psychologin, große Vorhaben in kleine und realistische Schritte zu zerlegen und schriftlich festzuhalten. Auch die Kommunikation der Ziele im persönlichen Umfeld könne die Verbindlichkeit erhöhen. Termine und Deadlines helfen dabei, aus Absichten konkrete Handlungen zu machen. Neue Verhaltensweisen lassen sich zudem leichter etablieren, wenn sie mit bereits bestehenden Routinen verbunden werden. Rückschläge sollten dabei von Anfang an als möglicher Teil des Veränderungsprozesses einkalkuliert werden.

Auch die Rückkehr kann belasten

Der Übergang vom Urlaub in den Alltag fällt nicht jedem leicht. 28 Prozent der Befragten hätten sich nach ihrer Reise mehr Zeit gewünscht, um wieder im Alltag anzukommen. 23 Prozent empfanden ihr gewohntes Leben unmittelbar nach der Rückkehr sogar als anstrengender.

Dennoch bleibt bei fast allen Reisenden zumindest vorübergehend etwas vom Urlaub zurück. 95 Prozent berichten von positiven Effekten nach ihrer Heimkehr. 38 Prozent fühlen sich zunächst energiegeladener, 34 Prozent erleben mehr innere Ruhe und 33 Prozent eine bessere Stimmung.

Positive Urlaubseffekte halten meist einige Wochen

Diese Wirkungen sind allerdings häufig zeitlich begrenzt. Nach zwei bis drei Wochen setzt vielfach der sogenannte Fade-Out-Effekt ein, bei dem die positiven Auswirkungen einer Reise allmählich nachlassen.

An der grundsätzlichen Bedeutung des Reisens ändert das wenig. 82 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass Reisen ihrer Gesundheit guttut. Für 78 Prozent ist es ein wichtiger Bestandteil ihrer Lebensqualität.

Die Ergebnisse beruhen auf einer bevölkerungsrepräsentativen Online-Befragung von Media Market Insights in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut KANTAR. Befragt wurden 1.003 Personen zwischen 16 und 69 Jahren im Zeitraum vom 24. Februar bis 5. März 2026.

Bildnachweis: © KI-generierte Illustration


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