Risk Map 2027: Deutschland verliert niedrigste Sicherheitsstufe - Wissen, was im Tourismus los ist!


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Deutschland
Risk Map 2027: Deutschland verliert niedrigste Sicherheitsstufe
Safeture und Riskline stufen Deutschland erstmals höher ein – auch mehrere Golfstaaten verzeichnen deutlich gestiegene Risiken, während die Schweiz zu den sichersten Reiseländern zählt
Risk Map 2027: Deutschland verliert niedrigste Sicherheitsstufe

Deutschland gehört nach der neuen Risk Map 2027 nicht mehr zur Gruppe der Länder mit dem weltweit niedrigsten Sicherheitsrisiko. Die Sicherheitsspezialisten Safeture und Riskline haben die Bundesrepublik von der Kategorie „Vernachlässigbares Risiko“ auf „Geringes Risiko“ heraufgestuft. Ausschlaggebend sind nach Einschätzung der Analysten zunehmende innenpolitische Spannungen und eine stärkere politische Polarisierung. Für Reisende bleibt Deutschland dennoch ein weitgehend sicheres Ziel, denn die neue Einstufung entspricht weiterhin der zweitniedrigsten von fünf Risikokategorien.

Die jährlich veröffentlichte Weltkarte bewertet Sicherheitsrisiken für internationale Reisende und Unternehmen. Grundlage ist eine fünfstufige Skala, die von vernachlässigbaren über geringe und mittlere bis zu hohen und kritischen Risiken reicht. Neben Deutschland wurden auch Finnland und Zypern aus der niedrigsten in die zweitniedrigste Kategorie verschoben. Die Veränderungen verdeutlichen, dass sich die Bewertungen nicht allein an Kriminalität oder unmittelbaren Gefahren für Touristen orientieren, sondern auch politische Entwicklungen und mögliche Auswirkungen auf die allgemeine Sicherheitslage berücksichtigen.

Besonders ausgeprägt sind die Verschlechterungen im Nahen Osten. Mehrere Golfstaaten, die lange als vergleichsweise stabile Reise- und Wirtschaftsstandorte galten, wurden innerhalb eines Jahres um zwei Risikostufen höher eingestuft. Insgesamt verzeichnet die Risk Map 2027 Verschlechterungen in 15 Ländern, während sich sechs Staaten verbessern konnten. Für Reiseveranstalter, Geschäftsreiseanbieter und Unternehmen mit international tätigen Mitarbeitern liefern die Veränderungen wichtige Hinweise darauf, welche Destinationen eine besonders sorgfältige Sicherheitsbeobachtung erfordern.

Politische Spannungen beeinflussen Deutschlands Bewertung

Die höhere Risikoeinstufung Deutschlands begründen die Analysten von Riskline mit einer zunehmenden politischen Polarisierung, dem wachsenden Zuspruch für die AfD sowie fortbestehenden Bedrohungen durch rechtsextremistische, islamistische und linksextremistische Gruppierungen.

Nach ihrer Einschätzung verfügt Deutschland weiterhin über leistungsfähige Sicherheitsbehörden und umfangreiche Möglichkeiten zur Terrorabwehr. Die innenpolitischen Entwicklungen führten jedoch zu einem anspruchsvolleren Sicherheitsumfeld und rechtfertigten deshalb eine Anpassung der Bewertung.

Eine vergleichbare Veränderung betrifft Finnland und Zypern, die ebenfalls nicht mehr der niedrigsten Risikokategorie angehören.

Innerhalb des deutschsprachigen Raums bestehen weiterhin Unterschiede. Österreich bleibt wie im Vorjahr in der Kategorie „Geringes Risiko“, während die Schweiz unverändert mit „Vernachlässigbares Risiko“ bewertet wird und damit zu den sichersten Reiseländern weltweit zählt.

Auch auf der Ebene einzelner Städte ist die Schweiz vertreten. Zürich und Wien gehören nach der Auswahl von Riskline zu den zehn sichersten Städten für Reisende. München, das im Vorjahr noch berücksichtigt wurde, ist diesmal nicht mehr enthalten.

Die Auswahl der sichersten Städte ist allerdings keine Rangliste. Riskline berücksichtigt verschiedene Weltregionen und nennt die ausgewählten Orte in alphabetischer Reihenfolge.

Golfstaaten verzeichnen deutliche Verschlechterungen

Die stärksten Veränderungen der Risk Map 2027 betreffen den Nahen Osten. Bahrain, Kuwait, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate wurden jeweils von „Geringes Risiko“ auf „Hohes Risiko“ heraufgestuft.

Damit verschlechterte sich ihre Bewertung innerhalb eines Jahres um zwei Kategorien. Auch Saudi-Arabien und Jordanien werden nun als Länder mit hohem Risiko eingestuft, nachdem sie zuvor zur mittleren Kategorie gehörten.

Oman wechselte von „Geringes Risiko“ auf „Mittleres Risiko“. Der Iran wird inzwischen der höchsten Risikostufe „Kritisches Risiko“ zugeordnet.

Für den internationalen Reiseverkehr sind diese Entwicklungen besonders relevant, da mehrere betroffene Staaten wichtige Luftverkehrsdrehkreuze und bedeutende Geschäftsreiseziele beherbergen. Eine höhere Sicherheitsbewertung bedeutet nicht zwangsläufig, dass sämtliche touristischen Aktivitäten unmittelbar beeinträchtigt sind. Sie weist jedoch auf veränderte Rahmenbedingungen hin, die bei der Reiseplanung und Risikobewertung berücksichtigt werden sollten.

Weitere Verschlechterungen verzeichneten Südsudan, das nun ebenfalls zur höchsten Risikokategorie gehört, Guinea-Bissau und Kuba. Der karibische Inselstaat wurde von „Geringes Risiko“ auf „Mittleres Risiko“ heraufgestuft.

Demgegenüber konnten sechs Länder ihre Einstufung verbessern. Bangladesch, Kamerun, Mosambik und Nepal wechselten von der hohen in die mittlere Risikokategorie. El Salvador und die Malediven werden inzwischen mit „Geringes Risiko“ bewertet, nachdem sie zuvor zur mittleren Kategorie gehörten.

Schweiz und Neuseeland unter den sichersten Reiseländern

Neben der Schweiz gehören Bhutan, Chile, Costa Rica, Dänemark, Island, Kanada, Neuseeland, Singapur und Slowenien zu den zehn von Riskline ausgewählten sichersten Ländern für Reisende.

Die Liste umfasst damit sowohl etablierte europäische Reiseziele als auch Destinationen in Asien, Nord- und Südamerika sowie im pazifischen Raum. Auch hier handelt es sich ausdrücklich um eine Auswahl und nicht um eine Rangfolge nach Sicherheitswerten.

Zu den zehn sichersten Städten zählen Bandar Seri Begawan, Buenos Aires, Hongkong, Oslo, Ottawa, San Diego, Wellington, Wien, Zagreb und Zürich. Ottawa ist die einzige Stadt, die bereits im Vorjahr in dieser Auswahl vertreten war.

Am anderen Ende der Bewertung stehen Länder und Regionen, in denen bewaffnete Konflikte, politische Instabilität oder andere erhebliche Sicherheitsbedrohungen das Reisen erschweren. Riskline nennt unter anderem Haiti, Iran, Jemen, Kolumbien, Myanmar, Niger, Somalia, Sudan, Südsudan sowie das Westjordanland und den Gazastreifen.

Als besonders risikoreiche Städte werden Bamako, Goma, Guayaquil, Kabul, Port Moresby, Port-au-Prince, Quetta, San Pedro Sula, Sanaa und Teheran aufgeführt.

Die Bewertungen auf Landes- und Stadtebene können sich dabei deutlich unterscheiden. Eine landesweite Einstufung lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres auf sämtliche touristischen Regionen oder einzelne Reiseziele übertragen.

Aktuelle Sicherheitsinformationen gewinnen an Bedeutung

Für Unternehmen und Reiseanbieter unterstreicht die Risk Map 2027 die Notwendigkeit, Sicherheitsbewertungen regelmäßig zu überprüfen. Gerade bei Geschäftsreisen und internationalen Mitarbeitereinsätzen können veränderte politische Rahmenbedingungen zusätzliche Vorsorgemaßnahmen erforderlich machen.

„Die diesjährige Risk Map zeigt, wie schnell sich die Sicherheitslage verändern kann. Mehrere Golfstaaten, die viele Unternehmen als stabile Wirtschaftsstandorte betrachten, sind innerhalb eines Jahres um zwei Risikostufen gestiegen“, erklärt Marcel Brandt, Chief Sales Officer von Safeture.

Unternehmen sollten sich deshalb nach seiner Einschätzung nicht auf veraltete Sicherheitsinformationen verlassen. Entscheidend seien aktuelle Lageeinschätzungen und die Möglichkeit, Mitarbeiter im Ernstfall schnell zu erreichen.

Auch für die touristische Reiseplanung bieten die Bewertungen eine Orientierung, ersetzen jedoch keine Prüfung der konkreten Situation vor Ort. Regionale Unterschiede, kurzfristige Entwicklungen und die jeweiligen Reisebedingungen bleiben für die Einschätzung einzelner Destinationen maßgeblich.

Safeture und Riskline stellen die Risk Map 2027 wie in den Vorjahren kostenlos zur Verfügung. Sie soll Reiseveranstaltern, Unternehmen und international Reisenden helfen, Veränderungen der globalen Sicherheitslage frühzeitig zu erkennen und ihre Reiseentscheidungen entsprechend vorzubereiten.

Bildnachweis: © KC3 Köpers Corporate & Crisis Communications GmbH


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