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Deutschland: Studie untersucht Heilstollentherapie bei Asthma, COPD und Long COVID
208 Patienten nahmen an einer kontrollierten Studie in neun Heilstollen teil – bei Asthma zeigten sich die deutlichsten Verbesserungen
Deutschland: Studie untersucht Heilstollentherapie bei Asthma, COPD und Long COVID

Drei Wochen lang an sechs Tagen pro Woche jeweils rund zwei Stunden unter Tage: Eine internationale Forschungsgruppe hat untersucht, welchen zusätzlichen Nutzen eine Heilstollentherapie für Menschen mit Asthma, COPD und Long COVID haben kann. An der randomisierten kontrollierten Studie waren neun Heilstollen in Deutschland, Österreich und Italien beteiligt, darunter der Silberberg im bayerischen Bodenmais.

Insgesamt nahmen 208 Menschen an der Untersuchung teil. Die Ergebnisse erschienen am 22. Mai 2026 unter dem Titel „A randomized controlled trial of adjunctive speleotherapy in asthma, COPD and long COVID“ im Fachjournal „Scientific Reports“. Die Studie untersuchte die Heilstollentherapie ausdrücklich als Ergänzung zur bestehenden medizinischen Behandlung und nicht als deren Ersatz.

208 Patienten in drei Krankheitsgruppen untersucht

Die Studie wurde unter Leitung des Deutschen Heilstollenverbandes und der Justus-Liebig-Universität Gießen durchgeführt. Unter den Teilnehmern waren 107 Patienten mit Asthma, 59 mit COPD und 42 mit Long COVID.

Die Therapiegruppe hielt sich über einen Zeitraum von drei Wochen an sechs Tagen pro Woche jeweils etwa zwei Stunden im Klima eines Heilstollens auf. Die Kontrollgruppe setzte währenddessen ihre übliche medizinische Behandlung ohne zusätzliche Heilstollentherapie fort.

Untersuchungen fanden vor und unmittelbar nach der dreiwöchigen Therapie sowie drei Monate später statt. Damit konnten die Forscher neben kurzfristigen Veränderungen auch prüfen, ob beobachtete Effekte über das Ende der Behandlung hinaus anhielten.

Deutlichste Ergebnisse bei Asthma

Besonders ausgeprägt waren die Veränderungen bei den Asthmapatienten. Nach der Therapie verbesserten sich verschiedene Werte der Lungenfunktion sowie die Asthmakontrolle und die krankheitsbezogene Lebensqualität signifikant. Ein Teil dieser Verbesserungen ließ sich auch drei Monate später noch feststellen.

Bei Patienten mit COPD zeigte sich vor allem eine Verringerung der krankheitsbedingten Symptomlast. In der Long-COVID-Gruppe beobachteten die Forscher unter anderem Verbesserungen bei Atembeschwerden und Belastbarkeit sowie bei bestimmten Schlaf- und Angstsymptomen.

Die Ergebnisse sind allerdings differenziert zu betrachten. Bei einigen objektiven Parametern der Lungenfunktion fielen die Veränderungen nach Angaben der Autoren eher moderat aus. Zudem wurde die Heilstollentherapie nicht als Alternative, sondern ausschließlich als Ergänzung zur medizinischen Standardbehandlung untersucht.

Silberberg in Bodenmais war Teil der Untersuchung

Zu den neun beteiligten Standorten gehörte der Heilstollen am Silberberg in Bodenmais im Bayerischen Wald. Er befindet sich in einem ehemaligen Bergwerk und wird bereits seit Jahrzehnten therapeutisch genutzt.

Unter Tage herrschen andere klimatische Bedingungen als an der Oberfläche. Temperatur und Luftfeuchtigkeit sowie weitere Faktoren bleiben vergleichsweise konstant und bilden die Grundlage für die therapeutische Nutzung des Stollens.

„Dass eine traditionelle Therapieform wie der Aufenthalt im Heilstollen heute mit modernen wissenschaftlichen Methoden untersucht wird, ist für uns besonders interessant“, sagt Tobias Wolf, Geschäftsführer der Bodenmais Tourismus & Marketing GmbH. „Bodenmais verbindet mit dem Silberberg einen natürlichen Ort, der seit Jahrzehnten für die Heilstollentherapie genutzt wird, mit der Infrastruktur eines staatlich anerkannten Heilklimatischen Kurortes. Die Veröffentlichung zeigt, dass solche ortsgebundenen Gesundheitsangebote durchaus Gegenstand moderner Forschung sein können.“

Gesundheitstourismus zwischen Kur und aktiver Auszeit

Für Bodenmais besitzt die Studie auch touristische Bedeutung. Der staatlich anerkannte Heilklimatische Kurort verbindet die Heilstollentherapie mit Bewegung, Naturerlebnissen und klassischen Kurangeboten.

Damit steht der Ort zugleich für eine Entwicklung im Gesundheitstourismus, bei der traditionelle therapeutische Angebote zunehmend mit individuell gestalteten Aufenthalten verbunden werden. Prävention, Regeneration und Naturerlebnis treten dabei neben die klassische Vorstellung einer mehrwöchigen Kur.

Bildnachweis: © Bodenmais Tourismus


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