Tourexpi
Die
Türkei hat im ersten Halbjahr 2026 trotz eines schwierigen internationalen
Umfelds Tourismuseinnahmen in Höhe von 25,746 Milliarden US-Dollar erzielt und
damit das Niveau des Vorjahres nahezu gehalten. Nach Angaben von
Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy reisten zwischen Januar und Juni 25,759
Millionen Besucher in das Land. Regionale Konflikte, geopolitische Spannungen
und wirtschaftliche Unsicherheiten hätten den internationalen Reiseverkehr zwar
belastet, dennoch sieht die Regierung gute Chancen auf eine Rückkehr zu
Wachstum im weiteren Jahresverlauf.
Krisenmanagement
soll Tourismus stabilisieren
Bei
der Vorstellung der Halbjahresbilanz im Atatürk-Kulturzentrum in Istanbul
verwies Ersoy auf die Auswirkungen der Spannungen zwischen Iran, den USA und
Israel. Vor allem Luftraumsperrungen sowie schwankende Energiepreise hätten
sich auf Reisebuchungen, Flugpläne und die Nachfrage ausgewirkt.
Nach
Angaben des Ministers habe die Türkei bereits seit 2018 Maßnahmen ergriffen, um
den Tourismussektor widerstandsfähiger zu machen. Dazu gehörten die Gründung
der Türkiye Tourism Promotion and Development Agency (TGA), eine stärkere
Diversifizierung der Quellmärkte sowie umfangreiche internationale
Werbekampagnen.
„Über
die TGA haben wir internationale Mini-Serien mit bekannten türkischen
Schauspielern veröffentlicht, die die natürlichen, historischen und kulturellen
Schätze aller Regionen unseres Landes vorstellen. Unsere bisher
veröffentlichten Mini-Serien haben mehr als fünf Milliarden Aufrufe erzielt und
damit einen wichtigen Beitrag zur weltweiten Bekanntheit unseres Landes
geleistet“, sagte Ersoy.
Staatliche
Unterstützung für die Branche
Zur
Stabilisierung der Tourismuswirtschaft stellte die Regierung nach Angaben des
Ministers mehrere Unterstützungsmaßnahmen bereit. Ein Tourismusförderpaket
ermöglicht Kredite mit einem Gesamtvolumen von 60 Milliarden Türkischen Lira.
Darüber hinaus erhalten Beherbergungsbetriebe mit Tourismuslizenz für den
Zeitraum von Mai bis Dezember 2026 Zuschüsse zu den
Sozialversicherungsbeiträgen ihrer Beschäftigten. Dafür wurden insgesamt sechs
Milliarden Lira bereitgestellt. Zudem wurde der Steuersatz auf Beherbergungsleistungen
bis zum Jahresende auf ein Prozent gesenkt.
Parallel
dazu habe das Ministerium gemeinsam mit Fluggesellschaften, insbesondere
Turkish Airlines, Flugkapazitäten und Nachfrageentwicklung kontinuierlich
beobachtet und das Angebot an die Marktbedingungen angepasst.
Russland
bleibt wichtigster Quellmarkt
Nach
Angaben des Ministeriums kamen im ersten Halbjahr 2,65 Millionen Besucher aus
Russland und damit mehr als aus jedem anderen Herkunftsland. Deutschland
belegte mit 2,44 Millionen Gästen den zweiten Platz, gefolgt vom Vereinigten
Königreich mit 1,58 Millionen Besuchern.
Insgesamt
lag die Zahl der internationalen Gäste mit 25,759 Millionen um 2,4 Prozent
unter dem Vorjahreswert von 26,389 Millionen. Ersoy zeigte sich dennoch
zuversichtlich, dass die intensive internationale Vermarktung ab dem dritten
Quartal wieder zu einem positiven Wachstum führen werde.
Höhere
Ausgaben pro Gast
Auch
die touristischen Kennzahlen entwickelten sich positiv. Die durchschnittliche
Aufenthaltsdauer stieg von 9,96 auf 10,01 Übernachtungen. Gleichzeitig erhöhte
sich die durchschnittliche Ausgabenhöhe pro Gast und Übernachtung von 106 auf
109 US-Dollar. Ausländische Besucher gaben durchschnittlich 122 US-Dollar pro
Nacht aus, während im Ausland lebende Türken auf 75 US-Dollar kamen.
„Wir
gehen davon aus, dass die friedensfördernden außenpolitischen Initiativen
unseres Staatspräsidenten sowie die intensiven Werbemaßnahmen der TGA dazu
beigetragen haben, Sicherheitsbedenken gegenüber der Türkei weitgehend
auszuräumen. Dies dürfte sich ab dem dritten Quartal in einem positiven
Wachstum widerspiegeln“, sagte Ersoy.
Mit
Blick auf die Hauptreisezeit kündigte der Minister an, die Entwicklung der
internationalen Märkte weiter aufmerksam zu verfolgen und die Bereiche
Marketing, Flugkapazitäten, Markterschließung und Branchenförderung flexibel an
die Nachfrage anzupassen.
Bildnachweis:
© KI-generierte Illustration
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