Übernachten auf der bretonischen Insel Louët - Wissen, was im Tourismus los ist!



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Übernachten auf der bretonischen Insel Louët
Das renovierte Leuchtturmwärterhaus bietet bis zu zehn Gästen eine ganze Insel mit Meerblick, Kegelrobben und viel Abgeschiedenheit
Übernachten auf der bretonischen Insel Louët

Vor der Küste von Carantec im Nordwesten der Bretagne liegt ein Rückzugsort, der selbst für eine Region voller Leuchttürme außergewöhnlich ist. Auf der winzigen Île Louët können Gäste in einem ehemaligen Leuchtturmwärterhaus übernachten und dabei eine ganze Insel nahezu für sich allein haben.

Nach mehr als einem Jahr Renovierungsarbeiten ist das Haus seit Juli 2026 wieder buchbar. Komfort spielt auf dem nur 450 Meter langen und 250 Meter breiten Eiland eine Nebenrolle. Dafür bestimmen Meer, Wind, Möwen und der freie Blick über die Bucht von Morlaix den Tagesrhythmus.

Drei Schlafzimmer und kaum Komfort

Das frühere Wohnhaus der Leuchtturmwärter verfügt über drei Schlafzimmer für bis zu zehn Personen sowie eine Galerie, die als Wohnraum dient. Bettwäsche müssen die Gäste selbst mitbringen. Eine warme Dusche gibt es nicht, die Trockentoilette befindet sich in einem ehemaligen Fischerschuppen.

Was an Ausstattung fehlt, ersetzt die Lage. Morgens können Gäste im Meer schwimmen oder mit dem Kajak um die Insel fahren. Tagsüber ziehen Segelboote vorbei, am Abend fällt der Blick über das Wasser, und am nächsten Morgen übernehmen Möwen das Wecken.

Kegelrobben und Seevögel als Nachbarn

Die nächsten Nachbarn leben auf den umliegenden Naturschutzinseln. Dort sind Kegelrobben und zahlreiche Seevögel zu Hause. In Sichtweite liegt außerdem das Château du Taureau.

Die rund 500 Jahre alte Inselfestung diente im Laufe ihrer Geschichte unter anderem als Militärposten, Gefängnis für Angehörige des französischen Adels, Sommerresidenz und Segelschule. Heute ist sie als Museum für Besucher geöffnet.

Reservierungen für 2027 ab November

Die Île Louët liegt mitten in der Bucht von Morlaix vor der Küste von Carantec. Reservierungen für die Saison von April bis Oktober 2027 sind ab November über die Tourist-Information der Bucht von Morlaix möglich.

Gebucht werden können höchstens zwei Nächte. Eine Übernachtung kostet insgesamt 450 Euro für bis zu zehn Personen, zwei Nächte kosten 744 Euro.

Gäste mit einem eigenen Boot können die Überfahrt selbst organisieren. Für alle anderen bietet das Wassersportzentrum von Carantec einen Shuttleservice an.

Eine zweite Insel als Alternative

Vor Carantec liegt mit der Île Callot eine weitere bewohnte Insel. Sie ist rund zwei Kilometer lang, hat knapp ein Dutzend Einwohner und kann bei Ebbe zu Fuß erreicht werden.

Die ehemalige Schule der Insel wurde bereits 2018 in ein Ferienhaus für bis zu zehn Personen umgewandelt. Sie kann ganzjährig für Aufenthalte zwischen zwei und sieben Nächten gebucht werden.

Seit 1962 arbeitet der Leuchtturm automatisch

Der Leuchtturm der Île Louët wurde 1857 errichtet, um die Einfahrt in die Bucht von Morlaix sicherer zu machen. Mehr als ein Jahrhundert lang lebten dort wechselnde Leuchtturmwärter mit ihren Familien.

Seit 1962 arbeitet die Anlage automatisch. Gäste übernehmen deshalb keine nautischen Aufgaben mehr, sondern können sich vollständig auf das Inselleben konzentrieren.

Mit dem TGV bis an die bretonische Küste

Von Paris fährt ein direkter TGV in rund drei Stunden nach Morlaix. Von dort dauert die Busfahrt nach Carantec knapp 30 Minuten. Alternativ ist die Anreise per Flug über Paris oder Amsterdam nach Brest möglich. Anschließend geht es mit dem TGV nach Morlaix und mit dem Überlandbus weiter nach Carantec.

Die letzte Etappe übernimmt das Centre Nautique von Carantec mit dem Boot.

Bretagne ist Frankreichs Leuchtturmregion

An der zerklüfteten bretonischen Küste stehen 52 der insgesamt 148 Leuchttürme Frankreichs. Damit befindet sich mehr als ein Drittel aller französischen Leuchttürme in der Bretagne.

Viele Anlagen trotzen seit fast 200 Jahren den schweren Atlantikstürmen. Rund die Hälfte liegt im Nordwesten der Region. Mit 20 Leuchttürmen weist das Seegebiet vor der bretonischen Westküste eine besonders hohe Konzentration auf.

Einige Türme können bestiegen oder im Rahmen geführter Touren erkundet werden. Dazu zählen der Leuchtturm Eckmühl, Saint-Mathieu und der 82,5 Meter hohe Leuchtturm auf der Île Vierge. Auf der Insel Ouessant führt die Fischerin und Gästeführerin Ondine Morin Besucher bei Nacht zu den Leuchttürmen. Weitere Einblicke bieten Zodiac-Touren ab Le Conquet.

Bildnachweis: © Alexandre Lamoureux


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