Siebenbürgen abseits von Dracula: Zwei Schlösser öffnen neue Reiserouten - Wissen, was im Tourismus los ist!



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Siebenbürgen abseits von Dracula: Zwei Schlösser öffnen neue Reiserouten
Mit dem Mikó-Schloss im Kreis Covasna und dem Nopcsa-Schloss im Hațeg-Land sind zwei restaurierte Adelssitze wieder zugänglich und erschließen wenig bekannte Seiten Transsilvaniens
Siebenbürgen abseits von Dracula: Zwei Schlösser öffnen neue Reiserouten

Siebenbürgen erhält zwei neue Ziele für Kultur- und Rundreisen. Im September wurde das restaurierte Mikó-Schloss in Olteni im Kreis Covasna wiedereröffnet. Das klassizistische Anwesen beherbergt heute ein Museum zur Reitkultur der Székler und soll zugleich in eine überregionale Kulturroute eingebunden werden. Rund 200 Kilometer weiter westlich ist das Nopcsa-Schloss in Săcel im Hațeg-Land nach umfangreicher Restaurierung als Museum und Veranstaltungsort zugänglich.

Beide Anlagen liegen abseits der international bekannteren Ziele Transsilvaniens. Gerade darin liegt ihr touristischer Reiz: In Covasna treffen ungarisch-szeklerische Kultur, historische Landsitze und die Landschaft der Ostkarpaten aufeinander. Das Hațeg-Land wiederum verbindet Adelssitze und mittelalterliches Kulturerbe mit dem Retezat-Gebirge und einer Region, die für bedeutende Dinosaurierfunde bekannt ist.

Für individuelle Rumänien-Rundreisen entsteht damit eine ungewöhnliche Kombination aus Architektur, regionaler Geschichte und Natur. Das Mikó-Schloss soll Teil der „Transylvanian Manor Houses Route“ werden und sich mit weiteren historischen Landsitzen zu einer neuen Kulturroute verbinden. Das Gebäude selbst birgt noch eine weitere historische Schicht: Unter dem Schloss befinden sich Überreste eines römischen Kastells, deren Existenz durch archäologische Untersuchungen bestätigt wurde.

Wandmalereien hinter altem Putz

Das Mikó-Schloss wurde 1827 von Graf Miklós Mikó errichtet. Nach der Verstaatlichung während der kommunistischen Zeit diente das Gebäude unter anderem landwirtschaftlichen und schulischen Zwecken. 2007 wurde es an die Erben zurückgegeben und später von regionalen und lokalen Behörden erworben. In die Restaurierung flossen rund 20 Millionen Lei, teilweise aus europäischen Mitteln.

Eine besondere Entdeckung brachte die Sanierung im Inneren. Unter späteren Putzschichten kamen umfangreiche Wandmalereien aus dem 19. Jahrhundert zum Vorschein. Sie zeigen Szenen aus dem gesellschaftlichen Leben der Epoche, aber auch Motive aus der Zeit der Napoleonischen Kriege. Umfang und Bildthemen machen die Malereien zu einem ungewöhnlichen Zeugnis der regionalen Kulturgeschichte.

Heute befindet sich in dem Schloss das Székler-Reitmuseum als Außenstelle des Székler-Nationalmuseums in Sfântu Gheorghe. Die Ausstellung behandelt neben der Familie Mikó die Geschichte des Gebäudes, das adelige Leben, die einstige Pferdezucht in Olteni und die regionale Reittradition. Auch Erkenntnisse aus den archäologischen Untersuchungen des darunterliegenden römischen Kastells fließen in die Präsentation ein.

Die geplante Einbindung in die neue Kulturroute verknüpft Olteni künftig mit weiteren historischen Landsitzen. Damit entsteht eine Grundlage für thematische Selbstfahrerreisen durch einen Teil Siebenbürgens, der international bislang deutlich weniger bekannt ist als Brașov, Sibiu oder die berühmten Kirchenburgen.

Ein Schloss im Land der Dinosaurier

Noch ungewöhnlicher ist die Geschichte des Nopcsa-Schlosses in Săcel. Das Anwesen im Kreis Hunedoara war über Jahre dem Verfall ausgesetzt. Teile des Daches waren eingestürzt, Innenräume beschädigt und das Gebäude nach seiner früheren Nutzung als Schule und Kinderheim schließlich aufgegeben worden. Für die Wiederherstellung wurden mehr als 11,5 Millionen Lei investiert. Heute dient der restaurierte Adelssitz als Museum und Veranstaltungsort.

Mit dem Namen Nopcsa verbindet sich zugleich eine der außergewöhnlichsten Persönlichkeiten der Region. Baron Franz Nopcsa entstammte dem transsilvanischen Adel und machte sich vor allem als Paläontologe einen Namen. Seine Forschungen waren eng mit den Dinosaurierfunden des Hațeg-Beckens verbunden. Die Geschichte der Familie und das regionale Kulturerbe gehören zu den Themen des neuen Museums.

Gerade das Umfeld macht Săcel für Rundreisen interessant. Das Hațeg-Land am Fuß des Retezat-Gebirges besitzt mittelalterliche Kirchen, Dörfer und Adelssitze, während seine geologische Vergangenheit eine völlig andere Geschichte erzählt. Fossilienfunde haben das Hațeg-Becken international als bedeutende Dinosaurierregion bekannt gemacht.

Zusammen mit dem Mikó-Schloss entsteht damit eine Reiseidee durch Siebenbürgen, die weit über das vertraute Dracula-Motiv hinausführt. In Olteni stehen Széklerkultur, Reittradition, napoleonische Wandbilder und römische Spuren nebeneinander; im Hațeg-Land treffen restauriertes Adelserbe und mittelalterliche Kulturlandschaft auf eine außergewöhnliche paläontologische Vergangenheit. Für Selbstfahrer und kulturorientierte Rundreisende erschließen die beiden wiedergewonnenen Schlösser zwei bislang wenig bekannte Facetten Rumäniens.

Bildnachweis: © KI-erstellte Illustration


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