Tourexpi
Omans
kulturelles Erbe reicht von den frühen Zivilisationen der Bronzezeit über den
Weihrauchhandel und jahrhundertealte Seefahrtstraditionen bis zum
tiefgreifenden Wandel des Landes seit 1970. Museen und Kulturstätten im
Sultanat greifen diese Geschichte auf unterschiedliche Weise auf. Historische
Funde stehen neben 360-Grad-Projektionen, traditionelle Handwerkskunst neben
zeitgenössischer Kunst und jahrhundertealte Schiffe neben interaktiven
Klangwelten.
Für
Besucher entsteht daraus eine kulturelle Route durch mehrere Regionen des
Landes. Sie führt zu großen staatlichen Museen in Maskat und Manah, zu den
Weihrauchstätten von Salalah und den traditionellen Bootsbauern von Sur. Dabei
geht es nicht allein um Herrscher und Handelswege, sondern ebenso um Kleidung,
Musik, Wohnkultur und die Frage, wie sich das heutige Oman mit seiner
Vergangenheit auseinandersetzt.
National
Museum zeigt 5.000 Jahre omanische Geschichte
Einen
umfassenden Einstieg bietet das National Museum in der Altstadt von Maskat
gegenüber dem Al-Alam-Palast. Seine Sammlungen reichen von den ersten
menschlichen Spuren im heutigen Oman bis in die Gegenwart.
Zu
den Schwerpunkten gehören Seefahrt und Weihrauchhandel, die Geschichte des
Islam und der omanischen Herrscherdynastien sowie traditionelle
Bewässerungssysteme. Waffen, Schmuck, Münzen, Handwerk und Gegenstände des
täglichen Lebens ergänzen das Bild. Zu den ältesten Exponaten zählen
bronzezeitliche Funde, darunter ein zeremonieller Dolch aus der Zivilisation
von Magan.
Auch
die berühmten Bienenkorbgräber von Bat, al-Khutm und al-Ayn sowie klassische
omanische Khanjars sind Teil der Präsentation. Einen ungewöhnlichen Blick
hinter die Kulissen ermöglicht das offene Depot, in dem Besucher Restauratoren
bei ihrer Arbeit beobachten können.
In
Manah trifft Geschichte auf digitale Technik
Knapp
20 Kilometer von Nizwa entfernt setzt das Oman Across Ages Museum einen anderen
Akzent. Bereits seine kantige Architektur nimmt Formen der Felsen und
Bergrücken des Hadschar-Gebirges auf.
Im
Inneren spannt sich der Bogen über mehr als 5.000 Jahre. Die Ausstellung
beginnt bei der Entstehung des Landes und den ersten Siedlern, führt über
Bronzezeit und Magan-Zivilisation zu Seefahrt, Weihrauchhandel, Islam und den
omanischen Dynastien. 360-Grad-Projektionen, virtuelle Welten und interaktive
Installationen sollen historische Entwicklungen räumlich erfahrbar machen.
Die
Renaissance Gallery widmet sich schließlich dem jüngsten Kapitel. Sie zeichnet
nach, wie sich Oman seit 1970 insbesondere in Bildung, Gesundheitswesen,
Wirtschaft und Infrastruktur verändert hat.
Bait
Al Zubair öffnet den Blick auf den omanischen Alltag
Während
die großen staatlichen Museen lange historische Linien verfolgen, richtet Bait
Al Zubair in Maskat den Blick stärker auf das tägliche Leben. Das private
Museum verteilt sich auf mehrere traditionelle Gebäude und zeigt unter anderem
Khanjars, Schwerter, Schmuck, Kleidung, Haushaltsgegenstände und
Musikinstrumente.
Eine
Hochzeitssammlung dokumentiert traditionelle Festkleidung und Schmuck. Ein
weiteres Gebäude bildet ein mehr als 100 Jahre altes omanisches Wohnhaus mit
Majlis, Schlafzimmer und Vorratsraum nach.
Historisches
und Gegenwärtiges liegen dabei unmittelbar nebeneinander. Zur Anlage gehört
auch die Gallery Sarah, die zeitgenössische Kunst zeigt und Arbeiten
etablierter Künstler ebenso präsentiert wie Werke einer jüngeren Generation.
In
Salalah erzählt Weihrauch von globalen Handelswegen
Wie
eng Oman schon vor Jahrtausenden mit anderen Regionen verbunden war, zeigt das
Museum of the Frankincense Land in Salalah. Im Mittelpunkt steht jenes Harz,
das Dhofar zu einem wichtigen Ausgangspunkt internationaler Handelswege machte.
Die
History Hall beschäftigt sich mit den historischen Routen sowie verschiedenen
Weihraucharten und deren Verwendung. Die Maritime Hall zeigt anschließend, wie
die kostbare Ware auf dem Seeweg weitertransportiert wurde. Schiffsmodelle
veranschaulichen die omanische Bootsbautradition und die Organisation des
Handels, während eine virtuelle Reise die historischen Seeverbindungen
nachvollziehbar macht.
Das
Museum befindet sich im Al-Baleed Archaeological Park. Dessen Ruinen gehören
zum UNESCO-Welterbe „Land of Frankincense“.
Im
Royal Opera House wird Musik zum Museumserlebnis
Eine
ungewöhnliche Perspektive auf die Kultur des Landes eröffnet die Ausstellung
„Oman and the World: A Musical Journey“ im Royal Opera House Muscat. Auf rund
850 Quadratmetern beschäftigt sie sich mit natürlichen Geräuschen, der
Entstehung und Wissenschaft von Klängen, Musikinstrumenten und
unterschiedlichen Musiktraditionen.
Interaktive
Stationen ermöglichen es Besuchern, Rhythmen auszuprobieren, Klänge zu
untersuchen oder selbst die Rolle eines Dirigenten zu übernehmen. Ein eigener
Bereich stellt omanische Musiktraditionen vor, während andere Teile der
Ausstellung musikalische Entwicklungen aus verschiedenen Regionen der Welt
einbeziehen. Filme und Klanglandschaften ergänzen das Konzept.
Stal
Gallery zeigt das Oman der Gegenwart
Mit
der Stal Gallery in Maskat rückt die zeitgenössische Kunst in den Mittelpunkt.
Junge und etablierte omanische Künstler arbeiten dort mit Malerei, Fotografie,
Installationen und Mixed Media.
Wiederkehrende
Themen sind Identität, Erinnerung, Landschaft und der gesellschaftliche Wandel
des Sultanats. Traditionelle Symbole und Motive werden dabei neu interpretiert
und mit persönlichen Geschichten oder aktuellen Fragestellungen verbunden.
Wechselnde Ausstellungen bringen zudem omanische und internationale Künstler
zusammen.
In
Sur lebt die Tradition der Dhows weiter
In
Sur lässt sich ein Stück omanischer Seefahrtsgeschichte nicht nur im Museum
betrachten, sondern bei seiner Entstehung beobachten. In der Dhow Factory am
Ufer der Lagune werden weiterhin traditionelle Holzboote gebaut, deren
Vorgänger omanische Seeleute über den Indischen Ozean bis nach Ostafrika und
Indien brachten.
Teakholzplanken
werden zugeschnitten, gebogen und schrittweise zu Schiffsrümpfen
zusammengesetzt. Dabei kommen weiterhin traditionelle Werkzeuge und über
Generationen weitergegebenes Wissen zum Einsatz. Statt detaillierter Baupläne
prägt vor allem die Erfahrung der Bootsbauer die Form der Schiffe.
Besucher
können den Handwerkern bei ihrer Arbeit zusehen. Das benachbarte Fath Al Khair
Center und die Weshar Gallery ergänzen den Einblick mit Fotografien und
Exponaten zur maritimen Geschichte von Sur. Damit endet die Reise durch Omans
Vergangenheit dort, wo ein wesentlicher Teil dieser Geschichte begann – am
Meer.
Bildnachweis:
© KI-generierte Illustration mit Material von Experience Oman
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