Tourexpi
Filme,
Serien und literarische Stoffe prägen längst nicht mehr nur die Wahrnehmung
einzelner Orte – sie beeinflussen zunehmend auch konkrete Reiseentscheidungen.
Beim sogenannten „Set-Jetting“ reisen Urlauber gezielt an Schauplätze, die sie
aus Film und Fernsehen kennen. Dabei reicht die Bandbreite von tropischen
Inseln über skandinavische Krimikulissen bis zu legendären Serienorten in den
USA.
Immer
häufiger entwickeln sich einstige Drehorte zu eigenständigen touristischen
Attraktionen. Aktuelle Produktionen verstärken diesen Trend zusätzlich und
eröffnen Reisenden neue Perspektiven auf bekannte Regionen und Städte.
Thailand
bleibt Sehnsuchtsort für Filmfans
Ein
besonders eindrucksvolles Beispiel liefert Thailand. Spätestens seit dem Film
The Beach gilt die Maya Bay auf Ko Phi Phi Le als Sinnbild tropischer
Traumlandschaften. Die von Kalksteinfelsen eingerahmte Bucht mit ihrem
türkisfarbenen Wasser gehört bis heute zu den bekanntesten Naturkulissen
Südostasiens.
Anfang
Mai eröffnet auf der benachbarten Insel Ko Phi Phi Don zudem das neue OUTRIGGER
Phi Phi Island Resort. Die Anlage am Laem Tong Beach verbindet naturnahe
Inselatmosphäre mit modernem Komfort und knüpft bewusst an die ikonische
Bildwelt der Region an.
Südaustralien
und das Erbe von „McLeods Töchter“
Ganz
andere Bilder prägen das Set-Jetting in Australien. Die Serie McLeods Töchter
machte die Landschaften Südaustraliens weltweit bekannt und etablierte Orte
rund um Adelaide, die Adelaide Hills und das Barossa Valley als Reiseziele für
Serienfans.
Im
Zentrum steht bis heute Kingsford The Barossa nahe Gawler, das als „Drovers
Run“ zur emotionalen Heimat der Serie wurde. Weite Ebenen, historische Gebäude
und kleine Landorte vermitteln vielen Besuchern noch immer das Bild des
ursprünglichen australischen Landlebens.
Viele
Drehorte lassen sich heute auf individuellen Roadtrips durch die Weinregionen
und ländlichen Gegenden Südaustraliens erkunden.
Luxemburg
als wandelbare Filmkulisse Europas
Auch
Luxemburg hat sich in den vergangenen Jahren als vielseitiger Drehort
etabliert. Dank umfangreicher Filmförderung und kurzer logistischer Wege dient
das Großherzogtum regelmäßig als Kulisse für internationale Produktionen.
Die
Burg Vianden wurde in The Musketeer zum fiktiven Duchamps Castle, während
Esch-sur-Alzette in Filmen wie The Merchant of Venice oder Girl with a Pearl
Earring venezianische Schauplätze ersetzte.
Für
den Film Colonia entstanden wichtige Szenen in der Müllerthal-Region mit ihren
Schluchten und Wasserfällen. Dort standen unter anderem Emma Watson, Daniel
Brühl und die Luxemburger Schauspielerin Vicky Krieps vor der Kamera.
Göteborg
setzt auf Nordic-Noir-Atmosphäre
Im
Norden Europas zählt Göteborg zu den bekanntesten Schauplätzen skandinavischer
Krimiliteratur. Autoren wie Åke Edwardson oder Helene Tursten machten Straßen,
Plätze und Hafenviertel der Stadt zu festen Bestandteilen des
Nordic-Noir-Genres.
Orte
wie die Avenyn, der Götaplatsen oder das Hafengebiet rund um Lilla Bommen
tauchen regelmäßig in Kriminalromanen und Verfilmungen auf. Auch die autofreien
Schäreninseln vor Göteborg dienen immer wieder als atmosphärische Schauplätze
schwedischer Krimis.
Die
Nähe zum bekannten Küstenort Fjällbacka, der durch die Romane von Camilla
Läckberg internationale Bekanntheit erlangte, verstärkt den Reiz der Region
zusätzlich.
Toronto
spielt in Serien oft eine andere Stadt
Kanadas
größte Metropole gehört zu den wandelbarsten Drehorten Nordamerikas. Toronto
diente unter anderem als Kulisse für die Serien Suits, The Boys und Heated
Rivalry und übernimmt dabei häufig die Rolle anderer Städte – besonders von New
York.
Moderne
Hochhauskulissen, urbane Viertel wie King West oder Yorkville sowie eine
vielfältige Gastronomie- und Kulturszene machen Toronto zu einem beliebten Ziel
für Serienfans.
Gerade
die Fähigkeit der Stadt, sich filmisch immer wieder neu zu erfinden, macht
ihren besonderen Reiz für Set-Jetting-Reisende aus.
USA
zwischen Filmmythos und Realität
Kaum
ein Land ist so eng mit ikonischen Film- und Serienbildern verbunden wie die
Vereinigten Staaten. Viele Orte sind längst Teil der globalen Popkultur
geworden.
Los
Angeles bleibt dabei das Zentrum der Filmindustrie. Besonders Werke von
Regisseur David Lynch wie Mulholland Drive oder Lost Highway prägen bis heute
das Bild einer Stadt zwischen Glamour und surrealer Traumwelt.
In
Woodstock im US-Bundesstaat Illinois erinnert dagegen vieles an den Kultfilm
Und täglich grüßt das Murmeltier. Historische Straßenzüge und bekannte Drehorte
locken jedes Jahr zahlreiche Besucher an.
Auch
North Carolina profitiert vom Set-Jetting-Trend. Vor allem Wilmington, oft
„Wilmywood“ genannt, wurde durch Serien wie Dawson’s Creek und The Summer I
Turned Pretty international bekannt. Küstenlandschaften, historische Altstädte
und Strände machen die Region bis heute zu einer gefragten Filmkulisse.
Texas
wiederum steht wie kaum ein anderer Bundesstaat für die Bildwelt des
amerikanischen Westens. Produktionen wie Dallas oder Friday Night Lights
prägten das Image des Bundesstaates nachhaltig. Für Reisende verbinden sich
dort endlose Highways, Kleinstädte und weite Landschaften mit vertrauten
Bildern aus Film und Fernsehen.
Bildnachweis:
© Hollywood Forever Cemetery
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