Tourexpi
Wer
außerhalb der Europäischen Union mit dem Smartphone online geht, kann schnell
in eine Kostenfalle geraten. Eine Analyse des Online-Reisevermittlers ab in den
urlaub zeigt, dass Roaming-Gebühren in vielen Urlaubsländern erheblich
variieren und innerhalb weniger Sekunden die gesetzliche Kostensperre von 59,50
Euro auslösen können. Verglichen wurden die Roaming- und eSIM-Tarife von zwölf
Mobilfunkanbietern in 26 beliebten Reisezielen.
Besonders
problematisch wird es, wenn Anbieter für ein bestimmtes Reiseland kein
Datenpaket anbieten. In solchen Fällen erfolgt die Abrechnung häufig pro
Kilobyte oder Megabyte. Bei besonders hohen Tarifen können bereits drei
Megabyte Datenvolumen ausreichen, um die erste gesetzliche Kostenbremse von
59,50 Euro zu erreichen. Das entspricht etwa 13 Sekunden Scrollen durch TikTok.
Große
Preisunterschiede zwischen den Reisezielen
Die
Untersuchung zeigt deutliche Unterschiede bei den durchschnittlichen Kosten pro
Gigabyte. Im Vergleich der 26 analysierten Länder ist die Schweiz mit
durchschnittlich 2,74 Euro pro Gigabyte das günstigste Ziel außerhalb der EU.
Es folgen die Türkei mit 4,48 Euro sowie die USA mit 4,69 Euro pro Gigabyte.
Am
oberen Ende der Skala liegen Kap Verde mit durchschnittlich 10,67 Euro pro
Gigabyte sowie Mauritius mit 9,92 Euro. Auch auf den Seychellen und in Monaco
fallen die durchschnittlichen Datenpreise vergleichsweise hoch aus.
In
Großbritannien surfen deutsche Reisende dagegen weiterhin meist zu den gleichen
Konditionen wie im Inland, obwohl das Land nicht mehr Mitglied der Europäischen
Union ist.
Malediven
besonders kritisch
Besonders
riskant ist die Situation auf den Malediven. Für dieses Reiseziel bieten
mehrere Anbieter überhaupt kein Datenpaket an. In solchen Fällen greift häufig
sofort die Einzelabrechnung zu hohen Standardtarifen.
Auch
für Nordzypern können die Tarifbedingungen je nach Anbieter unterschiedlich
ausfallen. Reisende sollten hier vorab prüfen, welche Roaming-Regeln
tatsächlich gelten.
„Außerhalb
der EU gelten beim Roaming oft völlig andere Spielregeln als innerhalb
Europas“, sagt Ralph Michaelsen, Geschäftsführer von ab in den urlaub. „Wer
seinen Urlaub plant, sollte die Mobilfunkkosten genauso im Blick haben wie Flug
und Hotel. Schon ein kurzer Blick auf den eigenen Tarif vor der Reise kann
verhindern, dass am Ende eine unerwartet hohe Rechnung im Postfach liegt.“
Große
Unterschiede je nach Mobilfunkanbieter
Neben
dem Reiseland spielt auch der gewählte Mobilfunkanbieter eine entscheidende
Rolle für die Kosten. In der Türkei reicht die Preisspanne beispielsweise von
88 Cent pro Gigabyte beim günstigsten Anbieter bis zur automatischen
Kostenbremse von 59,50 Euro bei Tarifen ohne Datenpaket.
Ein
weiteres Risiko entsteht, wenn das gebuchte Datenvolumen vollständig
aufgebraucht wird. Bei einigen Providern kann anschließend automatisch eine
deutlich teurere Einzelabrechnung pro Kilobyte greifen, sofern kein neues Paket
aktiviert wird.
„Wir
empfehlen Urlaubern, sich bereits bei der Reisebuchung mit dem Thema Roaming zu
beschäftigen“, sagt Michaelsen. „Eine eSIM kann je nach Surfverhalten und
Reiseziel eine gute Lösung sein. Deshalb legen wir unseren Kunden bei jeder
Reisebuchung eine kostenlose eSIM mit ins Gepäck.“
eSIM
oft günstiger, aber nicht immer
Digitale
eSIM-Angebote gelten häufig als preiswerte Alternative zum klassischen Roaming.
Für Thailand bieten einige Anbieter beispielsweise Unlimited-Datentarife ab
rund 2,79 Euro pro Tag, für Indonesien ab etwa 3,12 Euro.
Allerdings
ist eSIM nicht in jedem Fall günstiger. Für die Dominikanische Republik bieten
einige klassische Mobilfunkanbieter Datenpakete für rund fünf Euro pro Gigabyte
an und liegen damit unter den günstigsten eSIM-Angeboten.
Auch
bei der Netzabdeckung bestehen Unterschiede. Für Kap Verde bietet einer der
untersuchten eSIM-Anbieter keinen Tarif an, und bei mehreren Zielen – darunter
Seychellen oder Dominikanische Republik – fehlen teilweise Unlimited-Angebote.
Die
Analyse zeigt damit deutlich: Wer außerhalb der EU reist, sollte sich vorab
über Roaming-Optionen informieren. Je nach Anbieter und Reiseziel können sich
die Kosten erheblich unterscheiden.
Bildnachweis:
© AA
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