DRV und Rumänien planen gemeinsame Initiative für den deutschen Reisemarkt - Wissen, was im Tourismus los ist!



International
DRV und Rumänien planen gemeinsame Initiative für den deutschen Reisemarkt
Eine neue Kooperationsvereinbarung soll Rumäniens touristische Angebote bekannter machen und Reisebüros bei der Vermarktung unterstützen
DRV und Rumänien planen gemeinsame Initiative für den deutschen Reisemarkt

Der Deutsche Reiseverband (DRV) und die rumänische Tourismuswirtschaft wollen ihre Zusammenarbeit ausbauen und Rumänien stärker als Reiseziel im deutschen Markt etablieren. Bei einem Delegationsbesuch in Bukarest unterzeichneten DRV-Präsident Albin Loidl und der rumänische Minister für Wirtschaft, Digitalisierung, Unternehmertum und Tourismus, Daniel-Cătălin Zamfir, eine entsprechende Absichtserklärung. Das Memorandum of Understanding (MoU) soll den Rahmen für gemeinsame Vermarktungsmaßnahmen und eine engere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen beider Länder schaffen.

Im Mittelpunkt steht die geplante Entwicklung eines Destination Forums, das deutschen Reisebüromitarbeitern einen unmittelbaren Einblick in das touristische Angebot Rumäniens ermöglichen soll. Rund 60 Reiseprofis sollen das Land in mehreren Gruppen bereisen und dabei unterschiedliche Regionen, Unterkünfte und touristische Produkte kennenlernen. Ziel ist es, die Beratungskompetenz im Reisevertrieb zu verbessern und neue Impulse für die Aufnahme rumänischer Reiseangebote in deutsche Veranstalterprogramme zu geben.

Die Initiative trifft auf einen Markt mit Wachstumsmöglichkeiten. Deutschland ist bereits der wichtigste ausländische Herkunftsmarkt für Rumänien, während der internationale Tourismus insgesamt noch einen vergleichsweise geringen Anteil an den Gästeankünften ausmacht. Für deutsche Reiseveranstalter bietet das Land eine Kombination aus historischen Städten, vielfältigen Naturlandschaften und regionalen Kulturtraditionen. Besonders Kultur- und Rundreisen, Aktivurlaub sowie individuelle Reiseformen könnten von einer intensiveren Zusammenarbeit profitieren.

Destination Forum soll Vertrieb stärken

Das geplante Destination Forum bildet den konkretesten Bestandteil der Vereinbarung. Anders als reine Informationsveranstaltungen soll es Reisebüromitarbeitern ermöglichen, touristische Angebote unmittelbar vor Ort kennenzulernen und ihre Eignung für unterschiedliche Kundengruppen einzuschätzen.

DRV-Präsident Albin Loidl sieht insbesondere in der Zusammenarbeit mit lokalen Partnern einen Schlüssel zur besseren Erschließung des Marktes. „Rumänien bietet eine große touristische Vielfalt und hat auf dem deutschen Markt noch erhebliches Potenzial. Entscheidend ist, dieses Potenzial gemeinsam mit verlässlichen Partnern vor Ort zu erschließen, und die Angebote für deutsche Urlauberinnen und Urlauber besser zugänglich zu machen“, erklärte Loidl.

Mit der Absichtserklärung sollen außerdem Kontakte zwischen Reiseveranstaltern, Vertriebspartnern und touristischen Leistungsträgern vertieft werden. Konkrete Termine für das Destination Forum wurden bislang nicht genannt.

Der rumänische Minister Daniel-Cătălin Zamfir verbindet mit der Vereinbarung weitergehende wirtschaftliche Erwartungen. „Unser Ziel ist es, das Interesse der deutschen Tourismusbranche in konkrete Kooperationen, Investitionen und innovative Tourismusangebote zu überführen“, sagte er. Als mögliche Schwerpunkte nannte er unter anderem Kur- und Wellnesstourismus, das Donaudelta sowie das Kultur- und Naturerbe des Landes.

Deutschland führt bei ausländischen Gästen

Die touristischen Kennzahlen zeigen sowohl die Bedeutung des deutschen Marktes als auch den Spielraum für eine stärkere internationale Vermarktung. Im Jahr 2025 registrierte Rumänien rund 13,9 Millionen Gästeankünfte in Beherbergungsbetrieben. Lediglich 18,6 Prozent entfielen auf ausländische Besucher.

Deutschland lag mit rund 246.500 registrierten Gästeankünften an der Spitze der ausländischen Herkunftsmärkte. Die Zahlen verdeutlichen, dass Rumäniens Beherbergungstourismus bislang überwiegend von der Binnennachfrage geprägt wird.

Für die deutsche Reisewirtschaft könnten vor allem Angebote interessant sein, die mehrere touristische Schwerpunkte miteinander verbinden. Siebenbürgen mit seinen historischen Städten und Kirchenburgen, die Karpaten mit ihren Möglichkeiten für Wander- und Naturreisen sowie Bukarest als urbanes Kulturreiseziel bieten unterschiedliche Ansatzpunkte für Rundreiseprogramme.

Daneben verfügt Rumänien mit dem Donaudelta über eine außergewöhnliche Naturlandschaft, die sich insbesondere für Naturbeobachtungen und spezialisierte Reiseangebote eignet. Auch Kurorte, regionale Gastronomie und kleinere, individuell geführte Unterkünfte können zur Entwicklung differenzierter touristischer Produkte beitragen.

Ob aus der Vereinbarung zusätzliche Buchungen und neue Veranstalterprogramme entstehen, wird wesentlich von der praktischen Umsetzung abhängen. Das geplante Destination Forum könnte dabei einen ersten wichtigen Schritt darstellen, indem es deutsche Reisebüros mit konkreten Angeboten und Ansprechpartnern vor Ort vertraut macht.

Bildnachweis: © DRV


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