Tourexpi
All Inclusive war lange gleichbedeutend mit Buffet, Liege und begrenztem Anspruch. Doch dieses Bild gehört längst der Vergangenheit an – zumindest bei Sandals und Beaches Resorts. Mit immer aufwendigeren Konzepten, einem klaren Fokus auf Erlebnis, Design und lokaler Authentizität sowie wachsender Nachfrage im Luxussegment positioniert sich die Marke neu: weg vom klassischen Pauschalurlaub, hin zu einer kuratierten Premium-Erfahrung in der Karibik.
Im Gespräch erklärt Dominik Riber, warum Luxus heute mehr ist als Ausstattung, weshalb Kulinarik zum entscheidenden Differenzierungsfaktor geworden ist – und wie Sandals mit seiner „2.0“-Strategie den All-Inclusive-Urlaub neu denkt.
Sandals wirbt mit „Get Closer in the Caribbean“ und gilt als Pionier des All-Inclusive-Konzepts in der Region. Was ist Ihr zentrales Markenversprechen – und warum sollten sich anspruchsvolle Reisende heute für Sandals entscheiden?
Seit 1981 prägt Sandals Resorts International die All-Inclusive-Branche in der Karibik und bietet seinen Gästen kontinuierlich mehr Annehmlichkeiten, Innovationen und luxuriöse Auswahlmöglichkeiten.
Als karibisches, familiengeführtes Unternehmen verfügt Sandals über 45 Jahre Erfahrung in der Region – verbunden mit einem klaren Anspruch auf Exzellenz und dem Versprechen, die Erwartungen der Gäste zu übertreffen.
Sandals war zudem Vorreiter zahlreicher Innovationen in der Karibik, etwa mit der Einführung von Haartrocknern in Hotelzimmern oder Overwater-Villen im Stil der Malediven.
Die Marke steht für authentische Erlebnisse, die stark von den jeweiligen Inseln geprägt sind. Die Kampagne „Made of Caribbean“, die Anfang 2025 vorgestellt wurde, unterstreicht diesen Ansatz: Sie zeigt, dass Sandals weit mehr bietet als klassische All-Inclusive-Urlaube und Gäste mit der echten Karibik verbindet – von Kulinarik über Design bis hin zu Gastfreundschaft und Erlebnissen.
Sandals und Beaches Resorts bieten weiterhin mehr Inklusivleistungen als andere Anbieter: bis zu 16 Restaurants pro Sandals-Resort und bis zu 28 im Beaches-Portfolio, Premium-Getränke, zahlreiche Wasser- und Landsportarten, Golf (in ausgewählten Resorts) sowie PADI-zertifiziertes Tauchen.
Zudem sind Transfers, WLAN, Trinkgelder und Unterhaltung inklusive. Bei Beaches kommen Kinderprogramme, Wasserparks, Teenager-Clubs und vieles mehr hinzu. Butler-Suiten bieten zusätzlich persönlichen Service, 24-Stunden-Zimmerservice und individuelle Betreuung.
Mit neuen Rondoval Sky Villas und privaten Poolkonzepten investieren Sie stark in exklusive Unterkünfte. Wie entwickelt sich die Nachfrage nach Ultra-Luxus im All-Inclusive-Segment – insbesondere aus Europa?
Luxuriöse All-Inclusive-Reisen sind weltweit stark gefragt – insbesondere auch in Europa – und dieser Trend wird sich voraussichtlich bis 2026 und darüber hinaus fortsetzen.
Das Konzept hat sich in den letzten Jahrzehnten stark weiterentwickelt: Höhere Qualität, mehr Individualität und neue Schwerpunkte wie Wellness, hochwertige Gastronomie und exklusive Unterkünfte prägen das Angebot.
Sandals investiert im Rahmen der Strategie „Sandals 2.0“ kontinuierlich in Renovierungen, Weiterentwicklungen und neue Konzepte. Dabei geht es nicht nur um Expansion, sondern um außergewöhnliche Erlebnisse, die eine tiefere Verbindung zur Karibik ermöglichen.
Mit neuen Restaurantkonzepten wie „Buccan“ und Food Halls setzen Sie auf erlebnisorientierte Gastronomie. Welche Rolle spielt Kulinarik heute als Differenzierungsfaktor?
Kulinarik ist heute ein zentraler Bestandteil des Luxus-All-Inclusive-Erlebnisses. Gäste suchen nicht nur nach gutem Essen, sondern nach authentischen, kulturell geprägten Erlebnissen.
Lokale Produkte und kreative Konzepte ermöglichen es, die jeweilige Destination intensiver zu erleben.
Neue Konzepte wie das Sharing-Restaurant „Buccan“ in Sandals Regency La Toc in Saint Lucia und in Sandals Saint Vincent & The Grenadines setzen auf offene Feuerküche, regionale Zutaten, gemeinschaftliches Dining und interaktive Erlebnisse – hier wird Essen zu einem Erlebnis, das Verbindung und Entdeckung fördert.
In Jamaika stammen rund 90 % der Produkte von lokalen Produzenten. Programme wie „Island Inclusive Dining“ in Sandals Royal Curaçao oder Sandals Royal Bahamian ermöglichen Gästen von ausgewählten Butler-Suiten, lokale Restaurants außerhalb der Resorts zu erleben – inklusive Transfers und Guthaben. Mit bis zu 16 Restaurants pro Sandals-Resort und 28 bei Beaches ist die Vielfalt groß. Ergänzt wird das Angebot durch hochwertige Getränke, Blue Mountain Coffee, Food Halls, hybride Café-Bar-Konzepte oder neue Erlebnisse wie Butch’s Island Chophouse, Pinta Food Hall mit globalen Küchen, BRÜ Coffee Bar, die abends zur Cocktailbar wird, und Swim-up Bars mit Snow Cone Stationen.
Mit neuen Projekten wie Treasure Beach Village und geplanten Resorts in Barbados, Exuma und Jamaika: Wie positionieren Sie Beaches künftig im Wettbewerb um hochwertige Familienreisen?
Beaches Resorts positioniert sich als führende Marke für luxuriösen Familienurlaub in der Karibik.
Das neue Treasure Beach Village in Beaches Turks & Caicos, das im März 2026 eröffnete, erweitert das Angebot um 101 großzügige Familien-Suiten mit zwei, drei oder vier Schlafzimmern – alle auf Club- oder Butler-Level – sowie neue Gastronomie- und Freizeitkonzepte.
Zukünftige Projekte in Barbados (mit dem künftig ersten Beaches auf der Insel mit rund 600 Zimmern), Exuma (ebenfalls erstmalig auf den Bahamas mit 249 Zimmern und Mehrzimmer-Villas) und Jamaika (mit rund 400 Suiten und Villen) setzen verstärkt auf Mehrgenerationenreisen, große Villen, Erlebnisangebote und hochwertige Infrastruktur.
Ziel ist es, Familienurlaub auf Luxusniveau neu zu definieren.
Sie sprechen von „Sandals 2.0“. Was bedeutet das konkret in Bezug auf Konzept, Bauweise und Servicequalität?
Sandals 2.0“ steht für eine umfassende Weiterentwicklung des Gästeerlebnisses. Im Kern geht es darum, Luxus neu zu denken: nicht nur hochwertiger, sondern individueller, erlebnisorientierter und stärker mit der Destination verbunden.
Dazu gehören stärker integrierte lokale Erlebnisse, neue Ausflugsmöglichkeiten, innovative Unterkunftskonzepte und individuelle Services.
Beispiele dafür sind exklusive Ausflüge wie Bootstouren zum La Soufrière Vulkan oder geführte Kajaktouren zur Buccament Bat Cave in Sandals Saint Vincent & The Grenadines, lokale Dining-Erlebnisse über das „Island Inclusive Dining“-Programm in Sandals Royal Curacao oder Sandals Royal Bahamian, bei dem Gäste für Restaurantbesuche Guthaben und Transfers erhalten, sowie neue Trends wie „Stargazing“ in speziell ausgestatteten Villen mit Dachterrassen und Teleskopen – etwa in den Rondoval Butler Sky Villas mit privaten Pools in Sandals Saint Vincent & The Grenadines, Sandals Regency La Toc in Saint Lucia oder der Coyaba Sky Villa Swim-up Rondoval Butler Suite in Sandals Dunn’s River. Teilweise steht dafür sogar ein persönlicher Stargazing-Concierge zur Verfügung. Gäste ausgewählter Suiten können zudem mit einem Mini Cooper die Insel auf eigene Faust erkunden.
Zudem reagiert Sandals auf Trends wie Outdoor-Erlebnisse und neue Sportarten – etwa durch Partnerschaften im Bereich Pickleball.
Wie hat sich die Nachfrage aus dem deutschsprachigen Markt entwickelt? Gibt es Trends bei Aufenthaltsdauer, Buchungsverhalten oder Unterkunftskategorien?
Die Nachfrage aus dem DACH-Markt ist weiterhin stark trotz einzelner Herausforderungen wie dem Hurrikan Melissa in 2025. Besonders beliebt sind Barbados, Curaçao, Antigua und Jamaika, nicht zuletzt dank guter Flugverbindungen.
Typische Aufenthalte dauern etwa zehn Tage und werden rund 100 Tage im Voraus gebucht.
Während Einstiegskategorien gefragt bleiben, wächst das Interesse an höherwertigen Club- und Butler-Suiten – insbesondere bei neuen, exklusiven Unterkunftsformen wie beispielsweise die Rondoval Butler Sky Villas mit privaten Pools.
Welche Rolle spielen Reisebüros und Veranstalter im europäischen Vertrieb – und wie unterstützen Sie Ihre Partner?
Sowohl Reisebüros als auch große Veranstalter sind ein zentraler Bestandteil der Vertriebsstrategie in Europa.
Gerade im Luxussegment geht es dabei vor allem darum, Produktwissen zu stärken und Sicherheit im Verkauf zu geben – damit der Mehrwert eines Karibik-Luxusurlaubs klar vermittelt werden kann. Daher werdenPartner durch Schulungen, Marketingmaßnahmen, Incentive-Programme und Erlebnisreisen praxisnah unterstützt.
Programme wie das „Sell & Go“-Incentive, bei dem Reisebüros für Buchungen mit kostenlosen Übernachtungen belohnt werden, oder das neue Ambassador-Programm, das besonders engagierte Vertriebspartner auszeichnet und ihnen vertiefte Produkterlebnisse ermöglicht, stärken die Zusammenarbeit und Produktkenntnis der Vertriebspartner.
Nach welchen Kriterien wählen Sie neue Standorte aus – und welche Rolle spielen Nachhaltigkeit und lokale Wertschöpfung?
Die Standortwahl basiert auf erstklassigen Lagen – insbesondere westlich ausgerichteten Stränden mit ruhigem Wasser.
Nachhaltigkeit und lokale Integration sind zentrale Faktoren:
- Stärkere Nutzung lokaler Produkte
- Reduzierung von Abfall und Plastik
- Einsatz nachhaltiger Materialien und Systeme
Alle Resorts sind durch EarthCheck zertifiziert, viele davon seit über 15 Jahren auf höchstem Niveau.
Die ESG-Strategie des Unternehmens zielt darauf ab, Emissionen, Wasserverbrauch und Abfall bis 2030 um 30 % zu reduzieren.
Ein wichtiger Baustein ist auch das gesellschaftliche Engagement: Die Sandals Foundation wurde 2009 gegründet und ist der philanthropische Arm des Unternehmens. Sie unterstützt jedes Jahr über 120 Projekte in den Bereichen Bildung, Umwelt und Gemeinden in der Karibik. Insgesamt wurden bereits Programme im Wert von über 115 Millionen US-Dollar umgesetzt und mehr als 1,8 Millionen Menschen erreicht. Besonders wichtig: 100 % der Spenden fließen direkt in die Projekte, da die Verwaltungskosten vom Unternehmen übernommen werden.
Bildnachweis: © Sandals
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