Tourexpi
Der
Deutsche Reiseverband (DRV) hat bei einem politischen Diskussionsforum in
Berlin vor den Folgen steigender Standortkosten im Luftverkehr gewarnt.
Insbesondere die Luftverkehrsteuer und weitere staatlich verursachte
Belastungen würden die Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandorts
Deutschland schwächen. Nach Ansicht des Verbandes gefährdet dies nicht nur
Fluggesellschaften und Flughäfen, sondern auch die gesamte Reisewirtschaft
sowie zahlreiche Arbeitsplätze entlang der touristischen Wertschöpfungskette.
Auf
dem Forum „Wertschöpfung des Luftverkehrs“, das auf Initiative des
Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) gemeinsam mit
mehreren Wirtschaftsverbänden veranstaltet wurde, betonte DRV-Präsident Albin
Loidl die zentrale Bedeutung des Luftverkehrs für Tourismus und Wirtschaft.
„Der Luftverkehr ist kein Partikularinteresse der Airlines, sondern die
zentrale Infrastruktur der Reisewirtschaft“, sagte Loidl.
Luftverkehr
als Rückgrat des Tourismus
Der
Luftverkehr ermöglicht Millionen von Urlaubsreisen deutscher Verbraucher und
bringt zugleich internationale Gäste, Geschäftsreisende und Messebesucher nach
Deutschland. Von einer leistungsfähigen Luftverkehrsinfrastruktur profitieren
neben Airlines und Flughäfen zahlreiche weitere Branchen, darunter Hotellerie,
Gastronomie, Kultur, Einzelhandel, Reiseveranstalter, Reisebüros sowie digitale
Vertriebs- und Servicedienstleister.
Die
wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus ist erheblich: Nach Angaben des DRV
erwirtschaftet die Branche 3,7 Prozent der gesamten Wertschöpfung in
Deutschland. Rund 2,7 Millionen Menschen sind im Tourismus beschäftigt.
Weniger
Verbindungen, höhere Preise
Nach
Einschätzung des Verbandes führen die hohen staatlichen Belastungen bereits
heute zu spürbaren Auswirkungen im Markt. Fluggesellschaften reduzierten
Kapazitäten, Direktverbindungen würden seltener und Flugtickets teurer.
Für
Reisende bedeute dies längere Reisezeiten, zusätzliche Umstiege und höhere
Kosten. Besonders betroffen seien Familien und Haushalte mit geringerem
Einkommen. „Urlaub muss bezahlbar bleiben“, betonte Loidl. „Schon jetzt
beobachten wir, dass insbesondere einkommensschwächere Haushalte auf Reisen
verzichten müssen. Diese Entwicklung ist besorgniserregend.“
Auswirkungen
auf Reiseveranstalter und Geschäftsreisen
Die
Folgen treffen nach Angaben des DRV auch den Reisevertrieb unmittelbar. Rund 85
Prozent aller Pauschalreisen enthalten einen Fluganteil. Sinkende
Flugkapazitäten könnten daher zu höheren Reisepreisen und einer geringeren
Angebotsvielfalt führen.
„Wenn
Flugkapazitäten fehlen, gerät die gesamte Reisewirtschaft unter Druck“,
erklärte Loidl. „Von der Pauschalreise über Fernreisen und Kreuzfahrten bis hin
zu Gruppen- und Geschäftsreisen sind nahezu alle Segmente auf verlässliche und
bezahlbare Flugverbindungen angewiesen.“
Zugleich
könnten längere Anreisen, zusätzliche Umstiege und eingeschränkte
Verfügbarkeiten die Zufriedenheit von Urlaubs- und Geschäftsreisenden
beeinträchtigen.
Reisen
darf nicht zum Luxus werden
Der
DRV verweist zudem auf die gesellschaftliche Bedeutung des Reisens.
Urlaubsreisen seien nicht nur ein Wirtschaftsfaktor, sondern leisteten einen
wichtigen Beitrag zu Erholung, Lebensqualität und sozialem Zusammenhalt.
„Wenn
Familien sich ihren Jahresurlaub nicht mehr leisten können, betrifft das nicht
nur die Tourismuswirtschaft. Reisen fördert Erholung, persönliche Begegnungen
und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Diese Möglichkeit darf nicht durch
überhöhte staatliche Belastungen eingeschränkt werden“, sagte Loidl.
Forderung
nach Entlastung des Luftverkehrs
Der
Verband fordert deshalb eine Senkung der Luftverkehrsteuer sowie weitere
Maßnahmen zur Reduzierung der Standortkosten. Ziel sei es, die internationale
Anbindung Deutschlands zu sichern, die Wettbewerbsfähigkeit des
Luftverkehrsstandorts zu stärken und bezahlbare Flugreisen für Privat- und
Geschäftsreisende langfristig zu gewährleisten.
„Eine
wettbewerbsfähige Luftverkehrsinfrastruktur stärkt nicht nur Airlines und
Flughäfen. Sie stärkt den Tourismus, den Wirtschaftsstandort Deutschland und
Millionen von Reisenden. Deshalb muss die Luftverkehrsteuer auf den Prüfstand
und spürbar gesenkt werden“, so Loidl.
Bildnachweis:
© DRV
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