Türkei: Nachtbesuche in Museen und antiken Stätten legen kräftig zu - Wissen, was im Tourismus los ist!



Türkei
Türkei: Nachtbesuche in Museen und antiken Stätten legen kräftig zu
Mit mehr als 1,3 Millionen Besuchern und einem Wachstum von 32 Prozent entwickelt sich die nächtliche Öffnung historischer Sehenswürdigkeiten zu einem wichtigen Zusatzangebot für Urlauber
Türkei: Nachtbesuche in Museen und antiken Stätten legen kräftig zu

Die Türkei verzeichnet eine deutlich steigende Nachfrage nach abendlichen Besichtigungen ihrer Museen und archäologischen Stätten. Nach Angaben von Kultur- und Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy nutzten 2026 insgesamt 1.326.590 Besucher das sogenannte Nachtmuseumskonzept. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Zuwachs von 32 Prozent. Besonders gefragt waren die antike Stadt Ephesos bei Izmir, der Galataturm in Istanbul und die Ausgrabungsstätte Hierapolis bei Pamukkale.

Das Programm ermöglicht Besichtigungen nach Sonnenuntergang und erweitert damit das klassische Kulturangebot der türkischen Urlaubsregionen. Gerade in den heißen Sommermonaten bietet die Verlagerung von Besichtigungen in die Abendstunden eine Alternative zu Ausflügen während der Mittagshitze. Historische Anlagen lassen sich bei niedrigeren Temperaturen und teilweise mit besonderer Beleuchtung erleben. Für Urlauber entstehen dadurch zusätzliche Möglichkeiten, Strandaufenthalte mit kulturellen Aktivitäten zu verbinden.

Auch für den deutschen Reisemarkt ist diese Entwicklung von Bedeutung. Zahlreiche der beteiligten Sehenswürdigkeiten liegen in Regionen, die regelmäßig von deutschen Pauschal- und Individualurlaubern besucht werden. Dazu zählen insbesondere die Türkische Riviera, die Ägäisküste, Istanbul und Kappadokien. Für Reiseveranstalter und örtliche Ausflugsanbieter eröffnet das Konzept die Möglichkeit, bestehende Programme zeitlich flexibler zu gestalten und zusätzliche Abendangebote in ihre Reiseplanung aufzunehmen.

Ephesos führt die Besucherstatistik an

Die mit Abstand meisten Nachtbesucher verzeichnete die antike Stadt Ephesos. Die archäologische Stätte in der Provinz Izmir erreichte 501.811 Besucher und damit 36 Prozent mehr als im Vorjahr, als 368.731 Menschen die abendlichen Öffnungszeiten nutzten.

An zweiter Stelle folgte der Galataturm in Istanbul mit 277.557 Besuchern. Gegenüber den 205.344 Besuchern des Vorjahres entspricht dies einem Anstieg von 35 Prozent. Die antike Stadt Hierapolis bei Pamukkale belegte mit 190.910 Besuchern den dritten Platz.

Weitere stark nachgefragte Standorte waren das Museum für Unterwasserarchäologie in Bodrum mit 62.071 Besuchern, die antike Stätte von Didim mit 60.884 und das Museum von Marmaris mit 50.053 Besuchern.

Besonders hohe prozentuale Zuwächse wurden teilweise an Standorten mit bislang geringeren Besucherzahlen registriert. Die Archäologischen Museen in Istanbul steigerten ihre Nachtbesucherzahl von 8.789 auf 24.850, ein Plus von 183 Prozent. In Didim stieg die Nachfrage um 119 Prozent, während die antike Stadt Patara in der Provinz Antalya mit 28.021 Besuchern nahezu eine Verdoppelung erreichte.

Auch die Hanghäuser von Ephesos verzeichneten mit 19.541 Besuchern einen Anstieg von 82 Prozent. Die Zahlen zeigen, dass das Interesse nicht allein auf die bekanntesten Monumente beschränkt bleibt.

Zusätzliche Möglichkeiten für den Reisevertrieb

Für deutsche Reiseveranstalter ist vor allem die Verbindung von Abendbesichtigungen mit bestehenden Urlaubsprogrammen interessant. An der Türkischen Riviera könnten beispielsweise Kulturangebote in Side oder Patara eine Ergänzung zum klassischen Badeurlaub darstellen. An der Ägäisküste bieten sich Ephesos, Didim und Bodrum für entsprechende Ausflugsprogramme an.

Der zeitliche Vorteil ist dabei ein wesentlicher Faktor. Reisende können den Tag am Strand verbringen und historische Sehenswürdigkeiten erst am Abend besuchen. Für örtliche Agenturen ergeben sich dadurch zusätzliche Möglichkeiten bei der Organisation von Transfers, Führungen und kombinierten Ausflügen.

Allerdings ist die Verfügbarkeit der Nachtöffnungen saisonal unterschiedlich. Das reguläre Programm 2026 lief vom 1. Juni bis zum 1. Oktober und umfasste elf Museen sowie elf archäologische Stätten. Aufgrund der Nachfrage wurden die Öffnungszeiten in Ephesos und Side bis zum 15. Oktober verlängert. In Göreme in Kappadokien können Besucher das Angebot noch bis zum 31. Oktober nutzen.

Eine Ausnahme bildet der Galataturm in Istanbul, an dem die nächtlichen Besuchsmöglichkeiten ganzjährig bestehen bleiben.

Für Reisebüros und Veranstalter ist deshalb eine genaue Prüfung der jeweiligen Öffnungszeiten erforderlich. Insbesondere bei Reisen in der Nebensaison lässt sich nicht davon ausgehen, dass sämtliche Sehenswürdigkeiten auch nach Sonnenuntergang zugänglich sind.

Mit dem Ausbau des Nachtmuseumskonzepts verfolgt das türkische Kultur- und Tourismusministerium das Ziel, historische Stätten einem größeren Publikum zugänglich zu machen und ihre touristische Nutzung über die traditionellen Tageszeiten hinaus zu erweitern. Die steigenden Besucherzahlen sprechen dafür, dass sich abendliche Kulturbesichtigungen zunehmend als eigenständiger Bestandteil des touristischen Angebots etablieren.

Bildnachweis: KI-erstellte Illustration


Unsere Webseite ist auf allen Computern und mobilen Geräten gut nutzbar.
Tourexpi, turizm haberleri, Reisebüros, tourism news, noticias de turismo, Tourismus Nachrichten, новости туризма, travel tourism news, international tourism news, Urlaub, urlaub in der türkei, день отдыха, holidays in Turkey, Отдых в Турции, global tourism news, dünya turizm, dünya turizm haberleri, Seyahat Acentası,