Hüseyin Baraner: ‘Das sind die vorrangigsten Probleme, die der neue Tourismusminister lösen muss’ - Wissen, was im Tourismus los ist!



Türkei
Hüseyin Baraner: ‘Das sind die vorrangigsten Probleme, die der neue Tourismusminister lösen muss’
Im Grunde ist es erstaunlich, dass die gut ausgebildeten, kultivierten und selbstbewussten Touristiker der Türkei trotz ihrer internationalen Erfahrung immer Distanz zur Politik gehalten haben.
Hüseyin Baraner: ‘Das sind die vorrangigsten Probleme, die der neue Tourismusminister lösen muss’

Der Meinung einiger Freunde zufolge, die sich für dieses Thema interessieren, waren wir Touristiker den politischen Parteien des Landes zu überqualifiziert und auch zu unabhängig gesinnt. Die Personen, deren Namen dann und wann erwähnt wurden, „regierten“ ja sozusagen ihre eigenen Unternehmen.

 

Sie hatten ohnehin Verantwortung auf sich genommen, und waren mit ihrem Leben ja auch zufrieden.

 

So gingen die Jahre ins Land.

 

Aus dem Mund der ausländischen Freunde hörte ich hin und wieder die Beschwerde, man solle doch endlich einmal einen vernünftigen Minister wählen. Dabei schauten sie mich immer merkwürdig an.

 

Bei jedem neuen Minister dauerte es mindestens ein Jahr, bis er verstand, wie der Tourismus im In- und Ausland funktionierte. Das bedeutet, dass wir von den vergangenen 30 Jahren 25 Jahre daran verschwendet haben, Tourismusminister auszubilden.

 

Hin und wieder habe ich die ausländischen Reiseveranstalter gefragt, was sie denn mit dem Minister besprochen haben. Sie antworteten mir oft, dass sie sich nicht sicher seien, ob der Minister sie überhaupt verstanden habe.

 

Jetzt sind wir in einer anderen Lage

 

Zum ersten mal ist einer unserer Kollegen Minister geworden. Er verfügt über 35 Jahre Berufserfahrung und kann uns auf dieser Grundlage den Weg weisen, und auch den internationalen Märkten Signale geben, dass ein Wandel bevorsteht.

 

Das ist eine große Chance für unseren Wirtschaftszweig. Wir sollten diesen Minister unterstützen. Auch die ausländischen Märkte sind dieser Meinung. Sie sind mit dem Minister sehr zufrieden.

 

Ziehen wir einmal eine aufrichtige Bilanz der vergangenen Jahre.

 

In den letzten zwanzig Jahren war unser Land für die Reiseveranstalter ein Bettenparadies, eine Art Kapazitätenlager. Es bot guten Service für günstige Preise, einen gut anzubietenden Urlaub mit guter und neuer Infrastruktur. Das waren die Haupteigenschaften des Türkeitourismus.

 

Nun erhoffen sich die in- und ausländischen Reiseveranstalter, die auf anspruchsvollere Touristen abzielen, strukturelle Veränderungen. Auch die Agenturen, die Kultur- und Kunstreisen vermitteln, sind euphorisch. Alle sind sie sich darin einig, dass die Türkei Besseres verdient hat.

 

Auch die Hotelbetreiber haben nun allmählich zu spüren begonnen, dass ein Tourismus, der fast ausschließlicha auf das Füllen und Leeren von Hotelzimmern abzielt, nicht nachhaltig sein kann. Viele der Gäste, aber auch der Gastgeber in etlichen Anlagen, denken sich bereits heimlich, dass man doch etwas anderes und attraktiveres anbieten sollte.

 

So sind die Erwartungen Minister Mehmet Ersoy hoch.

 

Sogar sehr hoch.

 

Neben vielen anderen wichtigen Aufgaben können wir die folgenden Wünsche folgendermaßen auflisten:

 

1.    Wir brauchen neue Dienstleistungen für bereits existente Produkte, und der Inhalt und die Kriterien sollten den Marktbedingungen entsprechend neu definert werden.

2.    Die Reiseveranstalter sollten ihre PR-Maßnahmen und ihr Marketing koordinieren um neue, unterschiedliche Kundensegmente anzsprechen zu können.

3.    Gruppen, die Kultur-, Kunst- und Gourmeturlauber zu ihren Kunden zählen, sollten pro Person subentioniert werden. Alternativ wären auch Kooperationsmodelle denkbar.

4.    Es sollten neue, auf Dauer angelegte Modelle für den Urlaub von Best Agern im Winter entwickelt und vorgestellt werden.

5.    Um den kulturellen Reichtum Anatoliens und seiner alten Kultuuren sowie auf sie bezogene neue Investitionen in den Vordergrund zu stellen, sollte man die PR-Arbeiten auf der Basis einzelner Reisegebiete stärken, regionale PR-Budgets zur Verfügung stelllen, sowie Komissionen unter Beteiligung zivilgesellschaftlicher Vereinigungen und privater Unternehmen bilden, die eine richtige und effektive Verwendung dieser Budgets kontrollieren,

6.    Es sollten Gelder zur Verfügung gestellt werden, mit denen kulturelle, künstlerische und sportliche Veranstaltungen gefürdert werden, bei denen eine hohe internationale Teilnahme zu erwarten ist. Um das Interesse an den Reisegebieten der Türkei über das gesamte Jahr hinweg wach zu halten, sollte international über diese Veranstaltungen berichtet werden. Dabei sollten einheimische Künstler und Handwerker im Vordergrund stehen.

7.    Die Verbote internationaler Online-Verkäufer, die dem Image der Türkei schaden, sollten schleunigst aufgehoben werden. Es müssen Regelungen gefunden werden, mit denen beide Seiten auskommen und die sie einhalten können.

8.    Es sollte eine nachhaltige Kommunikationsstrategie entwickelt die internationalen Medien und die Kanäle der Sozialen Medien entwickelt werden.

9.    Wichtig wäre es auch, den Verlust der Konkurrenzfähigkeit der Drei-Sterne-Hotels zu stoppen, zum Beispiel, indem man als ersten Schritt die Mehrwertsteuer auf alkoholfreie Getränke und auf Speisen in Drei-Sterne-Hotels abschafft.

 

Es gibt noch viele weitere Themen, dies sind jedoch die dringendsten, die mir geschildert wurden. Die Türkei sollte den Aufwind, den sie nun nach der harten Krise erfährt, nutzen, um den Tourismussektor schleunigst und ohne Unterbrechungen neu zu ordnen.


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