San Marino macht den Winter zur Bühne seiner Identität - Wissen, was im Tourismus los ist!



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San Marino macht den Winter zur Bühne seiner Identität
Politische Rituale, zeitgenössische Kunst und gelebte Alltagskultur verbinden sich in der Republik zu einem außergewöhnlichen Kulturprogramm jenseits der Hochsaison
San Marino macht den Winter zur Bühne seiner Identität

Während viele europäische Reiseziele die Wintermonate touristisch zurückfahren, nutzt San Marino diese Zeit bewusst zur Selbstvergewisserung. Staatsrituale, anspruchsvolle Ausstellungen und das Engagement lokaler Betriebe formen ein dichtes kulturelles Gefüge, in dem Geschichte nicht museal verwahrt, sondern öffentlich gelebt wird. Der Winter wird so zur Bühne für Identität, Erinnerung und Gegenwart.

Politische Rituale als öffentliches Ereignis

In den Winter- und frühen Frühlingsmonaten treten jene Zeremonien in den Vordergrund, die San Marino seit Jahrhunderten prägen. Am 5. Februar begeht die Republik den Tag der Befreiung und das Fest der Heiligen Agatha, der Schutzpatronin des Landes. Historische Umzüge, religiöse Feiern und staatliche Akte erinnern an die Unabhängigkeit San Marinos und sind fester Bestandteil des gesellschaftlichen Alltags.

Am 25. März folgt der Arengo-Jahrestag. Er erinnert an das Jahr 1906, als Bürgerinnen und Bürger erstmals direkte politische Mitbestimmung erlangten. Im Jahr 2026 erhält dieser Gedenktag besonderes Gewicht, da sich das Ereignis zum 120. Mal jährt. Begleitet wird der Feiertag vom Tag der Militärkorps, an dem Uniformen, Ehrenformationen und traditionelle Abläufe die historische Kontinuität der Republik sichtbar machen.

Zeitgenössische Kunst im historischen Kontext

Parallel zu den staatlichen Ritualen profiliert sich San Marino als Ausstellungsort mit klarer thematischer Verankerung. Noch bis zum 6. Januar 2026 zeigt die Pinacoteca San Francesco in der Altstadt Werke des Londoner Künstlers Toby Rampton. In Plein-Air-Ölmalerei setzt er Landschaften, mittelalterliche Architektur und soziale Szenen um. Besonderes Augenmerk gilt dem Werk „The Agreement“, das das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen San Marino und dem Vereinigten Königreich aus dem Jahr 2023 künstlerisch reflektiert. Die von Paolo Rondelli kuratierte Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Konsulat San Marinos in London und versteht die Republik als lebendigen Erinnerungsraum.

Bis zum 11. Januar 2026 ist die Ausstellung „Arte e Design. Design è Arte“ erstmals parallel im Palazzo SUMS und in der Nationalgalerie San Marino zu sehen. Konzipiert von Philippe Daverio in Kooperation mit dem Museo MA*GA, zeichnet sie den Dialog zwischen Kunst und Design im Italien des 20. Jahrhunderts nach. Von der Nachkriegsmoderne bis zur Postmoderne wird Design als ästhetischer, gesellschaftlicher und ökonomischer Ausdruck gelesen, mit besonderem Fokus auf Enzo Mari und Design als Denkform.

Eine weitere kulturpolitische Perspektive eröffnet bis zum 22. März 2026 die Ausstellung „Francobolli dipinti“ von Marco Ventura im Museo del Francobollo e della Moneta. San Marino zählt zu den international renommierten Briefmarkenherausgebern. Ventura überträgt dieses Medium in die zeitgenössische Kunst und interpretiert die Briefmarke als Bildträger, Symbol und identitätsstiftendes Objekt. Ein kleines Format wird so zum Ausgangspunkt einer größeren Erzählung über Staatlichkeit, Kommunikation und kulturelle Selbstvergewisserung.

Kulinarik als Teil der kulturellen Erzählung

Dass kulturelle Identität in San Marino nicht an Museumstüren endet, zeigt das Unternehmen La Serenissima. Seit 1942 produziert der Familienbetrieb traditionelle Back- und Süßwaren, darunter die Torta Tre Monti, ein mehrlagiger Waffelkuchen mit Schokoladen- und Haselnusscreme, der die drei Türme des Monte Titano symbolisiert. Neben der klassischen Version existiert auch eine Kaffeevariante.

Gegründet von Simone Michelotti und heute in dritter Generation geführt, steht La Serenissima für handwerkliche Herstellung ohne Konservierungsstoffe und mit ausgewählten lokalen Zutaten. Zum Sortiment zählen weitere Torten, Pralinen, regionale Biscuits, Schokoladen sowie saisonale Produkte wie handgefertigte Ostereier oder Panettoni. In der ruhigeren Winterzeit wird das Geschäft in Domagnano zum sozialen Treffpunkt, an dem sich Einheimische und Besucher begegnen und Alltagskultur unmittelbar erfahrbar wird. Atelier und Produktionsräume sind ausschließlich nach vorheriger Vereinbarung zugänglich, was den Fokus auf Authentizität und Qualität unterstreicht.

Höhepunkt im Frühjahr

Seinen symbolischen Abschluss findet das winterliche Kulturprogramm am 1. April 2026 mit der Investitur der Captains Regent. Die beiden Staatsoberhäupter, die alle sechs Monate vom Großen und Allgemeinen Rat gewählt werden, treten an diesem Tag offiziell ihr Amt an. Die seit Jahrhunderten nahezu unveränderte Zeremonie bindet die gesamte Bevölkerung ein und macht politische Geschichte im öffentlichen Raum sichtbar.

Vom historischen Zentrum der Altstadt aus wird die Amtsübergabe von militärischen Ehrenformationen, Ansprachen und festlichen Ritualen begleitet. Für Besucherinnen und Besucher ist dies ein Moment, in dem sich Tradition, Kontinuität und Gemeinschaftsgefühl verdichten und San Marino den Übergang vom Winter in den Frühling mit einem kulturellen Höhepunkt markiert.

Hinweis: Veranstaltungen und Ausstellungen werden laufend aktualisiert. Aktuelle Informationen finden sich unter www.visitsanmarino.com.

Bildnachweis: © Visit San Marino


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