Wechsel im Präsidium des Tourismusverbandes Ostbayern - Wissen, was im Tourismus los ist!



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Wechsel im Präsidium des Tourismusverbandes Ostbayern
Von touristischen Rekordwerten bis zum Lockdown.
Wechsel im Präsidium des Tourismusverbandes Ostbayern

Landrätin Rita Röhrl aus dem Landkreis Regen ist die neue Präsidentin des Tourismusverbandes Ostbayern (TVO). Stellvertretender Präsident ist Landrat Thomas Ebeling aus dem Landkreis Schwandorf.

Im Rahmen der Jahrestagung des Tourismusverbandes Ostbayern ist ein neues Präsidium gewählt worden. Die beiden bisherigen Präsidenten, Landrat Josef Laumer, Straubing-Bogen, und Landrat Franz Löffler, Cham, scheiden aus dem Präsidium aus. Beide vertraten den Bayerischen Landkreistag. Als Vertreter für den Bayerischen Städtetag folgt Bürgermeister Karlheinz Budnik, Windischeschenbach, dem scheidenden Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, Weiden. Für den Bayerischen Gemeindetag übernimmt Bürgermeister Tobias Kurz das Amt des ausscheidenden Bürgermeisters Alois Brundobler, beide Bad Füssing. Dem Bürgermeister Rupert Troppmann, Neustadt an der Waldnaab, folgt Bürgermeister Toni Dutz, Wiesau.

Tourismus lebt von Übernachtungsgästen

In ihrer Antrittsrede sprach Röhrl über die aktuelle touristische Situation. Bei den Ankünften liege man kumuliert bis Ende Juli immer noch 45,4 Prozent, bei den Übernachtungen 41,6 Prozent unter dem Vorjahresniveau. „Die Zahlen liegen zwar über dem bayerischen Durchschnitt, aber die Bäder und Städte sind nach wie vor die Schlusslichter im Tourismus“, sagt Röhrl, „Wir müssen alles tun, um eine zweite Welle zu verhindern. Gerade unsere vielen familiengeführten Betriebe stehen mit ihrer ganzen Existenz im Feuer.“ Obwohl der Tagestourismus boome, so leben die Betriebe doch von den Übernachtungstouristen und brauchen Einkünfte für Personal und Investitionen. Röhrl bittet Politiker und Abgeordnete dem Tourismus angemessen zu unterstützen.

Als positiven Effekt könne man der Krise abgewinnen, dass sich der Trend zum Naturtourismus verstärkt habe, der ein Kernthema im ostbayerischen Tourismus sei. Auch der Trend zur Digitalisierung im Tourismus sei in Ostbayern ein wichtiges Thema. Dies sei wichtiger denn je, denn gerade die Onlinebuchbarkeit sei überhaupt die Voraussetzung, nahtlos im Netz gebucht zu werden. „Wir sind dankbar dafür, dass wir weit voran sind und immer schon den Qualitätsweg eingeschlagen haben. Diesen wollen wir weitergehen“, so Röhrl.

Grußworte

In den Grußworten thematisiert Bürgermeister Tobias Kurz, Bad Füssing, die freiwilligen Leistungen im Haushaltsrecht der Kommunen: „Hier muss ein Umdenken stattfinden. Denn der Kurbetrieb mit seiner gesamten Infrastruktur, wie Kurpark, Kurorchester und vieles mehr, was ein Thermalbad leistet, kann nicht als freiwillige Leistung gesehen werden.“ Landrat Raimund Kneidinger, Passauer Land, fügt in die gleiche Richtung an, dass Tourismus ist eine der wichtigsten wirtschaftlichen Säulen im Landkreis sei: „Ich bitte Sie, der negativen Grundstimmung entgegenzuwirken. Zeigen Sie auf, was auch in Coronazeiten möglich ist. Das ist sehr viel mehr, als was nicht möglich ist.“

Touristische Bilanz

Der ausscheidende Präsident Landrat Josef Laumer zieht eine touristische Bilanz: „2019 war für Ostbayern das neunte Wachstumsjahr in Folge: 5.526.633 Gäste verbrachten ihren Urlaub in Niederbayern oder der Oberpfalz. Der Zuwachs von 2,7 Prozent bedeutet, dass 145.139 mehr Gäste als im Vorjahr anreisten. 17.760.380 Gästeübernachtungen ergaben sich daraus, was einer viertel Million mehr Übernachtungen als im Vorjahr und einem Plus von 1,4 Prozent entspricht. Massen- oder gar Overtourism aber liegen uns fern. Wir steuern weiter einen nachhaltigen und sozialverantwortlichen Tourismus in der Fläche an, bei dem sich nach und nach die Wertschöpfung für den einzelnen Betrieb erhöht. Dass dies inzwischen immer besser gelingt, zeigt die Auslastung der Betriebe: Hatten wir beispielsweise im Jahr 2009 in Ostbayern noch eine durchschnittliche Auslastung von 32,1 Prozent, liegen wir im Jahr 2019 bei 41,6 Prozent.“

Er appellierte gleichzeitig an die touristischen Leistungsträger, in den Bemühungen nicht nachlassen und weiter an der Qualität zu arbeiten, um neue Gäste für die Region zu gewinnen. „Und dann kam die Katastrophe“, führt Laumer fort, „Corona legte alles lahm. Allein im Zeitraum des Lockdowns hat die Tourismuswirtschaft in Ostbayern rund eine Milliarde Euro an Wertschöpfung verloren.“

Re-Start-Kampagnen

Bereits im März begann man beim Tourismusverband Ostbayern mit Beratungs- und Schulungsmaßnahmen, um gerade den kleineren Gastgebern Unterstützung zu geben, wie diese nach der Krise vom starken digitalen Vertrieb profitieren können. Durch eine starke Online-Präsenz in Sozialen Medien, Radiospots und Prospektversand habe man den Kontakt zu Reiseinteressenten gehalten, aber auch durch verschiedene Aktionen das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Region gestärkt. Laumer fasst zusammen: „Wenn man sich die aktuelle Lage in Ostbayern ansieht, gibt es wieder etwas Licht, aber auch noch viel Schatten. Während ländliche Gebiete bereits seit Juni erstmal zögerlich aber zunehmend wieder relativ gute Zahlen vermelden, bleibt die Situation in den Städten und Bädern extremst angespannt. Abstandsregeln, Hygienekonzepte, Personenbegrenzungen – alles wichtige Maßnahmen während einer Pandemie. Aber wie eine Geißel für unsere Thermen, Tagungszentren, Hotels und mehr. Aber jede Krise bietet auch eine Chance. Betrachtet man die Folgen der Coronakrise, erkennt man klar einen verstärkten Trend zum Naturtourismus sowie einen beschleunigten Digitalisierungsschub.“

Digitalisierung im Tourismus schreitet voran

Zwei Projekte wurden im Bereich der Digitalisierung durch den TVO in Angriff genommen, die „Digitalisierung und Onlinebuchbarkeit von Erlebnissen und Erlebnisanbietern“ sowie das Gemeinschaftsprojekt zwischen TVO und Centouris „digitour“.

„Naturtourismus ist auch längst unser Weg“, erläutert Laumer, „sind wir doch durch unsere Rad- und Wanderoffensive bei diesem Thema außerordentlich gut aufgestellt. Und das sehen nicht nur wir so. Wurde doch die Trans Bayerwald im Februar vom ADFC Bayern mit dem Goldenen Pedal für das beste Radtourismus Gesamtkonzept ausgezeichnet. Beim ADAC Tourismuspreis freuten wir uns mit der Trans Bayerwald über den dritten Preis und der Fünf-Flüsse-Radweg erhielt den Bike&Travel Award des gleichnamigen Fachmagazins in der Kategorie Die beliebteste Radreise in 2018. Auch unsere Wanderwege finden immer wieder Beachtung. Umfasst doch das Goldsteig-Wegenetz mit der neuen böhmischen Trasse und allen Querverbindungen und Zuwegen seit 2019 nun über 2.000 Kilometer. In ganz Mitteleuropa findet sich kein vergleichbares Projekt“.

Dank

Laumer dankte den Kommunen, Landkreisen und Bezirken in Niederbayern und der Oberpfalz: „Der Tourismus in Ostbayern lebt von diesem fantastischen Netzwerk. Jeder einzelne von Ihnen ist Teil davon.“ Sein Dank gilt weiterhin dem Freistaat Bayern und dem Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, und bat darum, die touristischen Mittel nicht zu kürzen. Einen großen Beitrag zum Tourismus leistet auch die Europäische Union, daher galt Dank auch den Regierungen und Leaderstellen für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit: „Ohne die Mittel der Europäischen Union wäre eine Umsetzung unserer zuvor genannten Leuchtturmprojekte im Wander- und Radfahrbereich niemals möglich gewesen“, so Laumer, „wir arbeiten bereits daran, dass auch in der neuen Förderperiode 2021 bis 2027 wieder zielführende touristische Projekte zur Umsetzung kommen können.“

Ehrenmitglieder ernannt

Zur Tagung ernannte die neue Präsidentin Rita Röhrl vier neue Ehrenmitglieder: Walter Keilbart, der als Vertreter der IHK Niederbayern die Belange der niederbayerischen Wirtschaft vertrat. Rudolf Weinberger, langjähriger Kurdirektor von Bad Füssing, der als Geschäftsführer des Bayerischen Heilbäderverbandes dem dramatischen Rückgang der ambulanten Badekuren schlagkräftig und nachhaltig entgegenwirkte. Karin Achatz, die lange Zeit als Vorsitzende des Arbeitskreises Ostbayerische Städte die Anliegen im Marketingausschuss des Tourismusverbandes Ostbayern vertrat. Ulrich N. Brandl, der sich stets vehement, auch als Präsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes und in zahlreichen Ehrenämtern

Mitglieder des neuen Präsidiums:

Drei Vertreter der kommunalen Gebietskörperschaften aus der Oberpfalz:

Dies sind Landrat Thomas Ebeling, Landkreis Schwandorf, Bürgermeister Karlheinz Budnik, Windischeschenbach sowie Bürgermeister Toni Dutz, Wiesau.

Drei Vertreter der kommunalen Gebietskörperschaften aus Niederbayern.

Dies sind Landrätin Rita Röhrl, Landkreis Regen, Bürgermeister Tobias Kurz, Bad Füssing, sowie Oberbürgermeister Dr. Christian Moser, Deggendorf.

Zwei Vertreter der Industrie- und Handelskammern:

Dies sind Dr. Jürgen Helmes für die IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim und Alexander Schreiner für die IHK Niederbayern in Passau.

Zwei Unternehmensvertreter:

Dies sind Andreas Brunner, Hotelier, für die Oberpfalz und Hermann Reischl jun., Hotelier für Niederbayern.

Von Amts wegen:

Vorstand des Tourismusverbandes Ostbayern ist Dr. Michael Braun, Stellvertretender Geschäftsführer Wolfgang Scheinert

Bildnachweis: © Tourismusverband Ostbayern e.V.


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