DRV-Hauptstadtkongress nimmt Zukunft der Reisewirtschaft in den Blick - Wissen, was im Tourismus los ist!



Deutschland
DRV-Hauptstadtkongress nimmt Zukunft der Reisewirtschaft in den Blick
Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Tourismus diskutieren am 15. und 16. Oktober über Wachstum, Klimawandel, Destinationen und KI
DRV-Hauptstadtkongress nimmt Zukunft der Reisewirtschaft in den Blick

Wie wettbewerbsfähig bleibt die deutsche Reisewirtschaft, welche politischen Rahmenbedingungen braucht sie und wie verändern Klimawandel, neue Destinationen und Künstliche Intelligenz das Geschäft? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des DRV-Hauptstadtkongresses, der am 15. und 16. Oktober 2026 in Berlin stattfindet.

Der Deutsche Reiseverband bringt dafür Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Tourismus zusammen. Zu den angekündigten Referenten und Diskussionsteilnehmern zählen unter anderem DIW-Präsident Marcel Fratzscher, Klimaforscher Mojib Latif, CDU/CSU-Fraktionschef Thorsten Frei, SPD-Fraktionsvize Armand Zorn, Wissenschaftlerin Sarah Darwin, Strategieberater Julius van de Laar, Angolas Tourismusminister Márcio de Jesus Lopes Daniel und G-Adventures-Gründer Bruce Poon Tip. Durch das Programm führt erneut die TV-Journalistin Andrea Grießmann.

„Die Reisewirtschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Europa, geopolitische Entwicklungen, wirtschaftlicher Druck, Digitalisierung und Nachhaltigkeit verändern unsere Branche. Der Hauptstadtkongress bietet die Plattform, diese Entwicklungen einzuordnen, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen und gemeinsam über Lösungen zu diskutieren“, sagt DRV-Präsident Albin Loidl.

Europäische Tourismuspolitik zum Auftakt

Der erste Kongresstag beginnt mit der europäischen Tourismuspolitik. Elisabeth Kotthaus, Head of Unit in der Generaldirektion Mobilität und Verkehr der EU-Kommission, stellt die Tourismusstrategie der Europäischen Kommission vor und beleuchtet deren Bedeutung für Reiseveranstalter, Reisebüros und Reisende.

Ein internationales Panel der Reisewirtschaft soll anschließend diskutieren, welche Herausforderungen die europäischen Märkte verbinden und wo gemeinsame Antworten der Branche erforderlich sind.

Türkei als Beispiel für den Wandel von Destinationen

Wie sich etablierte Reiseziele auf veränderte Nachfrage und neue Zielgruppen einstellen können, bildet einen weiteren Schwerpunkt. Am Beispiel der Türkei soll gezeigt werden, welche Rolle Regionalisierung und Diversifizierung für die langfristige Entwicklung eines bedeutenden Tourismuslandes spielen können.

Die anschließende Diskussion beschäftigt sich mit Angebotsentwicklung, veränderten Kundenwünschen und Strategien, mit denen Destinationen ihre Position im internationalen Wettbewerb sichern wollen.

Deutsche Wirtschaft und Tourismus im Stresstest

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Branche rücken anschließend in den Vordergrund. Thorsten Frei, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, erläutert die wirtschaftspolitischen Positionen seiner Fraktion angesichts nationaler und internationaler Herausforderungen.

DIW-Präsident Marcel Fratzscher analysiert im Anschluss die wirtschaftliche Lage Deutschlands und den aus seiner Sicht bestehenden Handlungsbedarf. Vertreter aus Kreuzfahrt, Reisebürovertrieb, Business Travel und Veranstaltergeschäft diskutieren danach, wie sich Kosten, Regulierung und wirtschaftlicher Druck konkret auf die Wettbewerbsfähigkeit der Reisewirtschaft auswirken.

Klimawandel und Verantwortung des Tourismus

Einen eigenen Themenblock erhält die ökologische und soziale Nachhaltigkeit. Klimaforscher Mojib Latif eröffnet ihn mit seiner Keynote „Das dicke Ende kommt erst noch. Klimawandel zwischen Wissenschaft und politischem Handeln“. Dabei geht es insbesondere um die Folgen des Klimawandels und die zunehmende Bedeutung von Extremwetterereignissen.

Bruce Poon Tip, Gründer von G Adventures, und Armand Zorn, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, geben anschließend Impulse für die Diskussion über soziale und ökologische Nachhaltigkeit. Auch die Wissenschaftlerin Sarah Darwin, Ururenkelin von Charles Darwin, beteiligt sich mit ihrer Perspektive auf Wissenschaft, Artenschutz und die Verantwortung des Menschen für die Natur.

Den Abschluss dieses Programmteils bildet die Verleihung der EcoTrophea 2026. Der Nachhaltigkeitspreis steht in diesem Jahr unter dem Thema „Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinden für nachhaltige Entwicklung“.

Julius van de Laar analysiert die US-Zwischenwahlen

Zum Ende des ersten Kongresstages beschäftigt sich der internationale Kampagnen- und Strategieberater Julius van de Laar mit den US Midterm Elections und deren internationaler Bedeutung. Van de Laar arbeitete 2007 und 2008 für Barack Obamas Präsidentschaftskampagne und leitete 2012 im Bundesstaat Ohio den Bereich Wählermobilisierung.

Am Abend folgt die traditionelle Abendveranstaltung des DRV, die der Verband gemeinsam mit AIDA Cruises in der Berliner Eventlocation BeachMitte ausrichtet.

Angola und neue Wege im Destinationsmarketing

Der zweite Kongresstag beginnt mit der Tourismuspolitik des Bundes. Michael Kießling von der CDU/CSU, Stefan Zierke von der SPD und Stefan Schmidt von Bündnis 90/Die Grünen diskutieren als tourismuspolitische Sprecher ihrer Bundestagsfraktionen über politische Vorhaben und Perspektiven für die Branche.

Danach richtet sich der Blick auf weniger etablierte Destinationen. Angolas Tourismusminister Márcio de Jesus Lopes Daniel stellt den angestrebten Wandel des Landes von einer rohstoffgeprägten Wirtschaft hin zu einer stärker touristisch entwickelten Destination vor. Experten aus Musik- und Kulturbusiness diskutieren ergänzend, welche neuen Ansätze im Destinationsmarketing Ländern und Regionen internationale Aufmerksamkeit verschaffen können.

KI zwischen Vertrieb, Service und praktischen Grenzen

Unter dem Titel „Beyond AI“ beschäftigt sich der letzte Themenblock mit dem Einsatz Künstlicher Intelligenz im Tourismus. Kevin Dees von BOTfriends soll insbesondere die praktischen Grenzen von KI im operativen Geschäft beleuchten. Julia Stern von Google beschäftigt sich mit der Frage, wie die Technologie das Reisen und die touristische Wertschöpfung verändern kann.

„Unser Anspruch ist es, beim Hauptstadtkongress nicht nur über die Herausforderungen von heute zu sprechen, sondern auch die Entwicklungen von morgen in den Blick zu nehmen. Genau diese Verbindung aus Politik, Wirtschaft, Tourismus und Zukunftsthemen macht unseren Kongress aus“, sagt DRV-Hauptgeschäftsführer Achim Wehrmann.

Mitgliederversammlung schließt Kongress ab

Im Anschluss an das Kongressprogramm findet am Freitag die DRV-Mitgliederversammlung statt. Hinzu kommen die Bereichsversammlungen der einzelnen DRV-Säulen. Die DRV-Young Talents berichten unter anderem über ihre Aktivitäten in Brüssel.

Die Teilnahme am Hauptstadtkongress kostet für DRV-Mitglieder 449 Euro, für Nichtmitglieder 699 Euro. Anmeldeschluss ist der 6. Oktober 2026.

Bildnachweis: © KI-generierte Illustration


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