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Mit einem Nachtzug durch Europa zu reisen, klingt im ersten Moment fast wie Nostalgie. Dabei ist diese Variante topaktuell und erfährt schon allein deshalb einen neuen Hype, weil die Eisenbahn das nachhaltigste Verkehrsmittel für lange Strecken ist. Rund 35 Prozent aller Deutschen haben schon einmal den Nachtzug genutzt, weitere 30 Prozent können es sich gut vorstellen. So haben diverse Länder vor allem ihre grenzüberschreitenden Overnight-Verbindungen in den letzten Jahren weiter ausgebaut. ARAG Experte Tobias Klingelhöfer mit einem Überblick, der vielleicht zu neuen Urlaubsideen anregt.
Welches sind die Vorteile eines Nachtzugs?
Tobias Klingelhöfer: In der Tat ist der Nachtzug eine attraktive Variante zum Fliegen. Nachhaltig und zu überschaubaren Preisen, dazu ohne großen Zeitverlust unterwegs zu sein, ist verlockend. Ein weiteres Argument ist die Reisezeit: Früh am Urlaubsort seiner Wahl anzukommen und dabei ausgeschlafen zu sein, das geht nur mit einem Nachtzug. Je nach Budget wählt man einen Liegewagen für mehrere Personen, eine Mini-Cabin für Alleinreisende oder die luxuriösere Variante eines Schlafwagens.
Welche Auswahl an Bahn-Verbindungen haben Reisende?
Tobias Klingelhöfer: Die Deutsche Bahn kooperiert bei den Nachtfahrten mit den Bahnen anderer Länder. Viele hilfreiche Details findet man über das Europäische Netzwerk Back on Track, das sich für den weiteren Ausbau der Strecken einsetzt. Am einfachsten gestaltet sich die Buchung direkt bei den jeweiligen Anbietern der Länder. Europaweit führend ist dabei die Österreichische Bundesbahn mit ihrem Nightjet, mit zahlreichen Verbindungen quer durch Europa. Aber auch andere Länder haben einiges zu bieten. So haben die schwedische Bahn SJ ebenso wie die Privatbahn Snälltaget Nachtverbindungen von Berlin und Hamburg nach Stockholm im Angebot sowie diverse innerschwedische Strecken. Überhaupt ist Skandinavien nachts gut vernetzt. Auch in Finnland und Norwegen lassen sich diverse Verbindungen buchen – Oslo, Bergen, Malmö, Göteborg, Helsinki, Turku und sogar Lappland, um nur einige Ziele zu nennen, sind schlafend mit der Bahn zu erreichen.
Wen es eher in die Sonne zieht, der ist in Italien gut aufgehoben: Die Züge der Intercity Notte von Trenitalia fahren unter anderem von Mailand nach Lecce, von Turin nach Kalabrien und schaffen es sogar mit der Fähre bis nach Sizilien. Dabei haben sie sogar günstige Familienpreise im Angebot. Frankreichs Bahn SNCF lockt beispielsweise mit Reisen von Paris in die französischen Alpen und an die Côte d’Azur. Ein Highlight ist sicher die Teilstrecke des ehemaligen Orient-Express von Sofia nach Istanbul mit der bulgarischen BDZ.
Kann ich mein Auto oder Motorrad mit auf den Nachtzug nehmen?
Tobias Klingelhöfer: Wer am Urlaubsort aufs Auto oder Motorrad nicht verzichten, vorher aber entspannt und umweltfreundlich reisen möchte, hat zwar nicht die umfangreiche Auswahl, dennoch bleiben auch hier jede Menge Routen. So fährt von Deutschland aus der UEX (Urlaubs-Express) während der Sommersaison nachts von Hamburg nach München, Villach und Innsbruck. In diesen Fällen muss natürlich zusätzlich zu den Liege- oder Schlafwagenplätzen ein Ticket für das Fahrzeug gelöst werden. Dabei sind die Marke, Modellreihe, Baujahr und das Kennzeichen anzugeben.
Welche Rechte haben Reisende mit der Bahn, falls während der Fahrt etwas schiefgeht?
Tobias Klingelhöfer: Bei der Deutschen Bahn gelten nachts keine anderen Regeln als tagsüber: Man kann also Fahrpreisminderungen, Erstattungen und die Stornierung des Tickets bei einem bestimmten Verspätungsumfang geltend machen. So darf man bei einer zu erwartenden Verspätung am Zielbahnhof von zwanzig Minuten innerdeutsch oder sechzig Minuten international entweder die Fahrt mit dem nächsten Zug fortsetzen, die Reise komplett verschieben oder über eine andere Strecke antreten. Die Zugbindung ist dann bei gebundenen Fahrkarten aufgehoben, so dass jeder nächste Zug genutzt werden darf. Außerdem besteht bei bestimmten Fahrzeitüberschreitungen der Anspruch auf finanzielle Entschädigung, in bestimmten Fällen sogar für Übernachtungen oder Taxikosten.
Apropos Kosten: Ab 15. Juni müssen Kinder schon ab 15 Jahren für eine Sitzplatzreservierung zahlen. Und die wird teurer: Statt 5,20 Euro werden dann 5,50 Euro in der zweiten Klasse fällig, in der ersten Klasse kostet ein fester Platz ab Sonntag 6,90 Euro statt 6,50 Euro. Zudem soll die günstigere Familienreservierung auslaufen.
Wie hoch sind Entschädigungen?
Tobias Klingelhöfer: Höhe und Umfang richten sich nach dem Ausmaß der Verspätung und der entstandenen Umstände. Diese Eckdaten gelten auch für alle außerdeutschen Bahnfahrten innerhalb der Europäischen Union (EU), denn die Bestimmungen unterliegen EU-Recht und sind einheitlich geregelt. Zuständig ist allerdings dann immer das Unternehmen, das die Fahrkarte ausgegeben hat. Das gilt auch dann, wenn der Zug in Deutschland startet oder endet und ist unabhängig davon, wer oder was diese Verspätung verursacht hat. Das kann unter Umständen etwas problematisch sein. Die Europäische Verbraucherzentrale kann bei Beschwerden über europäische Bahngesellschaften helfen.
Weitere interessante Informationen unter:
https://www.arag.de/reiseversicherung/reise-ratgeber/
Bildnachweis © Sjjalinn
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