Dreijähriges Projekt Baltic Sea Food endet mit Vortragsreihe zur Vermarktung regionaler Produkte - Wissen, was im Tourismus los ist!



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Dreijähriges Projekt Baltic Sea Food endet mit Vortragsreihe zur Vermarktung regionaler Produkte
45 Teilnehmer in Rostock erwartet / Projekt soll in Initiative „Regionales Wirtschaften in MV“ überführt werden.
Dreijähriges Projekt Baltic Sea Food endet mit Vortragsreihe zur Vermarktung regionaler Produkte

Warum sind in Restaurants, Dorfläden oder Kindergärten nur wenige regionale Produkte zu finden, obwohl die Nachfrage danach stetig steigt? Warum gibt es nur wenige regionale Vermarktungsinitiativen im Land? Mit diesen Fragen beschäftigte sich das beim Landestourismusverband angesiedelte EU-Projekt „Baltic Sea Food“, das im Rahmen einer Veranstaltung im Rostocker Radisson Blu Hotel am 16.09.2020 seinen Abschluss findet. Primäres Ziel war es, ein nachhaltiges und übertragbares Geschäftsmodell für Regionalvermarktungsinitiativen zu erarbeiten, das den B2B-Vertrieb, also den Austausch zwischen Produzenten und Handelspartnern, erleichtert. Seminare und Coachings sollten Produzenten konkrete Handlungsempfehlungen und Tipps für Marketing, Logistik und Vertrieb geben. Dazu Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern: „Das Baltic Sea Food-Projekt hat uns wichtige Erkenntnisse hinsichtlich der Vermarktung regionaler Produkte im Land geliefert. Deren Nachfrage steigt, aber die vielen kleinen Produzenten können den Aufbau notwendiger stabiler Vertriebsstrukturen, wie sie etwa für Gastronomen entscheidend sind, nicht allein stemmen. Dafür bedarf es eines integrativen und gemeinschaftlichen Ansatzes, der Lücken in den Wertschöpfungsketten schließt und alle am Prozess Beteiligten einschließt.“ Laut einer Umfrage, die im Rahmen des Baltic Sea Food-Projektes unter knapp 60 Gastronomen, Gemeinschaftsverpflegern und Einzelhändlern durchgeführt wurde, bestehen Lücken dabei vor allem in geeigneten Gebindegrößen, bedarfsgerechten Lieferzeiten sowie bei der Mengenverfügbarkeit.

Bei der heutigen Abschlussveranstaltung wird das Projekt „Baltic Sea Food“ in das Gesamtbild des regionalen Wirtschaftens in Mecklenburg-Vorpommern eingeordnet. Das Impulsreferat von Heike Zeller, Inhaberin des Unternehmens aHEU, gibt Aufschluss über notwendige Weichenstellungen für regionale Vermarktungsinitiativen, und Niclas Fjellström vom South Skåne Committé of Cooperation gibt Einblick in Erfolgsprojekte aus Schweden. Zudem steuert Dörte Wollenberg, Vorstandsmitglied der „ELG Mecklenburgische Schweiz eG“ und Koordinatorin der Regionalvermarktungsinitiative „MECK-SCHWEIZER“, Erfahrungen beim Vertrieb regionaler Produkte bei.

„Der Erfolg des Urlaubslandes Mecklenburg-Vorpommern hängt zunehmend auch davon ab, wie es uns gelingt, die einzelnen Akteure in diesem Bereich zusammenzuführen, denn regionale Produkte fördern Identität und tragen vor allem im ländlichen Raum zur Wertschöpfung bei. Wir haben sehr gute Produkte im Land, angefangen beim Fisch aus der Müritz bis hin zur Kartoffel aus der Lewitz. Diese müssen nur noch leichter den Weg zum Konsumenten beziehungsweise Gast finden“, sagte Woitendorf. Dabei könne man auf Regionen wie etwa Tirol blicken, wo es gelungen ist, die so genannten „Schätze der alpinen Landwirtschaft“ mit einem Qualitätssiegel zu versehen und am Markt zu etablieren, sprich ein Netzwerk für Produzenten, Verarbeiter, Handel, Gastronomie und Konsumenten aufzubauen.

Die Erfahrungen, die im Baltic Sea Food-Projekt gesammelt wurden, sollen in ein neues Projekt mit dem Titel „Regionales Wirtschaften“ einfließen, bei dem sich erstmals die großen landesweiten Verbände und Vereine, die sich mit regionalen Produkten beschäftigen, gemeinsam engagieren wollen. Dazu gehören die Marketinggesellschaft der Agrar- und Ernährungswirtschaft, der Dehoga MV, der Handelsverband Nord, der Verein Landurlaub, die Landesgruppe MV des Bundesverbandes Regionalbewegung sowie der Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern. Angedachter Start für dieses große gemeinschaftliche Projekt ist 2021. Aktuell wird dessen Umsetzbarkeit geprüft.

Bildnachweis: © TMV


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