- Wissen, was im Tourismus los ist!



Hüseyin BARANER
Hüseyin BARANER
Rethink everything, rethink Antalya
Geht es uns um das „schöne“ Antalya, oder um das „profitable“ Antalya? Dass Antalya schön ist, wissen wir ja. Sonst wären wir nicht hier. Aber ist Antalya auch so profitabel wie es schön ist? Nein, das ist es definitiv nicht!

Während des Flugs nach Antalya fiel mir die ganzseitige Anzeige von Lombard Odier in der Financial Times auf: Dort stand groß gesetzt und an Unternehmer gerichtet die Überschrift: „Willkommen zur Revolution der Nachhaltigkeit!“

 

Und im Text rief man die Leser dazu auf, sich auf die Zukunft vorzubereiten, indem sie alles neu überdenken: Rethink everything! Und führte aus: „Nachhaltigkeit ist die größte Möglichkeit für Investitionen. Denn die Nachhaltigkeit bedroht nicht die Zukunft, sondern ist im Gegenteil das einzige Geschäftsmodell der Zukunft.“

 

In gleicher Weise las ich vergangenen Monat in Singapur in einer Zeitung: „kleiner Körper, große Welle“. Damit meinte man, dass man mit kleinen Investitionen große Auswirkungen erzeugen kann. Und dieser Gedanke verlässt mich nicht, während ich in Antalya herumspaziere.

 

Monate später habe ich nun endlich die Gelegenheit, in meinem geliebten Antalya spazieren zu gehen. Ich ging in die Altstadt und in einige Einkaufszentren, begegnete neuen und alten Freunden, trank Tee und aß den berühmten Bohnensalat.

 

Ich sprach mit allen möglichen Leuten über Antalya, bekannten und solchen, die ich neu kennenlernte. Und ich erfuhr in allen möglichen Versionen von Freunden jeglicher Herkunft und Gruppe, dass niemand mit den existierenden Geschäftsmodelle in Antalya zufrieden ist.

 

Von allen bekam ich zu hören, dass zwar viele Touristen da sind, das diese jedoch kein Geld ausgeben. Ich respektiere die Bemühungen aller, die einen Beitrag zur Entwicklung der Stadt leisten wollen, sehr. Doch wir dürfen dabei nicht übersehen, dass die Wirtschaft und der Handel Antalyas nicht wirklich gesund sind.

 

Zum einen wird der Profit der Unternehmen dadurch verringert, dass es zu viele Unternehmen gibt, die die gleichen, einförmigen Produkte verkaufen und das gleiche Geschäftsmodell verfolgen.

 

 

Zum anderen ist Antalya zwar zu einem der bedeutendsten Zentren des Tourismus in der Welt geworden, doch sind wir nicht in der Lage, die profitmaximierende Synergie neuer Marketingmethoden und Produktpräsentationsmodellen zu nutzen.

 

Antalya erneut in den globalen Schaufenstern: Rethink Antalya

 

Jetzt scheint es an der Zeit, Antalya neu zu erfinden. Warum sind die großen Investitionen so wenig profitabel und leisten einen so geringen Beitrag zur Wirtschaft der Stadt?

 

Warum sind wir trotz der Spuren, die unsere Arbeit an der Umwelt und unseren Ressourcen hinterlässt und trotz unseres Einsatzes nicht in der Lage, einen entsprechenden Gegenwert zu erhalten?

 

Rethink everything!

 

Stellt Euch alles neu vor!

 

Ja, für diejenigen, die Antalya regieren, ist die Zeit gekommen, einen Paradigmenwechsel vorzunehmen, alles neu zu durchdenken, und neue Ansätze zu finden, die die Wirtschaft beleben und nachhaltig machen können.

 

Jetzt ist die rechte Zeit dafür, neue Formate für die Pläne, Projekte und Arbeiten zu finden, mit denen man die Zukunft Antalyas sichern kann. Reichtum und Vielfalt liegen nicht darin, einförmige Produkte an einer und derselben Stelle aufeinander zu häufen, sondern in diversifizierten Produkten an verschiedenen Orten.

 

Außerdem dürfen wir nicht vergessen, dass es in Antalya ein wichtiges Menschenkapital gibt, das über internationale Erfahrung, berufliches Wissen, Ausbildung und Eindrücke verfügt. Aber es gibt kein Antalya, dass diese Menschen fördern, leiten und ihnen Leidenschaft geben würde.

 

Wir handeln viel zu losgelöst von einander, in Antalya hält man wenig von Kooperation. Die Ansätze sind immer nur auf eine Saison, auf ein Jahr, auf eine Gelegenheit abgestimmt.

 

Drei Faktoren sind in Antalya bestimmend: die Landwirtschaft, der Handel und der Tourismus. Die Landwirtschaft liegt darnieder, der Handel schwankt, kann der Tourismus beide auffangen oder ausgleichen?

 

Nein, alle drei Faktoren müssen gleichermaßen stabilisiert werden. Wir müssen uns um alle drei kümmern, um Landwirtschaft, Handel und Tourismus. Wir müssen der Türkei ein Beispiel werden.

 

Denn die globale Konkurrenz schläft nicht. Es ist schwieriger als je zuvor, sich zu behaupten. Die Kunden sind satt, die Konkurrenten sind gnadenlos, und die Produktion ist teuer.

 

Antalya verfügt über hervorragende Produkte.

 

Lasst uns ein „Q“ vor den Namen „Antalya“ setzen und „Quantalya“ einer umfassenden Qualitätskontrolle unterziehen. Das alles verändernde „Q“ können wir als Symbol unseres neuen Geschäftsmodells als großes Monument am Flughafen ausstellen.

 

Empfangen wir die millionen Besucher mit dem Gruß: „Willkommen in der Welt der Qualität!“

 

Und füllen wir diesen Slogan so schnell wie möglich auch mit Inhalt!

 

Verzichten wir auf große Hotelinvestitionen in Antalya.

 

Bauen wir anstelle neuer Hotels lieber das erste luxuriöse Kreuzfahrtschiff Antalyas!

 

Wenn wir auf Qualität, Profitabilität und Nachhaltigkeit verzichten, dann wird Antalya auf Dauer dem Druck einer Billigpreispolitik ausgesetzt bleiben.

 

Dabei werden in zehn Jahren sämtliche Reiseziele dazu verpflichtet sein, Zertifikate zu erwerben, die ihnen Lebensqualität und Gesundheit bestätigen.

 

Als Beilage zu Flugtickets und Hotelvouchern wird man über die Sauberkeit der Luft, des Wassers und der verwendeten Energie ebenso informiert werden wie über die Kapazität der Kläranlagen – ähnlich wie man heute im Beipackzettel über die Nebenwirkungen eines Medikaments informiert wird.

 

Die saubere Nutzung der Umwelt und der Ressourcen werden die wichtigsten Kriterien für einen Urlaub sein, und man wird nicht mehr nach fünf Sternen bei den Hotels, sondern nach fünf Sternen für den Umweltschutz Ausschau halten.

 

Wir können entscheiden.

Antalya kann entscheiden.

 

Hüseyin Baraner


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