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asr stellt eigenen Vorschlag zur Reform der Insolvenzabsicherung vor
Die Allianz Selbständiger Reiseunternehmen – Bundesverband e.V. (asr) hat auf die am vergangenen Montag vorgestellten Modelle des BMJV und des DRV heute mit einem eigenen konkreten Vorschlag reagiert und diesen dem BMJV zukommen lassen.
asr stellt eigenen Vorschlag zur Reform der Insolvenzabsicherung vor

"Beide Modelle erfüllen unsere Forderung nach einer vollumfänglichen Absicherung ausnahmslos aller Veranstalter", lobt Präsident Jochen Szech die Ansätze des Ministeriums und des DRV, um anschließend die Schwachstellen der bestehenden Vorschläge aufzuzeigen: "Sie sind viel zu verwaltungsaufwändig, wettbewerbsschädigend und verlagern die Kosten der Absicherung der Konzerne auf Verbraucher und Mittelstand – das ist keinesfalls zustimmungsfähig", so Szech.

Das asr-Modell dagegen passe auf einen Bierdeckel, sei transparent und führe alle positiven Elemente der bisherigen Absicherung weiter. Nach Ansicht des asr soll das aktuelle Insolvenzschutzkonzept grundsätzlich wie bisher fortgeführt werden, dabei aber die Deckelung von bisher 100 Mio. Euro pro Versicherer und Jahr angehoben werden. "Bei entsprechender Risikoverteilung würden die Versicherer eine Anhebung auf 200 oder sogar bis zu 300 Mio. Euro mittragen", zeigt sich der asr-Präsident nach den Gesprächen mit der Versicherungswirtschaft überzeugt.

Der asr fordert, dass alle Veranstalter, egal welcher Größenordnung, 20% ihres Jahresumsatzes absichern müssen, wobei jeder Schadenfall maximal ein Viertel des "Topfes" umfas-sen darf: "Wenn 300 Mio. Euro pro Versicherer bereitstehen, darf der einzelne Schadenfall also maximal 75. Mio Euro ausmachen – so könnte auch ein einzelner Versicherer mehrere Großschäden im Jahr stemmen", zeigt Szech Lösungen auf für die Bedenken der Versicherer nach der Thomas Cook-Insolvenz.

Veranstalter, bei denen die abzusichernden 20% des Jahresumsatzes über dieser Grenze von 75 Mio. Euro liegen – also Veranstalter mit einem Jahresumsatz von mehr als 375 Mio. Euro – müssten den darüber liegenden Umsatz separat absichern, so der asr: Nur dann stünde Ihnen im Schadenfall auch der Zugang zum Grundsicherungsvolumen offen.

"Für mehr als 99% aller Veranstalter bleibt so alles wie bisher – nur einige wenige Großveranstalter müssen sich zusätzlich absichern", erläutert Szech das Modell. Für diese Absiche-rung sieht Szech zwar das vom DRV vorgeschlagene Fonds-Modell oder einen Fonds auf Gegenseitigkeit für geeignet, betont aber einmal mehr: "Es ist Aufgabe der Politik, der Versicherer und der Großveranstalter hier eine Lösung zu erarbeiten – nur bei diesen sind, wie Thomas Cook gezeigt hat, die Kunden im Schadenfall nicht ausreichend abgesichert."

Der asr lehnt dagegen alle vorgestellten Überlegungen ab, separate Modelle für die Rückzahlungen der Kundengelder und die Rückholung betroffener Urlauber aus den Zielgebieten zu schaffen oder von den Kunden zusätzliche Zahlungen zum Aufbau eines Fonds einzuziehen. "Beides ist unnötig aufwändig und stellt zudem eine Sozialisierung der Kosten dar", kritisiert Jochen Szech bestehende Vorschläge.

Zudem stellt sich der asr gegen Überlegungen, das niederländische SGR-Modell auf den deutschen Markt zu übertragen: "Wer hier nur sieht, dass in den Niederlanden die Kundenansprüche vollständig erfüllt wurden, macht es sich zu einfach", warnt Szech. Der asr bemängelt, dass im Nachbarland große bestehende Veranstalter den Fonds co-managen und so Neugründungen den Marktzutritt verwehren: "Es kann nicht im Interesse der Verbraucher sein, dass der Wettbewerb künstlich eingeschränkt wird." Auch in Deutschland wäre nach Auffassung des asr ein Modell, bei dem ein Branchenverband den Marktzugang federführend für alle Anbieter regelt, wettbewerbsrechtlich fragwürdig.

Der asr-Vorschlag bietet aus Sicht des Mittelstandsverbandes dagegen zahlreiche Vorteile: Er sei europarechtskonform und führe alle seit 25 Jahren bewährten Regelungen und Maßnahmen unter Einbindung der erfahrenen Versicherer fort. Zudem schaffe er eine vollumfängliche, transparente Absicherung der Verbraucher ohne Sozialisierung der Kosten. Durch den Wettbewerb unter den Versicherern blieben zudem Aufwand und Kosten für die allermeisten Veranstalter auch weiterhin überschaubar – und dies ohne einen übermäßigen Verwaltungsaufwand.

Bildnachweis: © asr


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