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Marmaris: Kommunen kämpfen gegen ‘Alles Inklusive’
Freitag, 30. Juli 2010, 08:56
Zeki Eren, der Bürgermeister des Ferienorts İçmeler bei Marmaris will das Verpflegungskonzept „Alles Inklusive“ bekämpfen, da er der Meinung ist, es schade dem Tourismus vor Ort.
Wie die türkische Presse berichtet, erklärte Eren, daß er von weiteren Kommunen und berufsständischen Vereinigungen in der Provinz Muğla unterstützt werde, und sagte, daß das Verpflegungskonzept „Alles Inklusive“ der Tourismusbranche nur Schaden bereite.
Bürgermeister Eren, der dieses Amt bereits vor Jahrzehnten ausgeübt hatte und März des vergangenen Jahres erneut gewählt wurde, leitet die kommunalen Geschäfte in einer Stadt, die über 270 Betriebe, eine Kapazität von 22.000 Betten und eine Bevölkerung von 70.000 Personen in der Sommersaison verfügt.
Eren zufolge stellt das Verpflegungskonzept „Alles Inklusive“ eine unzulässige Wettbewerbsverzerrung dar, die dem Tourismus in seiner Kommune nur schade. So zwinge das Verpflegungskonzept die gastronomischen Betriebe in der Umgebung der Hotels zu waren Dumpingpreisen, mit denen man keinen Gewinn mehr erwirtschaften könne. Eren zufolge wird das „Englische Frühstück“ in Cafés in İçmeler bereits für 4 Lira (ca. 2 Euro) angeboten – damit könne man keine gute Qualität bieten, so die Klage des Bürgermeisters.
Dabei beklagt der Bürgermeister auch Hotels, die unter der Bezeichnung „Alles Inklusive“ Verpflegung von mangelnder Qualität anbieten, und gegen die man von Seiten der Kommune kaum vorgehen könne. Bis vor einem Jahr, so Bürgermeister Eren, habe man Hotels in solchen Fällen noch mit einer Schließung für die Dauer eines Tages bestrafen können, doch sei dieses Recht der Kommunen durch einen Beschluß der Regierung abgeschafft worden. Nun könne in solchen Fällen nur noch das Ministerium für Kultur und Tourismus einschreiten, das seine Kontrollen ausweiten müsse.
Bürgermeister Eren beklagt vor allem die Tatsache, daß etliche Hotels ihre Gäste mit billigen Gemüsegerichten und Getränken aus Konzentratpulver abspeisten. Eine Kontrolle der Qualität der Speisen in den Hotels sei für die Kommune schon deshalb nicht möglich, da es keinen Posten für einen geeigneten Lebensmittelingenieur gebe.
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