Obwohl in der Antike geglaubt wurde, daß Perge von drei griechischen Heroen nach der Belagerung Trojas gegründet worden sei, haben wissenschaftliche Ausgrabungen ergeben, daß die Siedlung bereits in der frühen Bronzezeit besiedelt gewesen ist, also ca. 3.500 Jahre v. Chr.
Bis in das Jahr 1.000 v. Chr. lag die Siedlung ausschließlich oben auf der heutigen Akropolis. Erst später, als die Bedeutung der Stadt wuchs, dehnte sich auch das Gebiet auf die Ebene unterhalb des Berges aus.
Perge war bis zur Ankunft Alexanders des Großen im Jahre 334 v. Chr. eine freie und unabhängige Stadt. Der Verlust der Unabhängigkeit hat der Stadt jedoch keine Nachteile gebracht, vielmehr florierte sie in der hellenistischen und römischen Zeit.
Bereits im 2. Jhd. v. Chr. prägte Perge eigene Münzen, die die Statue der Artemis von Perge zeigten, der wichtigsten Göttin der Stadt.
Nach einer Glanzzeit während der ersten drei Jahrhunderte unserer Zeit unter der Pax Romana verlor Perge in byzantinischer Zeit sehr schnell an Bedeutung.
Die Stadt kann noch heute durch drei Tore betreten werden, von denen das südlichste (aus dem 2. Jhd. v. Chr.) noch heute majestätisch hoch aufragt. Von zwei Türmen flankiert, barg es einen ovalen Hof in sich, der 120 n. Chr. zu einem Ehrenhof gestaltet wurde. Dabei wurden die Wände mit kostbarem Marmor ausgelegt, und Nischen bargen Statuen von Göttern, der kaiserlichen Familie und der mythischen Gründer der Stadt. Diese Ausgestaltung des Tores wurde durch eine Stiftung Pancia der Großen ermöglicht, der einzigen Frau, die in Perge ein öffentliches Amt innehatte.
Perge wies einen regelmäßigen Grundriß auf, wobei das Stadtgebiet von zwei Straßen mit Kollonaden in vier Viertel geteilt wurde. Diese im senkrechten Winkel aufeinander treffenden Straßen wurden im 2. Jhd. v. Chr. angelegt. Die Straße, die zur Akropolis führte, muß die Hauptstraße der Stadt gewesen sein. Noch heute läßt sich ein Kanalisationskanal auf beiden, 20 Meter breiten Straßen erkennen.
Die Straßen müssen einst von Geschäften und Werkstätten gesäumt gewesen sein, die Vorhallen zur Straße hin besaßen.
Viele der ionischen Säulen an den Straßen tragen noch ihre Kapitelle, doch sind die meisten bei einem Erdbeben im 13. Jhd. zerstört worden. Das römische Bad aus dem Jahre 240 n. Chr. weist große Fenster auf, die nach Süden blicken. Ein monumentales Nymphaeum, das aus dem 2. Jhd. v. Chr. stammt, liegt I Norden der Stadt. Der Hauptbrunnen lag im Zentrum der Anlage, darunter gab es eine Fassadenmauer mit der Statue des Flußgottes Cestros, die direkt vor dem Becken stand.
Die Agora bestand aus einem großen Viereck von 65 x 65 Metern, wiederum umringt von Kollonaden, hinter denen sich Geschäfte und Räume verbargen. Die Agora wurde im 4. Jhd. n. Chr. angelegt, als die Stadt ein letztes Mal vergrößert wurde.
Das heute noch sehr imposante Stadium wurde im 2. Jhd. n. Chr. errichtet und liegt außerhalb der Stadtmauern. Es wird von Fachleuten als das größte Gebäude seiner Art in der Antike angesehen, bei einer Länge von 234 Metern und einer Breite von 34 Metern. Auf den treppenförmig angelegten Reihen konnten einst 25.000 Zuschauer Platz finden.
Das antike Theater der Stadt steht dem Stadium in seinen Ausmaßen nicht nach. Es ist ein griechisch-römisches Theater, das im 1. Jhd. v. Chr. angelegt wurde und konnte 15.000 Zuschauer fassen.
Mehmet Perçin |