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Amasya, die ehemalige Hauptstadt des pontischen Reiches, hat viel zu bieten: Die Lage an einem schönen Fluß, eine wunderbare, grüne Natur, und viele Sehenswürdigkeiten.

Dem Verlauf vieler kleiner Flüßchen, die das Pontische Gebirge durchschneiden konnten, folgt die Straße, die den modernen Schwarzmeerhafen Samsun – Zentrum der türkischen Tabakindustrie und nach einem verheerenden Brand im Jahre 1806 trotz alter Geschichte ohne besondere Sehenswürdigkeiten – mit der ehemaligen Hauptstadt des Pontischen Reiches, Amasya, verbindet. Weithin vom Hang über dem Fluß Yeşilırmak (dem Grünen Fluß) aus sichtbar künden noch fünf Felsengräber von den erbitterten Feinden der Römer, hoch überkrönt von den Ruinen einer Festung auf dem dreihundert Meter hohen Felsen. 

Auch die unter den Seldschuken und Osmanen wiederholt in Stand gesetzte Burg geht in ihren Ursprüngen auf das Pontische Reich zurück. Wer sich einen Überblick über die zahlreichen Bauten aus türkischer Zeit machen möchte, sollte den steilen Weg hoch zur Burg nicht scheuen: Vorbei an der oktogonalen Büyük Ağa Medrese erreicht man über grüne Matten im Norden des Berges den Gipfel.  

Wie Perlen an der Schnur reihen sich die Bauwerke am grünen Band des Flusses: Neben seldschukischen Bauten aus dem 13. und 14. Jahrhundert wie der Gök Medrese, der Halifet Gazi Türbesi, der Burmalı Minare Moschee mit ihrem spiralförmig gewundenen Minarett und dem Krankenhaus Darüşşifa mit dem reich verzierten Steinportal zieht vor allem der Komplex der Beyazıt Camii den Blick auf sich. Die von Beyazıt II. Veli (reg. 1481 - 1512) gestiftete Moschee mit ihrer schönen Gebetsnische und benachbarter Medrese sowie Bibliothek stammt aus der Zeit, als die Söhne der osmanischen Herrscher noch in ihrer in die Provinz geschickt wurden, um dort das Regieren zu lernen.  

Ihre Stiftungskomplexe entsprachen dem sozialen Konzept türkisch-islamischer Herrscher: Neben der Gewährleistung der religiösen Bedürfnisse ihrer Untertanen verloren sie auch das geistige und leibliche Wohl nicht aus den Augen; Armenküchen, Krankenhäuser und Karawanseraien gehörten ebenso zur Ausstattung dieser «külliye» genannten Einrichtungen wie Bibliotheken und Hochschulen, in denen auch Kinder einfacher Leute den Zugang zur Bildung finden konnten. 

Schöne osmanische Patrizierhäuser, konak genannt, reihen sich hingegen am linken Ufer des Flusses. Überqueren kann man ihn auf einer interessanten Brücke, deren Pfeiler aus römischer Zeit stammen, während die Bögen seldschukischer, Geländer und Straßenbelag aus moderner Zeit stammen – ein visueller Schnelldurchlauf durch zweitausend Jahre Geschichte.

24-05-2013
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