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Die schönsten Ausflugsziele der Türkei
Unter dem Titel „101 Orte, die man in der Türkei gesehen haben muß“ haben zwei Autoren der türkischen Tageszeitungen Hürriyet und Milliyet ein Buch herausgegeben, in dem sie die schönsten Ausflugsziele der Türkei beschreiben. Wir geben hier die Vorstellung des Buches von Emre Tonguç und Fatih Türkmenoğlu aus der Reisebeilage der Hürriyet wieder.

Tonguç und Türkmenoğlu sind in den beiden letzten Jahren bei unterschiedlichen Wettbewerben zu den besten Reisejournalisten der Türkei gewählt worden. Nun stellen sie in ihrem Buch 101 Ausflugsziele von Edirne bis Kars vor. Neben vielen nützlichen Hinweisen enthält der Band auch 1.000 Fotos, die vorwiegend aus dem Archiv von Tonguç stammen. Ein Teil der Fotografien wird auch vom 1. bis 12. Juni in der Kunstgalerie Nakkaş Sanat Galerisi im Istanbuler Altstadtviertel Sultanahmet ausgestellt werden.

 

Die 101 schönsten Reiseziele der Türkei:

Sie alle detailliert wiederzugeben fehlt hier der Platz, doch hier die komplette Liste der 101 schönsten Reiseziele der Türkei: Edirne, Kıyıköy, Enez, Erikli, Mürefte, Osmanische Spuren in Istanbul, das byzantinische Istanbul, die Prinzeninseln, Boğaz Sefası, Poyrazköy und Anadolu Kavağı, Yalova Termal, Kartepe, Sapanca Erdemli, İznik, Cumalıkızık, Bursa, Uludağ, Alternative Wintersportgebiete, Trilye, Mudanya, Gönen, Çanakkale, Gelibolu, Troja, Gökçeada, Bozcaada, Assos, Kaz Dağları, Adatepe, Ayvalık, Bergama, Kütahya, Foça, Çeşme, Alaçatı, Şirince, Ionien, Kuşadası, Ephesus, Priene, Milet und Didim, Afrodisias, Denizli und Laodikeia, Pamukkale, İassos, Milas, Bodrum, Bitez, Gümüşlük, Akyaka, Datça, Kızkumu, Marmaris, Mavi Yolculuk, Kaunos und Dalyan, Fethiye, Kayaköy, Ölüdeniz, Kaş, Kalkan, Aperlae, Myra (Demre), Olimpos, Antalya, Termessos und Phaselis, Perge und Aspendos, Side, Alanya, Antakya und Tarsus, Eskişehir, Beypazarı, Gordion, Ankara, Hattuşaş und Alacahöyük, Uçhisar, Göreme, Avanos, Ürgüp, die unterirdischen Städte Kappadokiens, Unbekanntes in Kappadokien, Erciyes, Sultanhanı und Obruk Han, Konya, Taraklı, Abant, Kartalkaya, Safranbolu, Amasra, Amasya, Trabzon, Van, Doğubayazıt, Ağrı Dağı und die Arche Noahs, Erzurum, Kars, Gaziantep, Şanlıurfa, Harran, Nemrut, Diyarbakır, Mardin, Midyat, Hasankeyf.

Einige der schönsten Reiseziele


ASSOS – der Ort, der Aristoteles verzauberte

 
Wenn die Sonne in Assos untergeht, taucht im Licht der letzten Strahlen Lesbos auf, die Insel der Dichterin Sappho. Wir schlagen vor, herunter zum Strand zu gehen und dort einen Café zu trinken oder sich auf den Wellenbrecher zu setzen und an Aristoteles zu denken, der hier drei Jahre lang gelebt und geforscht hat. Wer weiß, vielleicht bringt diese Stadt, die den Philosophen verzaubert hat, auch Ihre Kreativität zur Entfaltung?

 

Nimmt man den Weg nach Assos von Çanakkale aus, dann sieht man die Silhouette der Stadt bereits in dem Moment, an dem man die alte seldschukische Brücke überquert. An die Göttin Athene, die der Welt die Weisheit und den Olivenbaum geschenkt hat, muß man unwillkürlich denken, wenn man ihren Tempel am höchsten Punkt der Stadt erreicht. Da sie im ersten bekannten Schönheitswettbewerb der Geschichte am nahegelegenen Berg Ida gegen Aphrodite verlor, unterstützte sie die Griechen bei der Eroberung des nahegelegenen Troja.

 

Wie viele der anderen westanatolischen Städte hat auch Assos eine wildbewegte Vergangenheit, geprägt von Lydern, Persern, Hellenen, dem Königreich von Pergamon, den Römern, Byzantinern und Osmanen. Im 4. Jhd. v. Chr. herrschte hier Hermias, ein Schüler Platons. Mit ihm zusammen kam auch Aristoteles, der die Nichte des Hermias ehelichte, hier her.

 

Besucht man Assos, das in den 80er Jahren von in- und ausländischen Touristen entdeckt wurde, tritt man in eine ganz andere Welt ein. Vom Tempel der Athene führt sie der Weg zur Moschee des Murat I., und auch die stattlichen alten Stadtmauern der griechischen Stadt sind beeindruckend. Und unten warten die geheimnisvollen Wasser der nördlichen Ägäis an einem kleinen Hafen auf den Besucher.

 

Übernachtung:

Kaldera Otel. Hier lebt man im Einklang mit der Natur (Tel.: +90/286/723 44 20, www.kaldera.org).

Biber Evi. Gleich neben den Ruinen ein Gebäude von 150 Jahren Alter, im märchenhaft schönen Dorf Behramkale (+90/286/721 74 10).

 

 

Pergamon – Die Stadt des Pergaments

 

Das heutige kleine Landstädtchen läßt kaum vermuten, daß die antike Stadt an den Hängen des Burgberges einst mit Athen um den Rang der Hauptstadt der hellenischen Welt wetteiferte. Doch die eindrucksvolle Lage der Akropolis auf dem Burgberg macht deutlich, daß man sich diesen Ort als Herrschaftssitz auswählen kann, wie es die Könige Pergamons einst taten.

 

Dort oben erwarten den Besucher der staatliche Tempel des Trajan, und die Fundamente des berühmten Altars des Zeus, der heute im Pergamon-Museum in Berlin zu finden ist. Der Altar zählt zu den wichtigsten Kunstwerken der griechischen Zeit. Pergamon war auch durch seine Bibliothek berühmt, die mit ihren 200.000 Bänden mit der von Alexandria wetteiferte, die eine halbe Million Bände ihr Eigen nennen konnte. Dies führte zum ersten bekannten Wirtschaftsembargo der Geschichte, denn die Ägypter stoppten ihrem Konkurrenten die Papyruslieferungen. Doch die Pergamener fanden eine Lösung: Sie schrieben ab sofort auf getrockneten Tierhäuten, und so wurde hier das nach der Stadt benannte Pergament erfunden.

 

Dies konnte die Bibliothek trotzdem nicht retten, denn Markus Antonius schenkte sie der Kleopatra, die sie nach Alexandria verbringen ließ. Dort fiel sie den Arabern bei ihrer Eroberung der Stadt zum Opfer, und damit ein großer Teil der gesammelten Weisheit der Antike.

 

Doch Bergama, wie die Stadt heute heißt, bietet noch mehr: einen alten Tempel ägyptischer Gottheiten, dessen Gebäude eine der apokalyptischen Kirchen wurde und heute als Moschee genutzt wird, und das Heiligtum des Asklepeios, ein ausgedehntes Kurzentrum und fast eine eigene Stadt.




Die Stadt der Aphrodite: Aphrodisias

 

Als Göttin der Liebe ist es nur verständlich, daß Aphrodite hin und wieder auch einmal einen Seitentritt machte: Neben dem Gatten Hephästos hatte sie es auch mit Hermes, Dionysos und Adonis, und einige interessante Kinder, wie Eros und Bes mit dem übertrieben großen Penis, der auch gerne als Souvenir verkauft wird.

 

Das hinderte die sonst so seriösen und auf ihre Ehre bedachten Römer nicht daran, ihre Herkunft von der Aphrodite herzuleiten. So war Aphrodisias mit ihrem Tempel der Göttin der Liebe eine Stadt, die sich stets des Wohlwollens der Römer erfreuen konnte – bis mit den Byzantinern das Christentum Einzug hielt, der Tempel zur Kirche gemacht und auch der Name der Stadt programmatisch verändert wurde: In Stavropolis, „Stadt des Kreuzes“.

 

Aphrodisias zeichnet sich jedoch auch durch weitere Eigenschaften aus: Die Nähe reicher Marmorfundstätten ließ hier eine Bildhauerschule entstehen, die über Jahrhunderte tätig war, und viele Funde bescherte. Ein Siedlungshügel am Theater der Stadt weist darauf hin, daß Aphrodisias eine der ältesten Städte Anatoliens sein könnte.

 

 

Kaunos und Dalyan – aus Liebe entstanden

 

Glaubt man der Gründungslegende von Kaunos, der antiken Stadt beim heutigen Ferienort Dalyan, dann ist die Stadt aus Liebesleid entstanden. Denn Kaunos, der Sohn des Milet und Enkel des Apollo, verliebte sich in seine Zwillingsschwester Byblis und mußte deshalb seine Heimat verlassen und gründete die nach ihm benannte Stadt.

 

Kaunos liegt an dem Fluß, der den See von Köyceğiz mit der Ägäis verbindet und bildet die Grenze zwischen Karien und Lykien. Mit seinem stattlichen Theater, seinen Tempeln, Stadtmauern und Königsgräbern ist es eine Stadt, die den Besuch lohnt – auch durch die wunderschöne Lage an Fluß und Meer. Diese ist besonders schön von der Akropolis zu bewundern.

 

Doch auch der nahegelegene Ort Dalyan hat seine Reize. So die Fahrt mit dem Boot zum Strand von İztuzu, wo man auf die berühmten Karettschildkröten aufpassen muß, die hier nachts ihre Eier legen. Doch tagsüber kann man den 6 km langen Strand ruhig genießen. Auch die Umgebung hat ihren Reiz: Von den Bädern bei Sultaniye bis zu den in Kiefernwäldern verborgenen Stränden von Göcek wetteifert hier die Natur verschwenderisch mit schönen Plätzen.

 

Unterkunft:

Sedir Resort: Ein kleiner Familienbetrieb weitab vom Trubel im Wald gelegen. Speisen vom frisch geernteten Gemüse aus dem Garten (Tel.: +90/252/284 33 64, www.sedir.co.uk).

Kamarca House: Ebenfalls hervorragende Speisen im kleinen Haus mit nur 6 Zimmern. (Tel.: +90/252/284 45 17)

Montenegro: In Göcek, auf einem Hügel gelegen, ein wahres Paradies (Tel.: +90/252/644 01 81)

 

 

Alaçatı – beispielhaft restauriert

 

Ein Spaziergang durch die Gassen Alaçatıs, des Ortes auf der Halbinsel Çeşme bei Izmir, zeigt, wie die gesamte Türkei aussehen könnte: Hier wurden die alten Häuser aus griechischer Zeit bewahrt, und heute auch perfekt restauriert. Dazu gepflasterte Gehsteige, schicke Restaurants, außergewöhnliche Hotels und eine freundliche Atmosphäre. Das alles in einer gemütlichen Kleinstadt, in der das Leben stillzustehen scheint.

 

Hier scheint sich alles wie durch Zauberhand zusammenzufügen: Restaurierte Gebäude, ein moderner Laden, daneben der typische türkische Metzgerladen, Teestuben für Männer und daneben ein niedliches, modernes Café. Das alles geschmückt von Bougainvilleen, Geranien und Hanimelis – hier kann man sich so richtig wohlfühlen.

 

Kulinarische Genüsse:

Mavi Bistro: Einfach, doch schick, dazu freundlicher Service (Tel.: +90/232/716 04 20, www.mavibistro.com).

Restaurant Ana: Einige Filialen, eigene Boutique (Tel.: +90/232/716 98 08)

Kalamata Kahvaltı: Trotz des Namens auch türkische Vorspeisen und leckeres Sea Food (Tel.: +90/232/716 63 57).

Köşe Kahve: Sehr liebenswürdig, Kuchen und Gebäck von der Besitzerin Tomris (+90/232/716 04 13)

Sea Side: Seit 1997 bietet es am Strand mit blauer Flagge Beach Parties mit Restaurant und Bar, zu vorgerückter Stunde Diskothek (Tel.: +90/232/716 98 99, www.seasidecesme.com)

 

 

Aperlai – die versunkene Stadt

 

Die Hälfte der seit dem 5. Jhd. v. Chr. bewohnten Stadt liegt heute im Meer versunken. Hier darf man im Gegensatz zu Kekova auch tauchen, so daß man sich am besten mit Brille, Schnorchel und Schwimmflossen bewaffnen sollte. So kann man Mauern, Säulen und Fußböden mit Terrakottafliesen entdecken, ebenso wie alte Tonscherben. Spaß haben und sich Archäologe fühlen, wo kann man das schon? Doch auch wer keine Wasserratte ist, findet hier Sehenswertes – die lykischen Sarkophage am Ufer zum Beispiel.

 

Antalya – die Stadt des Attalos

 

Nicht nur die Lage an den zerklüfteten Kliffs über den blauen Wassern des Mittelmeers, auch das grandiose Panorama der Gipfel des Taurus machen Antalya zu einer der schönsten Städte des Landes. Das haben schon die Könige von Pergamon erkannt. Einer von ihnen, Attalos, machte die Stadt zu einem der wichtigsten Häfen des Reiches.

 

In der Antike lag Antalya an den Grenzen der Regionen Pisidien (im Norden), Pamphylien (im Osten) und Lykien (im Westen) und entwickelte sich so schnell zu einem Zentrum von Handel und Verkehr. Heute kann man hier das Tor des Trajans, die Altstadt und den alten Hafen bewundern. Dazu ist Antalya idealer Ausgangspunkt für Ausflüge zu wichtigen Stätten wie Aspendos, Perge und Termessos.

 

 

Phaselis: Badefreuden und Romantik

 

Einst Stadt mit drei natürlichen Häfen, war Phaselis ein wichtiger Handelspunkt im Osten Lykiens. Heute bezaubern die Ruinen eines stattlichen Aquädukts, einiger Bäder und eines Theaters unter stillen Kiefern den Besucher. Toll ist der Gang über die marmorgepflasterte Straße vom Haupthafen zum kleineren der beiden östlichen. In dem kleineren Hafen können heute Familien nicht nur ihre Kinder am und im warmen und seichten Wasser spielen lassen, sondern auch Fische und Langusten in allen Größen studieren.

 

 

Termessos: Grandiose Ruinen in rauher Bergwelt

 

Wer den Aufstieg vom Parkplatz im Nationalpark Güllük bis hoch zur antiken Stadt Termessos geschafft hat, dem verschlägt es die Sprache: Steil und weitgehend gut erhalten trotzt hier ein antikes Theater den Bergen der Umgebung ebenso wie dem tiefen Abgrund unter ihm. Neben weiteren stattlichen Gebäuden aus römischer Zeit ist das Gelände geradezu übersät von in den Fels geschlagenen Gräbern. Vom Theater kann man weit in die Ebene Antalyas hinabblicken. Inmitten der großzügigen Natur des Nationalparks mit seinen vielen Pflanzen und Tieren ein wunderbares Erlebnis.

 

Kulinarische Genüsse:

Keptur: Hier kann man sich nach dem langen Spaziergang in über 1.000 Meter Höhe so richtig deftig stärken (Tel.: +90/242/251 05 74).

 
 
18-06-2013
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Paßwort
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