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Die schönsten Winterziele der Türkei
Türken sollten sich in der Türkei ja besonders gut auskennen. Deshalb bieten wir Ihnen dieses Wochenende einen Artikel aus der Hürriyet, der seinen Lesern die schönsten Winterziele des Landes vorstellt. Vielleicht möchten Sie ja auch einmal ausprobieren, wo es sich in der Türkei im Winter am besten Urlaub machen läßt.
Die nördliche Ägäis und das wald- und gebirgereiche Gebiet im Hinterland des westlichen Schwarzmeergebiets schlägt Mehmet Yaşin, der Reiseredakteur der Hürriyet, seinen Lesern vor. Intensive Naturerlebnisse scheinen für ihn dabei im Vordergrund zu stehen, sei es nun am Meer oder in verschneiten Wäldern. Eines ist sicher: Vom Streß des modernen Lebens kann man sich an allen diesen Orten gut ausruhen.
Der See von Abant
Eine der beliebtesten Adressen für einen Winterurlaub in der Türkei. Vor allem, wenn es so richtig dicke Schneeflocken schneit, liegt der See da, als sei er Teil eines bezaubernden Wintermärchens. Wer einen Urlaub weit entfernt vom Lärm und der Hektik der Großstadt genießen möchte, dem sei der Abantsee besonders ans Herz gelegt. Lange Spaziergänge an den Ufern des Sees reinigen nicht nur Kopf und Herz, sondern auch die Lungen mal wieder so richtig bis in die Tiefe.
Im einzigen Restaurant an den Ufern des Sees schmecken Lammkoteletts am besten. Da die Schafe und Lämmer in diesem Gebiet auf freiem Feld weiden und reichlich Kräuter fressen, schmeckt ihr Fleisch so richtig nach Thymian. Dazu bietet das Restaurant oft selbstgemachte Nudeln, die richtig lecker sind.
Auch die Umgebung des Abantsees bietet eine Reihe von Sehenswürdigkeiten, so zum Beispiel die osmanische Altstadt in der Kleinstadt Mudurnu. Dort gibt es als Spezialität die Palasthelva (Saray Helvası), Baklava mit mindestens 40 Lagen Blätterteig und Brottaschen mit Kürbisfüllung (Bal Kabaklı Gözleme) zu probieren.
Wer einen etwas weiteren Ausflug unternehmen möchte, sollte die Reise nach Göynük nicht versäumen. Hier meint man sich in die Zeit der Osmanen zurückversetzt, denn in der Kleinstadt scheint die Zeit stillzustehen. Einsame Spaziergänge am nahegelegenen Sünnet-See empfehlen sich für Liebhaber der stillen Natur ganz besonders. Auch an seinen Ufern gibt es Restaurants und Lokale, die Spezialitäten der Region anbieten, so eine Suppe mit Kornellkirschen, die nach dem langen Spaziergang so richtig aufwärmt.
Nördliche Ägäis: Ayvalık, Cunda, Pergamon und Foça
Der Charme verwinkelter Gassen in gut erhaltenen Altstädten prägt neben dem winterlichen Meer das Erlebnis in den nordägäischen Städten und der Insel Cunda. Für Mehmet Yaşin ist die Reise nach Ayvalık, Cunda, Pergamon und Eski Foça eine der schönsten Routen für einen kurzen Winterurlaub.
Gemütliche Spaziergänge in den verwinkelten Gäßchen der Altstädte von Ayvalık und dem Ort Cunda auf der gleichnamigen, nahegelegenen Insel, sowie durch die Bauernmärkte, die auf ihren Plätzen gehalten werden, schlägt der Redakteur vor. Liebhaber natürlicher Produkte wie Oliven, reines, kaltgepreßtes Olivenöl sowie von Seifen, die ohne jeden künstlichen Zusatz aus reinem Öl hergestellt werden, dürften hier begeistert sein.
Wer es romantisch mag, dem ist ein Spaziergang zum Hügel Şeytan Sofrası in Ayvalık anzuempfehlen. Der winterliche Sonnenuntergang ist hier besonders farbenreich. Die türkischen Vorspeisen zur Rakıtafel am Meeresufer in Ayvalık sind besonders lecker, und der Tee im Taş Kahve, dem Café im alten Steinhaus, schmeckt vor allem zum berühmten Toast nach Art von Ayvalık besonders gut.
Eine Fahrt von einer halben Stunde führt nach Pergamon, wo man die interessanten und ausgedehnten Ruinen der Akropolis sowie der gut ausgegrabenen Wohngebiete in Mittel- und Unterstatt besonders gut besichtigen kann – im Sommer nimmt einem die Hitze die Energie dazu. Zu den wichtigsten Wahrzeichen zählen das steile antike Theater am Hang der Akropolis, und das antike Heilzentrum des Asklepeios sowie die "Rote Halle", in der sich einst eine der apokalyptischen Kirchen befand.
Auch das zeitgenössische Bergama, die türkische Nachfolgersiedlung, bietet mit ihren buntgestrichenen, fröhlichen Altstadthäusern schöne Spaziergänge, die man mit einem Besuch des Frikadellenrestaurants Köfteci Pala mit seinen gut gewürzten türkischen Fleischbällchen gut abschließen kann.
Die letzte Station der kleinen ägäischen Winterreise, Eski Foça, das antike Phokäa, ist eine der schönsten Städte dieser Region. Die tolle Lage an einer Bucht, von der aus die antiken Bewohner mit ihren Ruderbooten das ferne Marseille und gar spanische Städte gründeten, sowie die Steinhäuser der Griechen aus dem 19. Jahrhundert zeichnen Foça aus. Vor dem Hintergrund der schönen alten Häuser trocknen Fischer ihre Netze und flicken sie – wer gerne fotografiert, wird hier tolle Aufnahmen machen können.
Der erfahrene Reiseredakteur Yaşin empfiehlt hier ganz besonders das Restaurant Celep an der Bucht Küçük Deniz. Hier gibt es seinem Gaumen zufolge die besten Fische und Vorspeisen.
Für Kebapfans, die es gerne wärmer haben möchten
Wer es weniger romantisch, dafür aber wärmer haben möchte, und gleichzeitig auf scharfe Kebaps und Vorspeisen wie Hibeş und Humus steht, dem empfiehlt Mehmet Yaşin die Reise in den Südosten der Türkei, in die Kebaphauptstadt Adana sowie nach Tarsus, İskenderun und Antakya am östlichen türkischen Mittelmeer.
Hier kann man nicht nur auf den Spuren der Kebapvariationen wandeln, sondern auch auf denen der Apostel: In Tarsus wurde Paulus noch als Saulus geboren, und in Antakya, dem antiken Antiochien, entstand die erste christliche Gemeinde außerhalb Jerusalems. Bei dem Alter der Städte (im Falle von Tarsus schätzt man mehr als 7.000 Jahre) gibt es neben frühchristlichen Kirchen auf viele antike, ja, sogar vorzeitliche Sehenswürdigkeiten zu besichtigen.
Bodrum einmal in aller Stille
Das sogenannte St. Tropez der Türkei ist vor allem durch sein heißes Nachtleben bekannt und beliebt. Doch die von bunten Bougainvilleen geschmückten, weißen Mauern der verwinkelten Gäßchen sind auch im Winter in aller Stille durch lange Spaziergänge zu genießen.
Und auch das Faulenzen in der Sonne, die hier, wenn sie scheint, Temperaturen von bis leicht über 20 Grad noch im Dezember garantiert, ist sehr zu empfehlen. Zum Tee im Fischercafé "Denizciler Kahvesi" zum Beispiel, oder an schönen Stellen, die man beim Spaziergang am nun von Menschenwogen verschonten Strand findet.
Wer stille Buchten und längere Fahrten mag, dem sei die Reise zur Bucht von Çökertme empfohlen, die im Winter gänzlich verlassen ist. Hier kann man flache Steine über das Wasser springen lassen und sich Pläne für das neue Jahr durch den Kopf gehen lassen, um anschließend zur Bucht von Gökova weiterzufahren, die nach einer Fahrt entlang der Küste mit ihren grünen Wäldern lockt.
Sämtliche Orte an der Küste, wie Ören, Akyaka und Akbük, sind in dieser Jahreszeit nur von den Einheimischen bewohnt und bieten tolle Naturerlebnisse an Küste und Hinterland, die vor allem durch herrliche Stille und Einsamkeit attraktiv werden.
Wer die Geschichte der Natur vorzieht, kann hier ebenfalls auf seine Kosten kommen. Mit einem Mietwagen ist die Fahrt zum Tempel von Euromos, einem der besterhaltenen der Türkei, leicht zu bewältigen. 11 km nördlich von Milas liegt er direkt rechts an der Straße, umgeben von Olivenhainen, die sich so weit erstrecken, wie das Auge reicht.
Wenige Kilometer weiter folgt der Abzweig zum Dörfchen Kapıkırı, dem antiken Herakleia am Lathmos, einem Meerbusen, der nun zum See geworden ist, da ihn Schwemmlandmassen von der Ägäis abgeschnitten haben. Heute heißt die ehemalige Meeresbucht Bafa-See. An seinen Ufern mischen sich die Bauernhäuser Kapıkırıs bunt unter die Ruinen der antiken Stadt und blicken gemeinsam mit ihnen auf den schönen See. Besonders interessant eine antike Straße, noch wie vor Jahrtausenden gepflastert, die sich in die hohen Beşparmak-Berge emporwindet.
Wer kontemplativ eingestellt ist, kann sich hier auf einen der Felsen am See setzen, und über den Verlauf der Zeit nachdenken... Sic transit gloria mundi... Es braucht schon viel Phantasie, sich vorzustellen, daß dieses Dorf einst eine Stadt mit Seehafen war, an dem Schiffe aus dem fernen Spanien einliefen...
Zurück in Bodrum sollte man die Fischrestaurants nicht missen, die nun wenigen Kunden ihre köstlichen Gerichte anbieten. Vor allem die Seezunge (Dil Balığı) ist im Winter fett und dadurch besonders lecker. Im Restaurant Balıkçı Hasan wird sie ganz besonders lecker gegrillt.
Wälder und Berge, traditionsreiche Städte
Amasra, Safranbolu und Kastamonu... Eine kleine Reise an das westliche Schwarze Meer und in sein Hinterland verbindet den Genuß verträumter Altstädte mit wunderbaren Fachwerkhäusern mit dem Erlebnis ausgedehnter Wälder in hügeliger bis gebirgiger Landschaft – und in eine Türkei, wie sie sich Strandurlauber fast gar nicht vorstellen können.
In Safranbolu, dem türkischen "Rothenburg", findet man sich erneut in vergangene Jahrhunderte zurückversetzt. Behäbiger Wohlstand durch die Ausfuhr des kostbaren Gewürzes Safran, nach dem die Stadt benannt ist, und die Lage an einer vielgereisten Karawanenroute haben hier eine der schönsten Städte des Landes entstehen lassen. 2.000 Fachwerkhäuser, davon 800 unter Denkmalschutz, und die meisten hervorragend restauriert, bieten in Safranbolu Ensembles, die Ästheten entzücken können. Karawanseraien, Moscheen und Medresen runden das Bild ab. Wer das Leben in einer mittelalterlichen türkischen Stadt nachvollziehen möchte, sollte im renovierten Patrizierhaus Gülevi übernachten.
Ein Ausflug zur Stadt Amasra an der Küste des Schwarzen Meeres führt den Reisenden in eine weitere Stadt, die dem Zahn der Zeit entronnen zu sein scheint. Eng in die mittelalterlichen Stadtmauern geschmiegt, gruppieren sich die Häuser um den pittoresken alten Hafen. Gourmets kommen hier im Restaurant Çeşm-i Cihan auf ihre Kosten, bei Fisch und leckeren, gesunden Salaten.
Auch die im Inland inmitten eines waldreichen Gebiets gelegene Stadt Kastamonu sollte sich der Besucher Safranbolus nicht entgehen lassen. Erneut faszinieren hier die Altstadtviertel, die nicht nur durch schöne Moscheen, sondern auch durch ihre traditionellen Häuser aus dem 19. Jhd. glänzen. In der Gasse Yılanlı Sokak sollte man dringend die örtliche Spezialität Simit Tiridi probieren, eine Speise, die auf den beliebten türkischen Sesamkringeln basiert.
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