DRV: ‘Wir haben den Unsinn gestoppt’ - Wissen, was im Tourismus los ist!


23.12.2016

Deutschland
DRV: ‘Wir haben den Unsinn gestoppt’
Erfolge bei EU-Richtlinie / DRV-Umfrage unter Reisebüros.
DRV: ‘Wir haben den Unsinn gestoppt’

An der Petition zur Pauschalreiserichtlinie haben sich viele Reisebüros beteiligt. Ein wichtiges Zeichen, dass der Branche das Thema ernst ist. Der Deutsche ReiseVerband (DRV) hat in zahlreichen Informationsgesprächen in Brüssel und Berlin bereits acht sehr wichtige Veränderungen zugunsten von Reisebüros und Veranstaltern durchgesetzt.

 

So hat der DRV erreicht, dass der Sicherungsschein erhalten bleibt. Auch werden nun Einzelleistungen, Tagesfahrten und Geschäftsreisen von der Richtlinie ausgenommen. Der DRV hat die Veranstalterhaftung für Reisebüros, einen umfangreichen Bürokratieaufwand bei Vertragsänderungen und neue unsinnige Informationspflichten (z.B. Spricht das Küchenpersonal deutsch?) verhindert. Nicht zuletzt hat der DRV durchgesetzt, dass kein Widerrufsrecht für Pauschalreisen eingeführt wird, mit dem die Reiseanbieter einseitig auf allen Kosten sitzen geblieben wären.

 

„Wir waren sehr erfolgreich in unserer Arbeit: Wir haben den Unsinn gestoppt, auch dafür ist ein Verband da“, sagt Dirk Inger, Hauptgeschäftsführer des DRV.

 

„Ab Januar gehen wir den letzten großen Brocken für die Reisebüros an: Die Bezahlung bei verbundenen Reiseleistungen“, so Inger. „Getrennte Bezahlvorgänge für alle Bausteine einer Reise sind weder verbraucherfreundlich noch mittelstandsfreundlich. Wir wollen die Reisebüros davor schützen.“

 

Der DRV wird sich im Januar im parlamentarischen Gesetzgebungsprozess in Deutschland erneut zur Wort melden. Nach der Befassung des Bundesrates im Dezember steht nun am 23. Januar 2017 die Anhörung zum „Reiserechts-Änderungsgesetz“ im zuständigen Bundestagsausschuss für Recht und Verbraucherschutz sowie Tourismus an. Der DRV wird die Interessen der Reisebüros vertreten und eine weitere Abänderung des Entwurfes verlangen. Das Gesetz soll dann im März 2017 im Bundestag verabschiedet werden.

 

Um die Abgeordneten zusätzlich mit aktuellen Zahlen überzeugen zu können, ruft der DRV alle Reisebüros – auch Nichtmitglieder – zur Teilnahme an einer Umfrage auf. Auf www.drv.de sammelt der DRV Angaben zur Mehrbelastung durch die Einzelabrechnung verbundener Reiseleistungen. Dirk Inger: „Die Ergebnisse werden wir in den anstehenden Berliner Beratungen verwenden. Wir wollen nachdrücklich vortragen, welche negativen bürokratischen und wirtschaftlichen Folgen dieser Unsinn hat.“

 

Das ist für Reisebüros und Reiseveranstalter erreicht worden:

 

  • Sicherungsscheinschein gerettet: Bundesjustizminister Maas (SPD) wollte den bewährten Sicherungsschein abschaffen. Dies hat der DRV verhindert, denn der Sicherungsschein ist das Gütesiegel der Reisewirtschaft.

 

  • Tagesfahrten gerettet: Das Bundesjustizministerium wollte auch Tagesfahrten in die Pauschalreiserichtlinie einbeziehen. Dies hat der DRV verhindert, weil der Vertrieb für Reisebüros damit viel bürokratischer geworden wäre.

 

  • Einzelleistungen ausgenommen: Das Bundesjustizministerium wollte auch Einzelleistungen als Pauschalreise fassen. Dies hat der DRV verhindert, damit die Reiseanbieter in Deutschland keinen Nachteil gegenüber anderen EU-Ländern – wo das nicht gilt – haben.

 

  • Veranstalterhaftung verhindert: Die EU wollte, dass jedes Kundengespräch über Urlaubsort und Reisearrangement die Buchung zur Pauschalreise macht. Der DRV hat ein neutrales Beratungsgespräch durchgesetzt und damit verhindert, dass für Reisebüros Veranstalterhaftung gilt.

 

  • Business Travel ausgenommen: Die EU wollte, dass auch Geschäftsreisen als Pauschalreise gelten sollen. Der DRV hat dies verhindert, da Unternehmen kein Schutzbedürfnis wie Privatreisende haben.

 

  • Vertragsbürokratie abgewendet: Der DRV hat durchgesetzt, dass auch künftig eine Nichtäußerung des Kunden bei erheblicher Vertragsänderung als Zustimmung gilt. Der EU-Vorschlag hätte für Veranstalter und Reisebüros einen immensen Bürokratieaufwand bedeutet.

 

  • Informationspflichten begrenzt: Die EU wollte umfangreiche Informationspflichten u. a. zu Sprache (Sprechen die Gärtner, Poolreiniger und Küchenhilfen deutsch?) vorschreiben. Der DRV hat durchgesetzt, dass nur in vernünftigem Umfang informiert werden muss.

 

  • Widerrufsrecht verhindert: Die EU wollte ein generelles Widerrufsrecht für Pauschalreisen einführen. Der DRV hat dies verhindert, weil Reiseanbieter einseitig auf allen Kosten sitzen geblieben wären



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