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05.07.2016

Deutschland
DB-Vergütungsmodell 2017 nachbessern
DRV-Ausschuss Bahn sieht Ticketverkauf in Reisebüros gefährdet.
DB-Vergütungsmodell 2017 nachbessern

2017 führt die Deutsche Bahn (DB) ein neues Provisionssystem ein, über dessen Einzelheiten der Ausschuss Bahn des Deutschen Reiseverbandes (DRV) jetzt informiert wurde. Die Bewertung des neuen Vergütungsmodells fällt ernüchternd aus: „Wir befürchten, dass das geplante Provisionsmodell ab 2017 sowohl für Reisebüros mit Bahnfahrkartenverkauf als auch für ihre Kunden negative Auswirkungen haben wird“, zieht Hans Doldi, Vorsitzender des DRV-Ausschusses Bahn, Bilanz.

 

Das neue Modell der Bahn sieht vor, die sogenannten DB-Präsenzagenturen zu stärken. Das sind Standorte, an denen die Bahn einen personenbedienten Vertrieb vorhalten will oder muss. Eine Gleichbehandlung des personenbedienten Vertriebs wird damit nach Auffassung des Ausschusses zunehmend abgeschafft. „Reisebüros mit geringen DB-Umsatz sind bei diesem Modell die Hauptverlierer“, kritisiert der Ausschussvorsitzende Doldi. Dies sei vor allem vor dem Hintergrund des stetig steigenden Beratungsaufwandes in den Büros bedenklich. Die Kundenberatung werde immer komplexer und die Gespräche damit zeitaufwändiger und länger. Denn das Produkt „Bahn fahren“ sei aufgrund von vermehrten Verspätungen – verursacht durch Streckenbaustellen der DB – und einem immer komplexer werdenden Tarifsystem für die Fahrkarten inzwischen sehr beratungsintensiv. Hinzu kämen Bahn-Sonderaktionen oder Informationen zu den Fahrgastrechten. Der hohe Beratungsaufwand stehe somit schon lange nicht mehr in einem angemessenen Verhältnis zur Vergütung. „Der DRV-Ausschuss Bahn fordert weiterhin ein faires und damit für alle Beteiligten gerechtes und auskömmliches Vergütungsmodell“, so Doldi.

 

Bei dem jetzt vorgelegten Vergütungsmodell der Bahn werde es langfristig nicht nur bei den DB-Agenturen mehr Verlierer als Gewinner geben, sondern auch für die Kunden wird es Nachteile bringen. „Immer mehr Reisebüros werden prüfen, ob eine DB-Lizenz sich für sie noch lohnt und rechnet“, so der Ausschussvorsitzende. Sollten die Erträge kein betriebswirtschaftlich ausgewogenes Verhältnis mehr gegenüber dem Aufwand darstellen, sei es sehr wahrscheinlich, dass nicht wenige Reisebüros die neuen DB-Lizenzverträge für die Zeit ab 2017 nicht mehr unterzeichnen würden. Damit würde es künftig deutlich weniger Reisebüros mit Bahnverkauf geben. „Für den Kunden bedeutet dies, dass er immer weniger Ansprechpartner in Reisebüros findet, die ihn zu Bahnangeboten beraten und ihm diese auch verkaufen können. Kundenbindung sieht anders aus. Das verwundert umso mehr, da die regelmäßigen Auswertungen der DB-Kundebefragungen in den vergangen Jahren immer wieder bestätigt haben, dass das Reisebüro der beliebteste Point of Sale ist“, so Doldis Fazit.

 

Des Weiteren befürchtet der DRV-Ausschuss Bahn, dass die Ungleichbehandlung der Vertriebswege es den DB-Agenturen zusätzlich erschwert, ihre Umsätze beim Verkauf von Bahntickets zu steigern. Kunden hätten im Online-Direktvertrieb wesentlich mehr Service-Angebote, die dem stationären Vertrieb seitens der Bahn nicht zur Verfügung gestellt würden - ein Kritikpunkt, den der DRV-Ausschuss gegenüber der Deutschen Bahn nochmals betont. „Die Bahn hat die Diskriminierung des personenbedienten Vertriebs aufgrund der technischen Benachteiligung eingestanden, allerdings sind die angekündigten Lösungen noch nicht umgesetzt. Der Ausschuss Bahn rechnet daher nicht mit kurzfristigen und positiven Ergebnissen für DB-Agenturen“, fasst Doldi ernüchternd die Ergebnisse der letzten Gespräche zwischen Vertretern von DB Vertrieb und dem Ausschuss zusammen.




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